International Uranium Film Festival 2017

Rio – Hollywood – New York – Berlin

uranium film festival berlin 2017Das International Uranium Film Festival gastiert wieder in Berlin. „Das Globale Filmfestival des Atomaren Zeitalters“ bietet vom 11.10. bis 15.10.2017 eine Reihe hochkarätiger Filmbeiträge über Atomkraft und ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Als Einleitung für die feierliche Eröffnung findet am Mittwoch um 18 Uhr, die Präsentation der Fotoausstellung Brasiliens Tschernobyl 1987 von Odesson Alves Ferreira statt. Im Anschluss daran eröffnet Jutta Wunderlich, die Leiterin des IUFF-Berlin, gemeinsam mit den Schirmherren Klaus Mindrup (MdB), Jörg Sommer, Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung und Uwe Bünker, Bünker Casting GbR das Festival im Kino der Kulturbrauerei.

Nach dem formellen Teil des Abends öffnen sich dann erstmalig in diesem Jahr die Vorhänge beim Berliner IUFF und geben die Leinwand frei für die Schweizer Produktion Lucens von dem Regisseur Marcel Barelli (2015). Der Kurz-Trick-Film (7 min.) behandelt die Geschichte des ersten, aber auch des letzten schweizerischen Atomkraftwerks. (OmU)

Im Anschluss folgt der Dokumentarfilm Als die Sonne vom Himmel fiel. Bei dem Filmprojekt aus dem Jahr 2015 führte Aya Domenig Regie. In der 78 minütigen Dokumentation geht es um die Suche nach der Vergangenheit ihres Großvaters. Er hat sich nie zu den Erfahrungen geäußert, die er nach dem Abwurf der Atombombe, 1945 als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gemacht hat. Bei ihrer Recherche trifft die Regisseurin auf einen ehemaligen Arzt und eine Krankenschwester, die damals ähnliches durchleben mussten wie ihr Großvater. Nach und nach ergibt sich ein Bild dessen, von dem ihr Großvater nie sprach. Mit der Atomkatastrophe vom 11. März 2011 in Fukushima nimmt ihre Suche eine unerwartete Wendung. (OmU)

Wer nicht bis Mittwoch warten möchte, kann bereits heute in das Zeiss Großplanetarium an der Prenzlauer Allee 80 pilgern. Dort findet um 19 Uhr die Eröffnung der IPPNW-Fotoausstellung Hibakusha Weltweit statt (Der Eintritt ist frei). Gezeigt werden Aufnahmen, wie die unsachliche Handhabung von 19 Gramm Cäsium-137 einen Stadtteil und Hunderte von Menschen verstrahlten und zudem 6000 Tonnen strahlenden Abfall erzeugten. Odesson Alves Ferreira, der brasilianische Ehrengast des Film Festivals, wird ebenfalls vor Ort sein. Er ist Sprecher und bis vor kurzem langjähriger Präsident der Vereinigung der Cäsium-Opfer von Goiânia (AVCésio). Odesson selbst wurde durch das hochradioaktive Cäsium-137 stark verstrahlt und lebt seitdem mit den Folgen. Er wird das Uranium Film Festival Berlin und die Ausstellung über den Goiânia-Unfall über den gesamten Zeitraum mit begleiten.

Jutta Wunderlich IUFF

Jutta Wunderlich, Leiterin des IUFF Berlin

Im Zeiss Großplanetarium, das als zusätzlicher Veranstaltungsort für das Festival hinzugewonnen werden konnte, findet nicht nur Eröffnung der IPPNW-Fotoausstellung statt, sondern auch die ICBUW-Sonderveranstaltung am Freitag – mit Filmen und einer Podiumsdiskussion über Uranwaffeneinsatz: Umweltzerstörung durch Krieg (vom Balkan bis Nahost)

Weitere Festival Filme sind unter anderem die japanische Produktion Nuclear Cattle (Radioaktive Rinder) aus dem Jahr 2016. Die Regie bei dem 98 minütigen Dokumentarfilm, der auf japanisch mit deutschem Untertiteln gezeigt wird, führte Tamotsu Matsubara.

Eine von insgesamt sechs Deutschland-Premieren, die auf dem Festival gezeigt werden, stellt der dokumentarische Spielfilm All That Remains (Alles was bleibt, 2016) dar. Bei dem Film aus Großbritannien führten Ian & Dominic Higgins Regie.

Das Festival-Programm ist abrufbar unter:
http://uraniumfilmfestival.org/de/programm-berlin-2017

Bislang begeisterte das Internationale Uranium Film Festival Zuschauer in Hollywood, New York, Rio und zahlreichen anderen Orten auf dieser Welt.

Eröffnung: Mittwoch 11.10.2017
Beginn: 18 Uhr
Ort: Kino in der Kulturbrauerei

Vorverkauf im Kino
Einzelticket: 7 Euro – Ermäßigt Schüler/Studenten/Behinderte 5 Euro (nur an der Abendkasse)
Festivalpässe für 1 Tag: 10 Euro
Festivalpässe für alle Tage: 40 Euro

Kartenreservierung
Telefon: 0172-8927879
uraniumfilmfestivalberlin@gmx.de

http://uraniumfilmfestival.org/de
http://www.lucensfilm.blogspot.ch/
https://www.alsdiesonnevomhimmelfiel.com/

IPPNW – Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
ICBUW – International Coalition to Ban Uranium Weapons (Internationale Koalition zur Ächtung von Uranwaffen)




Das 5. Internationale Uranium Film Festival 2016 in Berlin

Seit dem das Internationale Uranium Film Festival 2011, kurz vor dem Atomunfall in Fukushima, in Rio de Janeiro gegründet wurde, ist weltweit ein Filmfestival nach dem anderen unter dem Motto „Ein Projekt gegen das Vergessen“ entstanden. Mittlerweile gibt es das alljärlich stattfindende Festival nicht nur in Rio de Janeiro, sondern es war auch schon in Washington, Neu Delhi, New York, Mumbai, Lissabon, Muenchen, Berlin und anderen ausgesuchten Standorten präsent. Vom 28. September bis 2. Oktober ist das Uranium Film Festival wieder bei uns in Berlin zu Gast. Eröffnet wird das Festival um 18 Uhr mit der Präsentation der Fotoausstellung „Tschernobyl 30 Jahre danach“ mit dem Photographen Pierpaolo Mittica. Im Anschluss daran richtet um 19 Uhr unter anderem Klaus Mindrup (MdB) seine Grußworte an die Veranstalter, Organisatoren und anwesenden Gäste bevor der Eröffnungsfilm THE IDEALIST – Geheimakte Grönland den Auftakt bildet. Der Film dokumentiert den Absturz eines mit Atombomben beladenen US-B52-Bomber im Januar 1968 über dem dänischem Hoheitsgebiet in Grönland. Nach den Monate dauernden Aufräumarbeiten sind das Flugzeugwrack sowie das mit Plutonium kontaminierte Gletschereis beseitigt und der Fall wird zu den Akten gelegt. 18 Jahre später entdeckt der Radioreporter Poul Brink, dass viele der an den Aufräumarbeiten beteiligten Männer schwer erkrankten. Brink beginnt zu recherchieren und stößt auf noch viel größere Ungereimtheiten. Obwohl mit Drohungen konfrontiert, lässt er sich nicht von seiner Arbeit abbringen…

Das Festival Kino in der Kultur Brauerei in Prenzlauer Berg zeigt Filme aus aller Welt zu Atomkraft und radioaktiven Gefahren. Themen sind in diesem Jahr: 5 Jahre Fukushima, 30 Jahre Tschernobyl, 50 Jahre Atombomben-Unfall Palomares. Insbesondere der Fall über die atomare Verseuchung der südspanischen Gemeinde Palomares dürfte den Leserinnen und Lesern vom Kreuzberger bekannt vorkommen. Wir berichteten in der Ausgabe 30 (Mai/Juni 2014) unter dem Titel „Broken Arrows – die Geschichte der verlorenen Atombomben“ über den sorglosen Umgang mit Atomwaffen und deren Folgen – unter anderem sind bis heute noch immer vier Atombomben verschollen und liegen auf dem Grund der Meere bzw. Ozeane. Der Film über das Palomares Unglück läuft am 29. September um 20 Uhr unter dem Titel „Operation Gebrochener Pfeil. Atomunfall in Palomares“ (Originaltitel: „Operación Flecha Rota. El Accidente Nuclear de Palomares“).

Darüber hinaus präsentiert das „Globale Filmfestival des atomaren Zeitalters“ bis zum 2. Oktober weitere interessante und spannende Filme, die es in diesem Umfang nirgendwo sonst zu sehen gibt.

www.uraniumfilmfestival.org/




Deepwater Horizon – 5 Jahre danach

Vor über 5 Jahren, am 20. April 2010 explodierte die Bohrinsel Deepwater Horizon des Ölkonzerns BP im Golf von Mexiko und brannte über 36 Stunden bis sie in den Fluten versank. Die Bilder von ölverschmierten Vögeln und Fischen gingen um die Welt und über 1.000 Kilometer Küste wurden verseucht. Bis heute sind die Auswirkungen dieser Katastrophe vor Ort allgegenwärtig und die Langzeitschäden für die Umwelt nicht wirklich abzusehen. Mit chemischen Substanzen wurde versucht der Lage Herr zu werden – erfolglos. Die über 700 Millionen Tonnen Öl, die durch dieses Ereignis unkontrolliert freigesetzt wurden, verschwanden zwar von der Wasseroberfläche, jedoch nur, um sich in tiefere Regionen abzusetzen und dort unbeobachtet zu verteilen. Zudem traten 500.000 Tonnen Methangas aus. Es dauerte schlussendlich 87 Tage, bis die Quelle am Meeresgrund verschlossen werden konnte. Noch heute klingen die Aussagen des damaligen BP-Chef Tony Hayward nach, der in den Wochen nach dem Unglück äußerte »Womit haben wir das verdient?«. Für die betroffenen Menschen, die an der Küste lebten und ihren Lebensunterhalt mit dem Fang von Meerestieren bestritten, muss es wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein als Hayward zudem äußerte »Ich will mein Leben zurück«.

In dem Fünfjahresbericht, der nun veröffentlicht wurde heißt es, dass der Golf zu den Bedingungen zurückkehre, die vor der Ölpest herrschten. Der Rat der Umweltbehörde NOAA und EPA, den Innen- und Landwirtschaftsministerien sowie den fünf betroffenen Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas intervenierten, dass es seitens BP unangemessen und voreilig sei, Schlussfolgerungen über die Folgen der Verschmutzung zu ziehen, bevor die Beurteilung abgeschlossen ist. Insbesondere nach Stürmen werden immer wieder Teerklumpen an Land gespült. Und so wird es noch Jahre dauern, bis an den betroffenen Küstenabschnitten annähernd von einer »Normalität« die Rede sein kann. Für die Meeresbewohner werden die Auswirkungen noch eine längere Zeit spürbar sein. 2014 wurden in den betroffenen Regionen eine vierfache Zahl toter Delphine registriert, die unter anderem an Lungenkrankheiten, Zahnausfall und Nierenproblemen verendet sind – Ursachen, wie sie nach dem Kontakt mit Öl auftreten. Insgesamt verendeten 1.300 Delphine qualvoll. Neben den ökologischen Folgen, hat das Unglück auch ökonomische Folgen für die Menschen vor Ort. Familienbetriebe, die vom Fischfang leben, mussten den Betrieb einstellen oder kämpfen immer noch um das Überleben. Einige von ihnen haben Vereinbarungen mit dem Konzern unterzeichnet und sich somit jeder weiteren Möglichkeit der Schadensersatzforderung beraubt. Bislang wurden die Kosten der Katastrophe für BP mit 14,3 Milliarden US-Dollar beziffert, wobei diese für das Unternehmen in Zukunft noch deutlich höher ausfallen können. Dieser Umstand dürfte für BP jedoch keine finanzielle Not darstellen, da das Unternehmen in den Jahren 2011 bis 2014 Gewinne von 63 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet hat. Es läuft somit alles weiter wie gehabt – bis zur nächsten, übernächsten und den darauf folgenden Umweltkatastrophen. The show must go on für das Wirtschaftswachstum.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Dossier »Ökonomie mit Energie« vom 21. Januar 2015 herausgegeben vom Handelsblatt:

 




The winner is….

Monsanto! Na, wer hätte das gedacht, der »World Food Prize 2013« geht an Monsanto und Syngenta, die sich mit Gift, Genen und »kriminellen« Aktionen den Nahrungsmittelmarkt aneignen wollen. Nachdem schon der Friedensnobelpreis mit Obama und der EU zur Lachnummer mutiert ist, können wir nun auch diesen »Oscar« der Lebensmittelbranche direkt in die gelbe Tonne treten. Doch »Der Kreuzberger« meint, wer so viele Millionen wie Monsanto in die Stiftung pumpt die den Preis vergibt, der hat es dann auch redlich verdient. Also, herzlichen Glückwunsch an die »Kolonialherren« der Lebensmittelbranche!

Geschrieben von bookfield




Leergefischt oder kein Fisch für Käpt´n Iglo

Wer am Strand sitzt und in die schier endlosen Weiten der Meere und Ozeane schaut, würde nicht vermuten, dass solch eine Größe in Gefahr sein kann. Die Dimension scheint für uns Menschen zu riesig und doch wird unter der Oberfläche ein erbarmungsloser Kampf geführt. Weit weg von den Küsten betreiben die Menschen Raubbau an den Lebewesen die das Meer beherbergt in einem Ausmaß, dass sie keine Chance mehr haben sich zu regenerieren.

Wir müssen uns mit einem Fakt auseinandersetzten, dass wenn in der gleichen Intensität weiter gefischt wird, die Bestände weltweit Mitte dieses Jahrhunderts kollabiert sein werden. Dies ist kein Horrorszenario, sondern die logische Auswertung der empirischen Daten, wie sie von allen Experten unisono bestätigt werden. Der Streit, der zu Zeit noch besteht ist, ob schon 70 Prozent oder schon 90 Prozent verbraucht wurden. Am klaren Trend jedoch, gibt es keine zwei Meinungen. Wer immer noch fragt, wo all die Fische hin sind, dem kann man einfach zurufen, WIR HABEN SIE GEGESSEN! Doch wie in vielen anderen Bereichen auch, wird trotz aller Warnungen weitergemacht und der Kampf um die Anteile an den letzten Beständen ist in vollem Gange. Wir werden uns darauf einstellen müssen, Fisch als Nahrungsquelle zu verlieren. Wir sind an einem Punkt gekommen, an dem die nachwachsenden „Rohstoffe“ eben nicht mehr nachwachsen können, da wir bei weitem mehr verbrauchen und den Populationen keine Möglichkeiten mehr geben, sich zu stabilisieren, geschweige denn zu regenerieren. Die Weltflotte könnte die Menge an Fisch, um das vierfache überfischen. Haben wir wirklich gedacht, wir könnten ewig so weiter machen und alle Lebewesen aus dem Meer endlos im Übermaß nutzen? Uns wird nun die Erkenntnis aufgezwungen, dass die Meere nicht unerschöpflich sind. Die Folgen unseres Handelns rücken somit greifbar an uns heran und sind nur noch einen Steinwurf von der eigenen Gegenwart entfernt. Die Kinder die wir heute im Sandkasten sitzen sehen, dürfen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tod der Weltmeere am eigenen Leib erleben und vielleicht fragen sie ihre Eltern: „WARUM habt ihr nichts getan?“ Trotz diesem Wissen steuern wir weiterhin unbeeindruckt in das ozeanische Desaster. Die Menschheit führt Krieg, der Gegner ist die Erde mit all ihren Lebewesen und es gibt keinen Zweifel, dass wir ihm meilenweit überlegen sind. Mit unbeschreiblicher Brutalität, beuten wir unseren Planeten aus und zerstören Leben, ob Tiere oder Pflanzen, ohne die Folgen und die Dimension wirklich zu begreifen. Die Weltmeere, die Wiege allen Lebens mit all ihrer Vielfältigkeit, Schönheit und ihrem schier unermesslichen Reichtum an Arten scheint dem Tode geweiht, wenn wir nicht schleunigst den Fakten Tribut zollen. Der Weltraum ist besser erforscht als die Tiefsee, doch noch bevor wir wissen was sie in sich beherbergt, werden wir sie zerstört haben, ohne nur die geringste Ahnung zu haben, welche Folgen dies nach sich zieht.

Der Fokus liegt in diesem Artikel auf dem Fischfang, vergessen sollte wir jedoch nicht, dass parallel die Meere als Müllkippe genutzt werden, allein der Plastikmüllberg im Pazifischen Ozeanstrudel, einer der fünf großen zirkulierenden Meeresströmungen, ist auf die Größe von Mitteleuropa angewachsen, mit einem Gewicht von zirka drei Millionen Tonnen und übertrifft die Menge des Planktons um das sechsfache, Tendenz steigend. Nebenbei wird Giftmüll verklappt und durch austretendem Öl aus Plattformen und Tankerunglücken ( zwischen 1963-1996 allein 686 Tanker) zusätzlich verseucht. Allein in der Nordsee stehen über 900 Öl-, Gas- und Versorgungsplattformen die den Meeresboden auf einer Fläche in der Größe vom Saarland in schwarze Schlammwüsten verwandelt haben (Quelle: Greenpeace). Die Weltmeere werden mit Sonar beschallt (mit bis zu 220 db, um dies einordnen zu können, 110 db ist die absolute Schmerzgrenze beim Menschen, ein Anstieg um 10 db heißt jedes Mal eine Verdoppelung der Lautstärke, sprich bis 220 db hat sich der Wert der Schmerzgrenze elf Mal mal hintereinander verdoppelt). Das nicht mehr Wale und Delphine mit blutigen Gehörgängen an die Küsten gespült werden, verwundert, aber vielleicht sinken sie einfach nur Tod auf den Meeresgrund. Laut Greenpeace überstieg die Radioaktivität des Meeresboden vor La Hague das 3900-fache des Normalwertes. Der Quecksilbergehalt im Walfleisch lag teilweise 5000-fach über dem Grenzwert. Hinzu kommen Chemikalien, speziell aus der Textil und Pharmaindustrie, diese greifen in die Genetik des Lebens ein und produzieren heute schon Multiresistente Viren und Bakterien und verändert die Fortpflanzung und Geschlechter, die Liste ließe sich endlos fortführen. Wir sollten uns zudem bewusst machen, dass der Klimawandel tiefe Einschnitte in unsere herkömmliche Nahrungsbeschaffungsstrukturen verursachen wird. Böden versanden oder werden weggespült. Nahrungsmittel werden während der Veränderung von Klimazonen knapp werden, nur das wir dann schon eine Resource, eine der kostbarsten Lebensmittelquellen der Erde, die als Puffer hätte dienen können verbraucht ist, freilebender Fisch!!!!

Die Leistungsfähigkeit unserer Fischerei, übertrifft bei weitem unsere Fähigkeit, uns zu beherrschen, so beschrieb ein Umweltexperte das Dilemma. Eine kleine Clique, die sich in multinationalen Konzernen und Politik tummelt entscheiden über ganze Ökosysteme. Diesen terroristischen Akt (wie soll man es anders nennen), wird von einer Minderheit umgesetzt und sie sind bereit das Welterbe aller Menschen, allein aus Profitinteressen zu vernichten. Ein Artensterben ungeahntem Ausmaßes rollt auf uns zu, fast unbemerkt, aber kontinuierlich und die Zentralen der Macht schweigen oder beteiligen sich daran. Zu selten dringen die Appelle der Forscher zu den Bevölkerungen durch. Unwissenheit wird gezielt als Waffe von den Regierungen eingesetzt und die Medien versagen, wie so oft unter dem Druck von Abhängigkeiten und Lobbyisten, selbst in Ländern wie Deutschland, die selbstherrlich von Pressefreiheit schwatzen.

Wenn wir im Urlaub, an den Küsten dieser Welt, in den kleinen Häfen herum schlendern und voller Romantik die bunten Fischerboote betrachten, bekommen wir leider einen falschen Eindruck, was sich draußen auf der offenen See wirklich abspielt. Industrielle Fangflotten, riesige Schiffsfabriken treiben nämlich dort, weit weg von störenden Blicken ihr Unwesen, um den erbarmungslosen Hunger der Menschen zu stillen und es geht um Geld, um sehr viel Geld. Ihre Waffen sind Netze, Hacken und modernste Technik, um auch den letzten Fisch noch zu orten. Damit diese Hightech Industrie besser verständlich wird und die Dimension dahinter begreifbarer, ein paar Beispiele. Die heute verwendeten Schleppnetze haben teilweise ein Ausmaß, dass bis zu 13 Jumbojets darin Platz finden können, ihnen entgeht nichts. Jedes Jahr werden bei der Langleinenfischerei 1.400.000.000 Hacken ausgeworfen, die Gesamtlänge könnte die Erde 550 mal umrunden. Grundschleppnetze durchpflügen Gebiete des Meeresbodens im wahrsten Sinne, denn es ist vergleichbar, wie wenn man an Land ein Feld sieben Mal umpflügen würde und jeder kann nun selbst erahnen was auf einem Feld wächst, was sieben Mal umgepflügt wurde, NICHTS! Zurück bleibt ein Schlachtfeld aus Pflanzenteilen, zerstörte Korallen usw. Es gibt Regionen im Meer, die auf den Entwicklungsstand von vor 5000 Jahren zurück katapultiert wurden.

Pro Jahr werden ungefähr 150 Millionen Tonnen Fisch „erzeugt“, durch Fischfang und Aquakulturen, davon sind 110 Millionen Tonnen für den Menschlichen Verzehr bestimmt. Dies ist jedoch nur der Anteil der an Land gebrachten Fische. Ein großes Problem besteht jedoch zusätzlich, durch den Beifang, der noch auf offener See Tod ins Meer zurück geschmissen wird. Genaue Zahlen gibt es darüber leider nicht und ist auch Regional unterschiedlich. In der Nordsee bewegt er sich laut Schätzungen der EU zwischen 40-60 Prozent des Fanges. Greenpeace verdeutlichte dieses anhand von Beispielen anschaulich. Für ein Kilo Shrimp sterben bis zu zwanzig Kilo andere Meereslebewesen, bei der Seezunge kommen auf ein Kilo, um die sechs Kilo Beifang. Es gibt Regionen da liegt er sogar bei 70-85 Prozent des Fanges. Es werden zudem Fische über Bord geschmissen, die nicht den gewünschten Preis bringen, um so schon auf hoher See Platz zu schaffen, für Arten die lukrativer für den Verkauf sind. Das ist mutwilliger, gedankenloser Mord an Lebewesen Der Beifang ist auch für die zahlreichen Zahnwalarten ein Problem, wie Tümmler, Schweinswale oder Delfine. Der WWF erklärt in einer Studie, dass heute bis zu 86 Prozent der 72 Zahnwalarten bedroht sind. Obwohl sie von der kommerziellen Jagt geschützt sind, verenden jährlich mehr als 300.000 Kleinwale in den Fischernetzen dieser Welt. Schon 2003 wurden jegliche Arten von Fischen und Meerestieren, die für den Verzehr durch den Menschen bestimmt waren, einem kollabierten Status zugeordnet.

Aber auch die Aquakulturen sind keine Alternativen, denn dort werden in der Regel Raubfische (z.B. Lachs) gezüchtet. Somit Fische, die in der Nahrungskette weit oben stehen. Dies hat zur Folge, dass inzwischen selbst die kleinen Fische Ziel der Fischereiflotten geworden sind, um als Futtermittel für die Zucht zu dienen. Für diese Art der Züchtung werden mehr Fische verbraucht, als sie als Nahrung wieder hergeben z.B. benötigt man für ein Kilo Lachs, fünf Kilo Sardellen. Mal abgesehen davon, dass Sardellen für den Menschen gesünder sind als Lachs. Würde man dieses Modell auf das Festland übertragen, würden Tigerfarmen aufgebaut werden, für die man den Bestand an Rehen in den Wäldern wegfängt. Der Hunger der Aquakulturen ist ungebrochen und Südamerika ist einer der größten Hersteller von Fischmehl als Futtermittel. Für die Produktion von einer Tonne Fischmehl werden 4,5 Tonnen Sardinen verbraucht. Es werden sechs Millionen Tonnen Fischmehl pro Jahr weltweit umgesetzt, davon allein produziert Peru 1,5 Millionen Tonnen für den Export. Die Abfälle die bei der Verarbeitung anfallen werden einfach ins Meer zurück gepumpt, es gibt in Peru Regionen bei der sich diese Abfälle in einer Höhe von zwei bis acht Metern als Schlamm in den Buchten angesammelt haben und die komplette Flora und Fauna zerstören. Nur ein paar Monate, wenn die großen Sardinenschwärme an den Küsten Südamerikas vorbeiziehen laufen die Fabriken auf Hochtouren und die Fangflotte nehmen sich was sie kriegen. Doch die kleinen Fische fehlen in der Nahrungskette anderer Tiere. Vögel und Seelöwen, obwohl sie weiter südlich in Schutzgebieten leben und angewiesen sind auf diese Nahrungsquelle gehen immer öfter auf Jagt leer aus. Welche Folgen und Massensterben dies zur Folge haben könnte, werden wir in Zukunft beobachten können.

Auf die erschreckenden Zahlen, müssen nun langsam Handlungen folgen. Beispiele wie in Neufundland, einmal eines der reichsten Kabeljaugebiete, die so massiv überfischt wurden, dass 1992 ein komplettes Fangverbot ausgesprochen wurde und mehr als 4.000 Fischer über Nacht arbeitslos gemacht hat, sollten zum Nachdenken anregen. Zumal der Bestand bis heute, mehr als zwanzig Jahre später, sich immer noch in einem katastrophalen Zustand befindet und es keine Anzeichen der Erholung gibt. Die alten Seefahrermythen, dass man auf dem Kabeljau über das Meer laufen konnte, werden nur noch als Legende weiterleben müssen.

Der blaue Thunfisch scheint der nächste in der Reihe. Für sein exzellentes Fleisch wird er geliebt und zu Höchstpreisen verkauft. Letztes Jahr wurde ein Exemplar für 400.000 US-Dollar verkauft, wie kann er da eine Chance haben. Fischfangexperten schlagen eine Fangmenge von 15.000 Tonnen für den blauen Thun vor, um den Kollaps zu vermeiden, um die Population langsam wieder aufzubauen dürften nicht mehr als 10.000 Tonnen gefangen werden. Jetzt schon sind die Fangmengen um 80 Prozent zurückgegangen und dennoch beschließen die EU Minister Fangquoten von 29.500 Tonnen, also doppelt soviel um den Kollaps zu vermeiden. Wenn man dann noch bedenkt, dass ungefähr 60.000 Tonnen illegal gefischt werden, scheint der Exodus die logische Konsequenz. Wie Kapitalismus auf solche Szenarien reagiert sieht man auch gut bei Mitsubishi. Sie kaufen den blauen Thun im großen Stil aus Atlantik und Mittelmeer auf, bis zu 60 Prozent des gefangenen Bestandes und frieren ihn ein. Schon jetzt besitzen sie geschätzte 60.000 Tonnen und warten wahrscheinlich auf die Ausrottung, um ihn dann zu Höchstpreisen zu verkaufen, so was nennt man wohl eine gute Investition.

Die westlichen Industriestaaten sind gefordert, Sie sind es, die die Fangrechte bei den meist korrupten ärmeren Länder erwerben, wie in Westafrika und anderswo und zerstören damit die traditionelle Fischerei, die keine Hoffnung mehr hat zu bestehen und immer mehr Afrikaner daher ihr erzwungenes „Glück“ in Europa suchen. Für über eine Milliarde Menschen ist Fisch der Hauptbestandteil der Nahrung und wir fressen ihnen ihre Lebensgrundlage weg. Wir sind Teil der Hauptverursacher der Katastrophe, somit liegt es an uns wie die Erde sich entwickeln soll. Ohne Druck auf die Politik wird nichts geschehen. Es gibt 4.000 Meeresreservate die jedoch nur 0,6 Prozent der Weltmeere ausmachen, der Rest darf überfischt werden. Es werden weltweit 15 -30 Milliarden US-Dollar für Subventionen ausgegeben, doch wird damit nur die Ausrottung der Fische finanziert. Fachleute haben errechnet, wie teuer eine Weltweite Überwachung der Fangflotten kosten würde, es wäre genau der Betrag der Subventionen. Es gibt somit kein Argument fürs Nichthandeln.

Verschiedenste Modelle für nachhaltige Fischerei liegen auf den Tisch, um die Vielfalt der Arten zu erhalten. Selbst für die Aquakulturen auf See gibt es Alternativen, wie z.b. in Holland bei denen Firmen mit Süßwasserfischen arbeiten. Die Sorte heißt Claresse und benötigt ca. 700 Gramm Nahrung für ein Kilo Fisch. Sie ist ein Allesfresser und verträgt sogar pflanzliche Nahrung. Bei diesem Modell wird mehr Fisch produziert als verbraucht, im Gegensatz zu den herkömmlichen Aquakulturen. Auch andere Initiativen gibt es. Umweltgruppen in Südamerika, versuchen Sardellen zum Speisefisch zu machen, anstatt ihn als Futtermittel zu verschwenden. Überall regt sich Widerstand, nur allein ohne den Einfluss von Regierungen wird es nicht zu schaffen sein oder erst dann die Erkenntnis greifen, wenn die Trümmer unseres Handelns vor uns liegen. Terroristen in Nadelstreifenanzug bestimmen die Geschicke der Welt, sie geben einen Dreck auf die Bedürfnisse der Menschen und Tiere, uns bleibt entweder die Hingabe an den Untergang oder wir raffen uns auf, zum entschlossenen Handeln dagegen. Du allein wirst dich entscheiden müssen, schau auf deinen Teller und denk nach.

http://gloria.tv/?media=234337

http://www.youtube.com/watch?v=okvINFn25bU

http://www.greenfacts.org/de/fischerei/index.htm

http://www.ecomare.nl/de/ecomare-encyclopedie/mensch-und-umwelt/rohstoffgewinnung-nordsee/foerderung-v-bodenschaetzen/foerderplatformen/

Geschrieben von bookfield