Urban Gardening goes down under

„Illegaler Gemüseanbau – Utopie oder Zukunft?“ Bereits vor 4 Jahren haben wir unter diesem Titel in einer fiktiven Geschichte das Thema unterirdischer Gemüseanbau behandelt. Kurz bevor in England die Fantasie zur Wirklichkeit wurde. Urban gardening, Urban Farming, Guerilla Gardening Vertical Farming, Container Gardening und auch Underground Gardening – alles war bislang schon erfunden. Nun hat Underground Gardening nicht nur wortwörtlich genommen und ist mit seinem Garten in den Untergrund von London gezogen sondern hat auch gleich sein Unternehmen danach benannt.

Das Herz des Unternehmens, die Produktionsanlagen, liegt 33 Meter unter den Straßen von Clapham, einem belebten Stadtteil von London. Für die Umsetzung des Vorhabens, bediente das Unternehmen sich der bereits vorhandenen Infrastruktur. Wie auch Berlin, so ist London aufgrund des 2. Weltkriegs mit Tunneln und Bunkern „unterkellert“. Die ungenutzten Anlagen, die auch hoffentlich nie wieder dem Kriegsdienst zugeführt werden müssen, eignen sich hervorragend für den Anbau von Salat.

Viele Faktoren, die bei dem herkömmlichen Freilandanbau zu berücksichtigen sind, können beim Urban Gardening bedenkenlos außer Acht gelassen werden. So gibt es weder eine Abhängigkeit von der Jahreszeit und auch die Wetterlage hat keinen Einfluss auf die Ernte. Es gibt keine Belastung durch industrielle oder verkehrsbedingte Abgase und das eingesetzte Hydrophonik-System verbraucht obendrein noch 70% weniger Wasser als die herkömmliche Freilandanbaumethode.

Durch das in sich geschlossenen System gehen auch keine Nährstoffe verloren. Für die Pflanzen herrschen somit immer klimatisch ideelle Bedingungen. Um den Pflanzen das benötigte Dosis „Tageslicht“ zu verabreichen wird mit LED-Technologie gearbeitet. Bislang scheint sich die Idee zu bestätigen. Underground Gardening hat den BBC Food Award 2017 gewonnen und beliefert bereits einige Großhändler, Restaurants und den lokalen Lebensmittellieferanten Farmdrop.

Den Anbau in bereits vorhandenen und bislang ungenutzten unterirdischen Anlagen zu betreiben, ringt dem innerstädtischen Gebiet, das ansonsten so knapp vorhandene Gebiet an Nutzfläche ab ohne Einfluss auf die bisher geschaffenen Strukturen zu nehmen. Es schafft neue landwirtschaftliche Flächen um gesunde und nachhaltige Lebensmittel zu produzieren und dass in direkter Nachbarschaft. Durch die zentrale Lage ist der Weg vom „Feld“ auf den Teller auf ein Optimum reduziert. Innerhalb von 4 Stunden nach der Ernte, können die Salatblätter in der Küche liegen und zu einem leckeren Salat weiterverarbeitet werden.

Vielleicht findet sich zukünftig auch der ein oder andere Landwirt, der „verbotene Früchte“ produziert und dem gesetzlichen Handelsverbot von zahlreichen Tomaten, Apfel- oder Kartoffelsorten (siehe Link im Anhang) entgegentritt. Dann hätte sich der Kreis geschlossen und eine Fiktion wäre vollends zur Realität geworden. Warten wir es ab – die Zukunft wird es zeigen. Bereits heutzutage wird das Saatgut verbotener Sorten nur unter der Hand weitergereicht. Mit dem Saatgut nicht amtlich zugelassener Pflanzensorten Handel zu treiben, ist gesetzlich verboten!

Bislang war es Gärtnern von illegalen Nachtschattengewächsen vorbehalten im Verborgenen die begehrten Pflanzen heranzuzüchten und zur vollen Reife zu bringen. Die „Konkurrenz“ im Wettlauf um Anbauflächen fernab der Öffentlichkeit nimmt jedoch mit der Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln von Jahr zu Jahr zu.

http://growing-underground.com/

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Verbotenes-Gemuese,sendung511572.html

http://countysupplieslondon.co.uk/

https://www.farmdrop.com/




Der Kreuzberger geht auf Sendung

Mit dem Jahreswechsel wird beim Kreuzberger ein lang geschmiedeter Plan in die Tat umgesetzt: Der Kreuzberger geht auf Sendung. Voraussichtlich ab März 2018 wird es neben dem Internet-Blog Der Kreuzberger unter dem Format Der Kreuzberger TV auch eine Nachrichten-Sendung geben. Inhaltlich werden sich die Beiträge an den bislang verfolgten Themen orientieren. Die Schwerpunkte bilden Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Darüber hinaus wird über aktuelle Ereignisse aus Kultur, Lokales, Umwelt und Wissenschaft berichtet.

Bereits im vergangenen Jahr haben wir damit begonnen, in den uns neu zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten ein kleines Fernsehstudio einzurichten. Bevor wir jedoch mit der Einrichtung der technischen Geräte und den Aufnahmen beginnen konnten, hieß es Fußboden fliesen, Kabel verlegen, Wände verputzen und dem ganzen Raum einen neuen Anstrich verpassen. Nachdem dann noch die Beleuchtung installiert und ausgerichtet war, konnten die ersten Probeaufnahmen beginnen.

Wir hoffen, den selbst auferlegten Zeitplan einzuhalten und freuen uns, euch bald das neue Format präsentieren zu können.

Der Kreuzberger – Lokale Weltnachrichten




International Uranium Film Festival 2017

Rio – Hollywood – New York – Berlin

Das International Uranium Film Festival gastiert wieder in Berlin. „Das Globale Filmfestival des Atomaren Zeitalters“ bietet vom 11.10. bis 15.10.2017 eine Reihe hochkarätiger Filmbeiträge über Atomkraft und ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Als Einleitung für die feierliche Eröffnung findet am Mittwoch um 18 Uhr, die Präsentation der Fotoausstellung Brasiliens Tschernobyl 1987 von Odesson Alves Ferreira statt. Im Anschluss daran eröffnet Jutta Wunderlich, die Leiterin des IUFF-Berlin, gemeinsam mit den Schirmherren Klaus Mindrup (MdB), Jörg Sommer, Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung und Uwe Bünker, Bünker Casting GbR das Festival im Kino der Kulturbrauerei.

Nach dem formellen Teil des Abends öffnen sich dann erstmalig in diesem Jahr die Vorhänge beim Berliner IUFF und geben die Leinwand frei für die Schweizer Produktion Lucens von dem Regisseur Marcel Barelli (2015). Der Kurz-Trick-Film (7 min.) behandelt die Geschichte des ersten, aber auch des letzten schweizerischen Atomkraftwerks. (OmU)

Im Anschluss folgt der Dokumentarfilm Als die Sonne vom Himmel fiel. Bei dem Filmprojekt aus dem Jahr 2015 führte Aya Domenig Regie. In der 78 minütigen Dokumentation geht es um die Suche nach der Vergangenheit ihres Großvaters. Er hat sich nie zu den Erfahrungen geäußert, die er nach dem Abwurf der Atombombe, 1945 als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gemacht hat. Bei ihrer Recherche trifft die Regisseurin auf einen ehemaligen Arzt und eine Krankenschwester, die damals ähnliches durchleben mussten wie ihr Großvater. Nach und nach ergibt sich ein Bild dessen, von dem ihr Großvater nie sprach. Mit der Atomkatastrophe vom 11. März 2011 in Fukushima nimmt ihre Suche eine unerwartete Wendung. (OmU)

Wer nicht bis Mittwoch warten möchte, kann bereits heute in das Zeiss Großplanetarium an der Prenzlauer Allee 80 pilgern. Dort findet um 19 Uhr die Eröffnung der IPPNW-Fotoausstellung Hibakusha Weltweit statt (Der Eintritt ist frei). Gezeigt werden Aufnahmen, wie die unsachliche Handhabung von 19 Gramm Cäsium-137 einen Stadtteil und Hunderte von Menschen verstrahlten und zudem 6000 Tonnen strahlenden Abfall erzeugten. Odesson Alves Ferreira, der brasilianische Ehrengast des Film Festivals, wird ebenfalls vor Ort sein. Er ist Sprecher und bis vor kurzem langjähriger Präsident der Vereinigung der Cäsium-Opfer von Goiânia (AVCésio). Odesson selbst wurde durch das hochradioaktive Cäsium-137 stark verstrahlt und lebt seitdem mit den Folgen. Er wird das Uranium Film Festival Berlin und die Ausstellung über den Goiânia-Unfall über den gesamten Zeitraum mit begleiten.

Jutta Wunderlich IUFF
Jutta Wunderlich, Leiterin des IUFF Berlin

Im Zeiss Großplanetarium, das als zusätzlicher Veranstaltungsort für das Festival hinzugewonnen werden konnte, findet nicht nur Eröffnung der IPPNW-Fotoausstellung statt, sondern auch die ICBUW-Sonderveranstaltung am Freitag – mit Filmen und einer Podiumsdiskussion über Uranwaffeneinsatz: Umweltzerstörung durch Krieg (vom Balkan bis Nahost)

Weitere Festival Filme sind unter anderem die japanische Produktion Nuclear Cattle (Radioaktive Rinder) aus dem Jahr 2016. Die Regie bei dem 98 minütigen Dokumentarfilm, der auf japanisch mit deutschem Untertiteln gezeigt wird, führte Tamotsu Matsubara.

Eine von insgesamt sechs Deutschland-Premieren, die auf dem Festival gezeigt werden, stellt der dokumentarische Spielfilm All That Remains (Alles was bleibt, 2016) dar. Bei dem Film aus Großbritannien führten Ian & Dominic Higgins Regie.

Das Festival-Programm ist abrufbar unter:
http://uraniumfilmfestival.org/de/programm-berlin-2017

Bislang begeisterte das Internationale Uranium Film Festival Zuschauer in Hollywood, New York, Rio und zahlreichen anderen Orten auf dieser Welt.

Eröffnung: Mittwoch 11.10.2017
Beginn: 18 Uhr
Ort: Kino in der Kulturbrauerei

Vorverkauf im Kino
Einzelticket: 7 Euro – Ermäßigt Schüler/Studenten/Behinderte 5 Euro (nur an der Abendkasse)
Festivalpässe für 1 Tag: 10 Euro
Festivalpässe für alle Tage: 40 Euro

Kartenreservierung
Telefon: 0172-8927879
uraniumfilmfestivalberlin@gmx.de

http://uraniumfilmfestival.org/de
http://www.lucensfilm.blogspot.ch/
https://www.alsdiesonnevomhimmelfiel.com/

IPPNW – Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
ICBUW – International Coalition to Ban Uranium Weapons (Internationale Koalition zur Ächtung von Uranwaffen)




Das 5. Internationale Uranium Film Festival 2016 in Berlin

Seit dem das Internationale Uranium Film Festival 2011, kurz vor dem Atomunfall in Fukushima, in Rio de Janeiro gegründet wurde, ist weltweit ein Filmfestival nach dem anderen unter dem Motto „Ein Projekt gegen das Vergessen“ entstanden. Mittlerweile gibt es das alljärlich stattfindende Festival nicht nur in Rio de Janeiro, sondern es war auch schon in Washington, Neu Delhi, New York, Mumbai, Lissabon, Muenchen, Berlin und anderen ausgesuchten Standorten präsent. Vom 28. September bis 2. Oktober ist das Uranium Film Festival wieder bei uns in Berlin zu Gast. Eröffnet wird das Festival um 18 Uhr mit der Präsentation der Fotoausstellung „Tschernobyl 30 Jahre danach“ mit dem Photographen Pierpaolo Mittica. Im Anschluss daran richtet um 19 Uhr unter anderem Klaus Mindrup (MdB) seine Grußworte an die Veranstalter, Organisatoren und anwesenden Gäste bevor der Eröffnungsfilm THE IDEALIST – Geheimakte Grönland den Auftakt bildet. Der Film dokumentiert den Absturz eines mit Atombomben beladenen US-B52-Bomber im Januar 1968 über dem dänischem Hoheitsgebiet in Grönland. Nach den Monate dauernden Aufräumarbeiten sind das Flugzeugwrack sowie das mit Plutonium kontaminierte Gletschereis beseitigt und der Fall wird zu den Akten gelegt. 18 Jahre später entdeckt der Radioreporter Poul Brink, dass viele der an den Aufräumarbeiten beteiligten Männer schwer erkrankten. Brink beginnt zu recherchieren und stößt auf noch viel größere Ungereimtheiten. Obwohl mit Drohungen konfrontiert, lässt er sich nicht von seiner Arbeit abbringen…

Das Festival Kino in der Kultur Brauerei in Prenzlauer Berg zeigt Filme aus aller Welt zu Atomkraft und radioaktiven Gefahren. Themen sind in diesem Jahr: 5 Jahre Fukushima, 30 Jahre Tschernobyl, 50 Jahre Atombomben-Unfall Palomares. Insbesondere der Fall über die atomare Verseuchung der südspanischen Gemeinde Palomares dürfte den Leserinnen und Lesern vom Kreuzberger bekannt vorkommen. Wir berichteten in der Ausgabe 30 (Mai/Juni 2014) unter dem Titel „Broken Arrows – die Geschichte der verlorenen Atombomben“ über den sorglosen Umgang mit Atomwaffen und deren Folgen – unter anderem sind bis heute noch immer vier Atombomben verschollen und liegen auf dem Grund der Meere bzw. Ozeane. Der Film über das Palomares Unglück läuft am 29. September um 20 Uhr unter dem Titel „Operation Gebrochener Pfeil. Atomunfall in Palomares“ (Originaltitel: „Operación Flecha Rota. El Accidente Nuclear de Palomares“).

Darüber hinaus präsentiert das „Globale Filmfestival des atomaren Zeitalters“ bis zum 2. Oktober weitere interessante und spannende Filme, die es in diesem Umfang nirgendwo sonst zu sehen gibt.

www.uraniumfilmfestival.org/




Deepwater Horizon – 5 Jahre danach

Vor über 5 Jahren, am 20. April 2010 explodierte die Bohrinsel Deepwater Horizon des Ölkonzerns BP im Golf von Mexiko und brannte über 36 Stunden bis sie in den Fluten versank. Die Bilder von ölverschmierten Vögeln und Fischen gingen um die Welt und über 1.000 Kilometer Küste wurden verseucht. Bis heute sind die Auswirkungen dieser Katastrophe vor Ort allgegenwärtig und die Langzeitschäden für die Umwelt nicht wirklich abzusehen. Mit chemischen Substanzen wurde versucht der Lage Herr zu werden – erfolglos. Die über 700 Millionen Tonnen Öl, die durch dieses Ereignis unkontrolliert freigesetzt wurden, verschwanden zwar von der Wasseroberfläche, jedoch nur, um sich in tiefere Regionen abzusetzen und dort unbeobachtet zu verteilen. Zudem traten 500.000 Tonnen Methangas aus. Es dauerte schlussendlich 87 Tage, bis die Quelle am Meeresgrund verschlossen werden konnte. Noch heute klingen die Aussagen des damaligen BP-Chef Tony Hayward nach, der in den Wochen nach dem Unglück äußerte »Womit haben wir das verdient?«. Für die betroffenen Menschen, die an der Küste lebten und ihren Lebensunterhalt mit dem Fang von Meerestieren bestritten, muss es wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein als Hayward zudem äußerte »Ich will mein Leben zurück«.

In dem Fünfjahresbericht, der nun veröffentlicht wurde heißt es, dass der Golf zu den Bedingungen zurückkehre, die vor der Ölpest herrschten. Der Rat der Umweltbehörde NOAA und EPA, den Innen- und Landwirtschaftsministerien sowie den fünf betroffenen Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas intervenierten, dass es seitens BP unangemessen und voreilig sei, Schlussfolgerungen über die Folgen der Verschmutzung zu ziehen, bevor die Beurteilung abgeschlossen ist. Insbesondere nach Stürmen werden immer wieder Teerklumpen an Land gespült. Und so wird es noch Jahre dauern, bis an den betroffenen Küstenabschnitten annähernd von einer »Normalität« die Rede sein kann. Für die Meeresbewohner werden die Auswirkungen noch eine längere Zeit spürbar sein.

2014 wurden in den betroffenen Regionen eine vierfache Zahl toter Delphine registriert, die unter anderem an Lungenkrankheiten, Zahnausfall und Nierenproblemen verendet sind – Ursachen, wie sie nach dem Kontakt mit Öl auftreten. Insgesamt verendeten 1.300 Delphine qualvoll. Neben den ökologischen Folgen, hat das Unglück auch ökonomische Folgen für die Menschen vor Ort. Familienbetriebe, die vom Fischfang leben, mussten den Betrieb einstellen oder kämpfen immer noch um das Überleben. Einige von ihnen haben Vereinbarungen mit dem Konzern unterzeichnet und sich somit jeder weiteren Möglichkeit der Schadensersatzforderung beraubt. Bislang wurden die Kosten der Katastrophe für BP mit 14,3 Milliarden US-Dollar beziffert, wobei diese für das Unternehmen in Zukunft noch deutlich höher ausfallen können. Dieser Umstand dürfte für BP jedoch keine finanzielle Not darstellen, da das Unternehmen in den Jahren 2011 bis 2014 Gewinne von 63 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet hat. Es läuft somit alles weiter wie gehabt – bis zur nächsten, übernächsten und den darauf folgenden Umweltkatastrophen. The show must go on für das Wirtschaftswachstum.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Dossier »Ökonomie mit Energie« vom 21. Januar 2015 herausgegeben vom Handelsblatt:

 




Broken Arrows – Die Geschichte der verlorenen Atombomben

Jeder von uns kennt die Situation, dass man den Schlüssel oder das Portemonnaie verlegt hat und man verzweifelt danach suchen muss um es wieder zu finden. Im Kalten Krieg gab es ganz ähnliche Situationen, nur dass es damals wie heute nicht um einen verwundenen Bund Schlüssel oder ein mit Bargeld und wichtigen Papieren gefülltes Portemonnaie ging und geht, sondern um nichts geringeres als Atombomben, die sich unkontrolliert auf Abwegen befanden und zum Teil immer noch befinden.

Seit Beginn des Kalten Krieges gab es 1.200 zum Teil schwere Zwischenfälle mit Atombomben. Nun fragt man sich: Wie kann man eine Atombombe verlieren? Noch unverständlicher wird es, wenn man zudem weiß, das nach offiziellen Angaben insgesamt 30 Atombomben verloren gegangen sind, von denen elf bis zum heutigen Tag nicht wieder aufgetaucht sind. Nun erscheint die Anzahl nicht enorm, wenn man bedenkt, dass im Kalten Krieg insgesamt 60.000 Sprengköpfe zur gegenseitigen Vernichtung bereit gehalten wurden.

Das Pentagon bezeichnete Unglücksfälle mit Kernwaffen als »Broken Arrows«. Einer der ersten Vorfälle mit einer Kernwaffe, der auf einer Liste steht, die 1980 vom Penrtagon veröffentlicht wurde, war der aus dem Jahr 1950. Damals war ein B-36 Bomber vor der Westküste der USA unterwegs, als der Pilot Feuer in einem seiner Triebwerke meldete. Die Bombe warf er über dem offenen Meer ab, die Crew konnte sich mit einem Absprung aus der Maschine retten und das Flugzeug zerschellte in einer kanadischen Gebirgsregion. Von der Bombe fehlt bis heute jede Spur.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 5. Februar 1958. Damals führten mehrere B-47 Bomber ein Manöver durch, bei dem das Ziel genaue Abwerfen von Bomben trainiert wurde. Zeitgleich führte eine Flugabwehrstaffel ein Manöver zur Abwehr von feindlichen Bombern durch, die die USA versuchten anzugreifen. Als Gegner dienten die B-47 Bomber. Nachdem das Manöver der B-47 Bomber beendet war flog Clarence Steward, Pilot einer der F-86 Abfangjäger, den B-47 Bomber von Pilot Howard Richardson an, um ihn als gegnerisches (Übungs-)Ziel zu eliminieren. Da sein Radargerät defekt war kam er dem B-47-Bomber zu nah und beide Maschinen kollidierten. In einem Feuerball stürzte der Abfangjäger zu Boden. Steward konnte sich noch rechtzeitig mit einem Notaustieg in Sicherheit bringen und Überlebte den Vorfall. Die Atombombe fiel vor der Küste Georgias in den Atlantik – und dort liegt sie noch heute.

Ebenfalls in den späten 50er Jahren zielte ein verzweifelter Wachmann, der eigentlich die Atombombe vor Fremdeinwirkung schützen sollte mit seinem Gewehr auf den Zündmechanismus der Bombe und drohte damit abzudrücken. Er tat es nicht, aber dieser Vorfall zeigte eindeutig, dass der Umgang mit Atomwaffen schärfere Sicherheitvorkehrungen notwendig machte. Kurz darauf wurde die »Zwei-Personen-Regel« eingeführt, die sicher stellen sollte, dass wenn einer der beiden Verantwortlichen durchdreht, ein anderer vor Ort ist, der ihn davon abhalten kann, die Bombe zu zünden. Seit dem gibt es auch ein jährlich stattfindendes Auswahlverfahren. Die erschreckende Erkenntnis, die das PRP-Program zu Tage beförderte, hatte zur Folge, dass jedes Jahr von 100.000 Mitarbeitern, die mit Atombomben zu tun hatten 5.000 von ihren Positionen aufgrund mangelnder Eignung abgezogen wurden.

Damit ist die Gefahr jedoch noch längst nicht gebannt. Bei einem Pressetermin, zu dem das Verteidigungsministereium geladen hatte, sagte ein Soldat den Reportern, dass er die Zwei-Personen-Regel, nach der zwei Personen mit jeweils einem Schlüssel gleichzeitig zwei entfernt voneinander liegende Schlösser betätigen müssen um einen Raketenstart herbeiführen zu können ein Mythos ist. Mit einem Stück Schnur und einem Löffel könne er diese Sicherheitsvorkehrung ganz einfach umgehen. Ganz einfach lässt sich auch die Funktionsweise einer Atombombe erklären: Die Zündung kann mit zwei Methoden herbeigeführt werden. Bei der Gun-Design-Methode, die bei der Hiroshima-Bombe angewandt wurde, schießt eine konventionelle Sprengladung einen für sich allein unterkritischen Kernsprengstoffkörper auf einen zweiten ebenfalls unterkritischen Kersprengstoffkörper. Durch diesen Vorgang werden beide Teile zu einer überkritischen Masse zusammengeführt und es kommt zur Explosion. Bei der zweiten Methode, der Implosion, ist das spaltbare Material in einer Hohlkugel eingeschlossen und von konventionellem Sprengstoff umgeben. Bei der Zündung des Sprengstoffs wird das spaltbare Material für den Bruchteil einer Sekunde so fest zusammengepresst, wodurch sich dessen Dichte erhöht und die atomare Kettenreaktion ausgelöst wird.

Die Folgen einer Atombomben-Explosion sind bekannt. In Hiroshima starben mindestens 140.000 Menschen durch die Explosion einer 13 kT TNT-Äquivalente Sprengkraft, die Atombomben aus heutiger Zeit besitzen ein TNT-Äquivalent von mehreren hundert Kilotonnen bis 1,2 Megatonnen. Die größte jemals getestete Wasserstoffbombe wurde 1961 von der UdSSR gezündet und hatte etwa 50 Megatonnen TNT-Äquivalent. Ganz ohne Physik und Formeln lässt es sich dann doch nicht erklären. 1 Kg TNT entsprechen 4,184 MJ (Mega Joule).

Damit nicht der Gedanke aufkeimt, dass vor der eigenen Haustür zum Glück nie etwas passiert sei, hier ein Beispiel aus dem Jahr 1966. Am 16. Januar 1966 stürzte ein B-52 Bomber, beladen mit vier Wasserstoffbomben in unmittelbarer Nähe des Dorfes Palomares/Spanien ab. Beim Aufprall der Maschine explodierten die Zünder der Bomben und setzten nukleares Material frei. Eine der Wasserstoffbomben fiel jedoch vor der Küste ins Mittelmeer und versank. Der Fischer Pablo Orts war der einzige, der wusste, wo die Bombe lag. Anhand von drei Bezugspunkten führte er die Bergungsmannschaft, die aus siebenhundert Personen bestand zur Absturzstelle. Dennoch dauerte es ein halbes Jahr, bis die Bombe geborgen werden konnte. Das verseuchte Erdreich vom Festland wurde auf Kosten der Amerikaner abgetragen und entsorgt. Für den Verdienstausfall der Bauern und Fischer kam die US-Regierung jedoch nicht auf. Zu dem Unglück kam es weil bei der Betanken vom B-52-Bomber in der Luft das Heck auf Grund eines Konstruktionsfehlers abbrach und der Bomber durch den dadurch hervorgerufenen Auftrieb vonunten gegen das Heck der Tankmaschine schlug. Beide Flugzeuge explodierten und stürtzten ab. Die Besatzung vom Tankflugzeug kam ums Leben, die Besatzung vom B-52 Bomber konnte sich retten.

Im Gegenzug zu den geschilderten Vorfällen mutet der Fall aus dem August 1962 fast harmlos an. Damals war ein B-52 Bomber bei einem Kontrollflug über Grönland und entlang der kanadischen Küste Tausende Kilometer vom Kurs ab und drang tief in den Sowjetischen Luftraum ein. Als die Besatzung den Fehler bemerkte kehrte sie unverzüglich um. So harmlos dieser Vorfall auch scheinen mag, im Kalten Krieg hätte ein mit Atombomben beladener B-52 Bomber im Luftraum der Sowjetunion eine größere Katastrophe nach sich ziehen können, als jeder andere »Broken Arrow«

Aber nicht nur in der Luft kam es zu schwerwiegenden Vorfällen, auch am Boden sind Atombomben und deren Technik nicht ungefährlicher zu handhaben.

In Arkensaw kam es 1980 zu einem Vorfall, bei dem eine Rakete in dem Silo explodierte. Zuvor hatte ein Handwerker ein Werkzeug fallen lassen, das einen Treibstofftank beschädigte. Acht Stunden danach kam es zu Explosion. Dabei wurde der 740 Tonnen schwere Silo-Deckel fort geschleudert und den Atomsprengkopf fand man einige hundert Meter entfernt in einem Graben liegend.

Im Juni 1980 kam es innerhalb von drei Tagen zu zwei ernsten Zwischenfällen bei denen die Computer massive Angriffe sowjetischer Raken anzeigten. Nur der geistesgegenwärtigen Haltung aller Beteiligen ist es zu verdanken, dass kein Gegenschlag und somit ein Dritter Weltkrieg ausgelöst wurde. Grund für die Fehlermeldung der warnsysteme war ein Computerchip im Wert von 46 Cent!

Die einstimmige Meinung der Experten lautet: »Dass nichts passiert ist, ist ein Wunder.« Das Pentagon hingegen verharmlost diese Vorfälle mit der Aussage: »So lange die Bombe nicht aktiviert ist, kann nur der Sprengstoff explodieren«.

Seit der Beendigung des Kalten Krieges wurden 90 Prozent der atomaren Sprengköpfe abgebaut. Dennoch, die noch vorhandenen 2.500 Sprengköpfe haben eine Vernichtungskraft, die der von Hiroshima 50.000 Mal entspricht. In Hiroshima kamen 180.000 Menschen ums Leben. Der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert S. McNamara, der während seiner Amtszeit einen Atomschlag durchaus als »Option« bezeichnet hatte, sagt heute: »Die Kombination aus menschlicher Fehlbarkeit und Atomwaffen wird zwangsläufig zur Vernichtung von Nationen führen. Deshalb müssen wir abrüsten.«

Geschrieben von Olly

Quelle für diesen Bericht war u. a.: ZDF History – Das Geheimnis der verlorenen Atombomben von Athur Kent, 2007




Ausgleichsscheiße

Es gibt Ausgleichszahlungen, Ausgleichsmasse, Ausgleichsmandate, Ausgleichsbehälter und ein Ausgleichsleistungsgesetz. Dazu passen gibt es nun auch den Begriff: Ausgleichscheiße. Dieser Begriff umschreibt die Hinterlassenschaften unserer vierbeinigen Freunde, genauer gesagt umschreibt er ein Beseitigungsarrangement der Hinterlassenschaften.

Oft genug kommt es vor, dass Hunde unbemerkt vom Halter ihre Notdurft auf unübersichtlichen Wiesen verrichten. Im Herbst, wenn die Bäume ihre bunte Pracht abwerfen, ist es besonders tückisch. Stets ist der verantwortungsbewusste Hundehalter auf der Suche nach dem Haufen Elend in das niemand gerne hereintritt, auch wenn es dem Sprichwort nach Glück bringt. Nun beobachtete ich eines schönen Tages einen Hundehalter wie er unter den zum teil kritischen Blicken – Wir er ihn finden, den Haufen? – der anderen Anwesenden, zum Teil nicht Hundehalter verzweifelt nach den Hinterlassenschaften seines Hundes suchte. In seiner Verzweiflung nahm er einfach den Haufen eines anderen Hundes. Da er sah, dass die kritischen Beobachter bemerkte hatten, dass das nicht der Haufen war den sein Hund gesetzt hatte

Wenn man den eigen Haufen nicht finden kann, gibt es ausreichend Ersatz der zum Ausgleich dafür entfernt werden kann – Ausgleichsscheiße eben.




The winner is….

Monsanto! Na, wer hätte das gedacht, der »World Food Prize 2013« geht an Monsanto und Syngenta, die sich mit Gift, Genen und »kriminellen« Aktionen den Nahrungsmittelmarkt aneignen wollen. Nachdem schon der Friedensnobelpreis mit Obama und der EU zur Lachnummer mutiert ist, können wir nun auch diesen »Oscar« der Lebensmittelbranche direkt in die gelbe Tonne treten. Doch »Der Kreuzberger« meint, wer so viele Millionen wie Monsanto in die Stiftung pumpt die den Preis vergibt, der hat es dann auch redlich verdient. Also, herzlichen Glückwunsch an die »Kolonialherren« der Lebensmittelbranche!

Geschrieben von bookfield




Leergefischt oder kein Fisch für Käpt´n Iglo

Wer am Strand sitzt und in die schier endlosen Weiten der Meere und Ozeane schaut, würde nicht vermuten, dass solch eine Größe in Gefahr sein kann. Die Dimension scheint für uns Menschen zu riesig und doch wird unter der Oberfläche ein erbarmungsloser Kampf geführt. Weit weg von den Küsten betreiben die Menschen Raubbau an den Lebewesen die das Meer beherbergt in einem Ausmaß, dass sie keine Chance mehr haben sich zu regenerieren.

Wir müssen uns mit einem Fakt auseinandersetzten, dass wenn in der gleichen Intensität weiter gefischt wird, die Bestände weltweit Mitte dieses Jahrhunderts kollabiert sein werden. Dies ist kein Horrorszenario, sondern die logische Auswertung der empirischen Daten, wie sie von allen Experten unisono bestätigt werden. Der Streit, der zu Zeit noch besteht ist, ob schon 70 Prozent oder schon 90 Prozent verbraucht wurden. Am klaren Trend jedoch, gibt es keine zwei Meinungen. Wer immer noch fragt, wo all die Fische hin sind, dem kann man einfach zurufen, WIR HABEN SIE GEGESSEN! Doch wie in vielen anderen Bereichen auch, wird trotz aller Warnungen weitergemacht und der Kampf um die Anteile an den letzten Beständen ist in vollem Gange. Wir werden uns darauf einstellen müssen, Fisch als Nahrungsquelle zu verlieren. Wir sind an einem Punkt gekommen, an dem die nachwachsenden „Rohstoffe“ eben nicht mehr nachwachsen können, da wir bei weitem mehr verbrauchen und den Populationen keine Möglichkeiten mehr geben, sich zu stabilisieren, geschweige denn zu regenerieren. Die Weltflotte könnte die Menge an Fisch, um das vierfache überfischen. Haben wir wirklich gedacht, wir könnten ewig so weiter machen und alle Lebewesen aus dem Meer endlos im Übermaß nutzen? Uns wird nun die Erkenntnis aufgezwungen, dass die Meere nicht unerschöpflich sind. Die Folgen unseres Handelns rücken somit greifbar an uns heran und sind nur noch einen Steinwurf von der eigenen Gegenwart entfernt. Die Kinder die wir heute im Sandkasten sitzen sehen, dürfen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tod der Weltmeere am eigenen Leib erleben und vielleicht fragen sie ihre Eltern: „WARUM habt ihr nichts getan?“ Trotz diesem Wissen steuern wir weiterhin unbeeindruckt in das ozeanische Desaster. Die Menschheit führt Krieg, der Gegner ist die Erde mit all ihren Lebewesen und es gibt keinen Zweifel, dass wir ihm meilenweit überlegen sind. Mit unbeschreiblicher Brutalität, beuten wir unseren Planeten aus und zerstören Leben, ob Tiere oder Pflanzen, ohne die Folgen und die Dimension wirklich zu begreifen. Die Weltmeere, die Wiege allen Lebens mit all ihrer Vielfältigkeit, Schönheit und ihrem schier unermesslichen Reichtum an Arten scheint dem Tode geweiht, wenn wir nicht schleunigst den Fakten Tribut zollen. Der Weltraum ist besser erforscht als die Tiefsee, doch noch bevor wir wissen was sie in sich beherbergt, werden wir sie zerstört haben, ohne nur die geringste Ahnung zu haben, welche Folgen dies nach sich zieht.

Der Fokus liegt in diesem Artikel auf dem Fischfang, vergessen sollte wir jedoch nicht, dass parallel die Meere als Müllkippe genutzt werden, allein der Plastikmüllberg im Pazifischen Ozeanstrudel, einer der fünf großen zirkulierenden Meeresströmungen, ist auf die Größe von Mitteleuropa angewachsen, mit einem Gewicht von zirka drei Millionen Tonnen und übertrifft die Menge des Planktons um das sechsfache, Tendenz steigend. Nebenbei wird Giftmüll verklappt und durch austretendem Öl aus Plattformen und Tankerunglücken ( zwischen 1963-1996 allein 686 Tanker) zusätzlich verseucht. Allein in der Nordsee stehen über 900 Öl-, Gas- und Versorgungsplattformen die den Meeresboden auf einer Fläche in der Größe vom Saarland in schwarze Schlammwüsten verwandelt haben (Quelle: Greenpeace). Die Weltmeere werden mit Sonar beschallt (mit bis zu 220 db, um dies einordnen zu können, 110 db ist die absolute Schmerzgrenze beim Menschen, ein Anstieg um 10 db heißt jedes Mal eine Verdoppelung der Lautstärke, sprich bis 220 db hat sich der Wert der Schmerzgrenze elf Mal mal hintereinander verdoppelt). Das nicht mehr Wale und Delphine mit blutigen Gehörgängen an die Küsten gespült werden, verwundert, aber vielleicht sinken sie einfach nur Tod auf den Meeresgrund. Laut Greenpeace überstieg die Radioaktivität des Meeresboden vor La Hague das 3900-fache des Normalwertes. Der Quecksilbergehalt im Walfleisch lag teilweise 5000-fach über dem Grenzwert. Hinzu kommen Chemikalien, speziell aus der Textil und Pharmaindustrie, diese greifen in die Genetik des Lebens ein und produzieren heute schon Multiresistente Viren und Bakterien und verändert die Fortpflanzung und Geschlechter, die Liste ließe sich endlos fortführen. Wir sollten uns zudem bewusst machen, dass der Klimawandel tiefe Einschnitte in unsere herkömmliche Nahrungsbeschaffungsstrukturen verursachen wird. Böden versanden oder werden weggespült. Nahrungsmittel werden während der Veränderung von Klimazonen knapp werden, nur das wir dann schon eine Resource, eine der kostbarsten Lebensmittelquellen der Erde, die als Puffer hätte dienen können verbraucht ist, freilebender Fisch!!!!

Die Leistungsfähigkeit unserer Fischerei, übertrifft bei weitem unsere Fähigkeit, uns zu beherrschen, so beschrieb ein Umweltexperte das Dilemma. Eine kleine Clique, die sich in multinationalen Konzernen und Politik tummelt entscheiden über ganze Ökosysteme. Diesen terroristischen Akt (wie soll man es anders nennen), wird von einer Minderheit umgesetzt und sie sind bereit das Welterbe aller Menschen, allein aus Profitinteressen zu vernichten. Ein Artensterben ungeahntem Ausmaßes rollt auf uns zu, fast unbemerkt, aber kontinuierlich und die Zentralen der Macht schweigen oder beteiligen sich daran. Zu selten dringen die Appelle der Forscher zu den Bevölkerungen durch. Unwissenheit wird gezielt als Waffe von den Regierungen eingesetzt und die Medien versagen, wie so oft unter dem Druck von Abhängigkeiten und Lobbyisten, selbst in Ländern wie Deutschland, die selbstherrlich von Pressefreiheit schwatzen.

Wenn wir im Urlaub, an den Küsten dieser Welt, in den kleinen Häfen herum schlendern und voller Romantik die bunten Fischerboote betrachten, bekommen wir leider einen falschen Eindruck, was sich draußen auf der offenen See wirklich abspielt. Industrielle Fangflotten, riesige Schiffsfabriken treiben nämlich dort, weit weg von störenden Blicken ihr Unwesen, um den erbarmungslosen Hunger der Menschen zu stillen und es geht um Geld, um sehr viel Geld. Ihre Waffen sind Netze, Hacken und modernste Technik, um auch den letzten Fisch noch zu orten. Damit diese Hightech Industrie besser verständlich wird und die Dimension dahinter begreifbarer, ein paar Beispiele. Die heute verwendeten Schleppnetze haben teilweise ein Ausmaß, dass bis zu 13 Jumbojets darin Platz finden können, ihnen entgeht nichts. Jedes Jahr werden bei der Langleinenfischerei 1.400.000.000 Hacken ausgeworfen, die Gesamtlänge könnte die Erde 550 mal umrunden. Grundschleppnetze durchpflügen Gebiete des Meeresbodens im wahrsten Sinne, denn es ist vergleichbar, wie wenn man an Land ein Feld sieben Mal umpflügen würde und jeder kann nun selbst erahnen was auf einem Feld wächst, was sieben Mal umgepflügt wurde, NICHTS! Zurück bleibt ein Schlachtfeld aus Pflanzenteilen, zerstörte Korallen usw. Es gibt Regionen im Meer, die auf den Entwicklungsstand von vor 5000 Jahren zurück katapultiert wurden.

Pro Jahr werden ungefähr 150 Millionen Tonnen Fisch „erzeugt“, durch Fischfang und Aquakulturen, davon sind 110 Millionen Tonnen für den Menschlichen Verzehr bestimmt. Dies ist jedoch nur der Anteil der an Land gebrachten Fische. Ein großes Problem besteht jedoch zusätzlich, durch den Beifang, der noch auf offener See Tod ins Meer zurück geschmissen wird. Genaue Zahlen gibt es darüber leider nicht und ist auch Regional unterschiedlich. In der Nordsee bewegt er sich laut Schätzungen der EU zwischen 40-60 Prozent des Fanges. Greenpeace verdeutlichte dieses anhand von Beispielen anschaulich. Für ein Kilo Shrimp sterben bis zu zwanzig Kilo andere Meereslebewesen, bei der Seezunge kommen auf ein Kilo, um die sechs Kilo Beifang. Es gibt Regionen da liegt er sogar bei 70-85 Prozent des Fanges. Es werden zudem Fische über Bord geschmissen, die nicht den gewünschten Preis bringen, um so schon auf hoher See Platz zu schaffen, für Arten die lukrativer für den Verkauf sind. Das ist mutwilliger, gedankenloser Mord an Lebewesen Der Beifang ist auch für die zahlreichen Zahnwalarten ein Problem, wie Tümmler, Schweinswale oder Delfine. Der WWF erklärt in einer Studie, dass heute bis zu 86 Prozent der 72 Zahnwalarten bedroht sind. Obwohl sie von der kommerziellen Jagt geschützt sind, verenden jährlich mehr als 300.000 Kleinwale in den Fischernetzen dieser Welt. Schon 2003 wurden jegliche Arten von Fischen und Meerestieren, die für den Verzehr durch den Menschen bestimmt waren, einem kollabierten Status zugeordnet.

Aber auch die Aquakulturen sind keine Alternativen, denn dort werden in der Regel Raubfische (z.B. Lachs) gezüchtet. Somit Fische, die in der Nahrungskette weit oben stehen. Dies hat zur Folge, dass inzwischen selbst die kleinen Fische Ziel der Fischereiflotten geworden sind, um als Futtermittel für die Zucht zu dienen. Für diese Art der Züchtung werden mehr Fische verbraucht, als sie als Nahrung wieder hergeben z.B. benötigt man für ein Kilo Lachs, fünf Kilo Sardellen. Mal abgesehen davon, dass Sardellen für den Menschen gesünder sind als Lachs. Würde man dieses Modell auf das Festland übertragen, würden Tigerfarmen aufgebaut werden, für die man den Bestand an Rehen in den Wäldern wegfängt. Der Hunger der Aquakulturen ist ungebrochen und Südamerika ist einer der größten Hersteller von Fischmehl als Futtermittel. Für die Produktion von einer Tonne Fischmehl werden 4,5 Tonnen Sardinen verbraucht. Es werden sechs Millionen Tonnen Fischmehl pro Jahr weltweit umgesetzt, davon allein produziert Peru 1,5 Millionen Tonnen für den Export. Die Abfälle die bei der Verarbeitung anfallen werden einfach ins Meer zurück gepumpt, es gibt in Peru Regionen bei der sich diese Abfälle in einer Höhe von zwei bis acht Metern als Schlamm in den Buchten angesammelt haben und die komplette Flora und Fauna zerstören. Nur ein paar Monate, wenn die großen Sardinenschwärme an den Küsten Südamerikas vorbeiziehen laufen die Fabriken auf Hochtouren und die Fangflotte nehmen sich was sie kriegen. Doch die kleinen Fische fehlen in der Nahrungskette anderer Tiere. Vögel und Seelöwen, obwohl sie weiter südlich in Schutzgebieten leben und angewiesen sind auf diese Nahrungsquelle gehen immer öfter auf Jagt leer aus. Welche Folgen und Massensterben dies zur Folge haben könnte, werden wir in Zukunft beobachten können.

Auf die erschreckenden Zahlen, müssen nun langsam Handlungen folgen. Beispiele wie in Neufundland, einmal eines der reichsten Kabeljaugebiete, die so massiv überfischt wurden, dass 1992 ein komplettes Fangverbot ausgesprochen wurde und mehr als 4.000 Fischer über Nacht arbeitslos gemacht hat, sollten zum Nachdenken anregen. Zumal der Bestand bis heute, mehr als zwanzig Jahre später, sich immer noch in einem katastrophalen Zustand befindet und es keine Anzeichen der Erholung gibt. Die alten Seefahrermythen, dass man auf dem Kabeljau über das Meer laufen konnte, werden nur noch als Legende weiterleben müssen.

Der blaue Thunfisch scheint der nächste in der Reihe. Für sein exzellentes Fleisch wird er geliebt und zu Höchstpreisen verkauft. Letztes Jahr wurde ein Exemplar für 400.000 US-Dollar verkauft, wie kann er da eine Chance haben. Fischfangexperten schlagen eine Fangmenge von 15.000 Tonnen für den blauen Thun vor, um den Kollaps zu vermeiden, um die Population langsam wieder aufzubauen dürften nicht mehr als 10.000 Tonnen gefangen werden. Jetzt schon sind die Fangmengen um 80 Prozent zurückgegangen und dennoch beschließen die EU Minister Fangquoten von 29.500 Tonnen, also doppelt soviel um den Kollaps zu vermeiden. Wenn man dann noch bedenkt, dass ungefähr 60.000 Tonnen illegal gefischt werden, scheint der Exodus die logische Konsequenz. Wie Kapitalismus auf solche Szenarien reagiert sieht man auch gut bei Mitsubishi. Sie kaufen den blauen Thun im großen Stil aus Atlantik und Mittelmeer auf, bis zu 60 Prozent des gefangenen Bestandes und frieren ihn ein. Schon jetzt besitzen sie geschätzte 60.000 Tonnen und warten wahrscheinlich auf die Ausrottung, um ihn dann zu Höchstpreisen zu verkaufen, so was nennt man wohl eine gute Investition.

Die westlichen Industriestaaten sind gefordert, Sie sind es, die die Fangrechte bei den meist korrupten ärmeren Länder erwerben, wie in Westafrika und anderswo und zerstören damit die traditionelle Fischerei, die keine Hoffnung mehr hat zu bestehen und immer mehr Afrikaner daher ihr erzwungenes „Glück“ in Europa suchen. Für über eine Milliarde Menschen ist Fisch der Hauptbestandteil der Nahrung und wir fressen ihnen ihre Lebensgrundlage weg. Wir sind Teil der Hauptverursacher der Katastrophe, somit liegt es an uns wie die Erde sich entwickeln soll. Ohne Druck auf die Politik wird nichts geschehen. Es gibt 4.000 Meeresreservate die jedoch nur 0,6 Prozent der Weltmeere ausmachen, der Rest darf überfischt werden. Es werden weltweit 15 -30 Milliarden US-Dollar für Subventionen ausgegeben, doch wird damit nur die Ausrottung der Fische finanziert. Fachleute haben errechnet, wie teuer eine Weltweite Überwachung der Fangflotten kosten würde, es wäre genau der Betrag der Subventionen. Es gibt somit kein Argument fürs Nichthandeln.

Verschiedenste Modelle für nachhaltige Fischerei liegen auf den Tisch, um die Vielfalt der Arten zu erhalten. Selbst für die Aquakulturen auf See gibt es Alternativen, wie z.b. in Holland bei denen Firmen mit Süßwasserfischen arbeiten. Die Sorte heißt Claresse und benötigt ca. 700 Gramm Nahrung für ein Kilo Fisch. Sie ist ein Allesfresser und verträgt sogar pflanzliche Nahrung. Bei diesem Modell wird mehr Fisch produziert als verbraucht, im Gegensatz zu den herkömmlichen Aquakulturen. Auch andere Initiativen gibt es. Umweltgruppen in Südamerika, versuchen Sardellen zum Speisefisch zu machen, anstatt ihn als Futtermittel zu verschwenden. Überall regt sich Widerstand, nur allein ohne den Einfluss von Regierungen wird es nicht zu schaffen sein oder erst dann die Erkenntnis greifen, wenn die Trümmer unseres Handelns vor uns liegen. Terroristen in Nadelstreifenanzug bestimmen die Geschicke der Welt, sie geben einen Dreck auf die Bedürfnisse der Menschen und Tiere, uns bleibt entweder die Hingabe an den Untergang oder wir raffen uns auf, zum entschlossenen Handeln dagegen. Du allein wirst dich entscheiden müssen, schau auf deinen Teller und denk nach.

http://gloria.tv/?media=234337

http://www.youtube.com/watch?v=okvINFn25bU

http://www.greenfacts.org/de/fischerei/index.htm

http://www.ecomare.nl/de/ecomare-encyclopedie/mensch-und-umwelt/rohstoffgewinnung-nordsee/foerderung-v-bodenschaetzen/foerderplatformen/

Geschrieben von bookfield




Gentechnik Propaganda von Mark Lynas

Am 12. Januar 2013 veröffentlichte der Tagesspiegel unter der Rubrik „Wissenschaft am Wochenende“ einen Artikel des britischen Journalisten und Buchautor Marl Lynas. Darin ging es um die von ihm gewonnene Erkenntnis, dass die Gentechnik gefahrlos und von enormer Wichtigkeit für die Ernährung der Weltbevölkerung ist. Schaut man sich jedoch seine Aussagen etwas genauer an, erkennt man, dass Lynas, sich durchaus wissenschaftlich, aber ganz offensichtlich dabei nur einseitig informiert hat.

Wie die Stammleserinnen und Leser vom Kreuzberger wissen, war ich mit Marek, unserem Fotografen, bereits vor ein paar Jahren in der Höhle des (Gentechnik-)Löwen Monsanto, genauer gesagt, in dessen Niederlassung in Düsseldorf, um in einem mehrstündigen Gespräch mit dem Pressesprecher, Andreas Thierfelder genaueres über das Für und Wieder der Grünen Gentechnik zu erfahren. Das macht mich nicht zum Experten auf diesem Gebiet, aber das muss ich auch nicht sein, um die Aussagen von Lynas als Lügen und Halbwahrheiten zu entlarven. Grundlegendes Wissen und gesunder Menschenverstand reichen in dem Fall aus. Dem Vorwurf, den Lynas den Skeptikern der Grünen Gentechnik macht, brauche ich mir jedenfalls nicht stellen, dem „Wissenschaftsgegner“ zu sein.

Um den Aussagen in seinem Artikel Glaubwürdigkeit zu verschaffen, erwähnt Lynas zunächst seinen, in früheren Jahren ehrgeizig geführten Kampf gegen die Grüne Gentechnik. Er zeigt Reue für seine einstigen Untaten und beschreibt seinen Sinneswandel, der ihn in die Arme der seriösen Wissenschaft trieb. Selbstredend informiert er die LeserInnen darüber, dass er ein von Wissenschaftlern anerkanntes Buch über den Klimawandel geschrieben hat, für das er den Wissenschaftsbuchpreis Royal Society bekam und versucht damit seine Seriosität ein weiteres Mal zu untermauern. Danach geht er dazu über zu erläutern, wie er Wissenschaftsgegner über Peer-Review (Fachgutachten, die darüber entscheiden, ob ein Artikel in einem Journal veröffentlicht wird – Anm. d. Red.) aufgeklärt hat und schreibt, „dass die einzigen Fakten die zählen, die sind, die in einer angesehenen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden“. Laut Lynas ist Glyphosat ein „gutartiges Unkrautvernichtungsmittel“. Ein Blick in das Lexikon bringt die Wahrheit ans Licht. Er bezieht sich auf Berechnungen der Rockefeller-Universität, die zu dem Ergebnis kam, „dass wir 65 Millionen Hektar, eine Fläche von der Größe Frankreichs benötigten, wenn nach der Technologie von 1961 angebaut werden würde“ – die Rockefeller-Stiftung arbeitet mit Monsanto zusammen.

Er bezeichnet die Freiheit der Bauern bezüglich der Bewirtschaftung ihrer Felder als „ihr gutes Recht“ und fordert die Freiheit auch für Bauern, die genmanipuliertes Saatgut anbauen. Er verschweigt, die Kontaminierung der Gentechnikfreien Felder mit gentechnisch verändertem Saatgut und die daraus resultierenden Folgen.

Die Überdüngung in der Bucht von Mexiko schreibt Lynas der ineffizienten Einsatz von Kunstdünger zu, verschweigt aber zugleich, dass laut Greenpeace die Kontaminierung mit Saatgut der Firma Monsanto in Mexiko „besonders gravierend“ ist.

Des Weiteren behauptet er, dass es bislang „keinen einzigen Schadensfall bei drei Billionen verzehrten Gen Technik Essen“ gab. Mit keinem Satz erwähnt er die Verbote von Gentechnisch verändertem Saatgut, die Aufgrund von Bedenken ausgesprochen wurden. Auch die Versuche von Bauern, die ihren Tieren gentechnisch verändertes Futtermittel fütterten und erkrankten verschweigt er. Mit keinem Satz erwähnt er den möglichen Einsatz von Terminator Genen und das genverändertes Saatgut mit Nichten gegen alle Schädlinge resistent ist. Lynas versucht alle Bedenken vom Tisch zu fegen. Dagegen sprechen jedoch zu viele Studien, die eine, von gentechnisch Veränderten Saatgut, ausgehende Gefahr belegen. Was ist mit Resistenzen die das Unkraut gegenüber den chemischen Pflanzenschutzmitteln bilden? Es gibt offizielle Studien, dieden von Lynas erwähnten Mehrertrag nicht bestätigen und es gibt Berichte darüber, dass nach einigen Jahren auch der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmittel ansteigt, da die Schädlinge Resistenzen gebildet haben.

Der Welthunger wäre mit der Nahrung zu bekämpfen, die auf den Feldern angebaut wird auf denen heutzutage Mais und Raps als Tierfutter und Biokraftstoff angebaut wird.

Alles in allem ein Bericht ohne Substanz und zudem in einer Zeitung, die bei diesem Thema anstatt einen Klimaexperten besser einen Gentechnikexperten herangelassen hätte.




Gasflaring – Tanken gefährdet die Gesundheit

Ressourcenverschwendung durch Abfackeln von Begleitgas

Bei der weltweiten Erdölförderung im Jahr 2011 wurden 1.500 Milliarden Kubikmeter Begleitgas abgefackelt. Im Zuge dessen entstanden 400 Millionen Tonnen Treibhausgas. Das ist die gleiche Menge, die in Deutschland, Frankreich und England durch den Straßenverkehr verursacht wird. Im Folgenden werden Ursache, Verursacher, Leidtragende und Nutznießer vorgestellt. Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass es mit Ecuador ein Land gibt, welches das Begleitgas bereits sinnvoll nutzt.

 

Die Ursache

Zu den Ursachen zählt in aller erster Linie der weltweite Bedarf an Erdöl. Daraus resultiert die enorme Förderungsmenge bei der neben Erdöl auch Erdgas anfällt. Das Erdgas wird gemeinsam mit dem Mineralöl aus der Tiefe an die Erdoberfläche gepumpt. Das Gas erhöht jedoch den Druck in den Leitungen und verringert somit die Fördermenge von dem Mineralöl. Um die Menge an gefördertem Mineralöl zu optimieren, wird das Begleitgas abgeleitet und der kontrollierten Verbrennung zugeführt. »Gas Flaring« – so der Fachbegriff für das Abfackeln von Begleitgas – ist die standardisierte Form für die Beseitigung von unliebsamen Begleitgas.

 

Die Verursacher

Die Hauptverursacher von Treibhausgasen durch »Gas Flaring« sind Nigeria, Gabun und Russland. Selbstverständlich sind es nicht die Länder und Einwohner an sich, die für das Abfackeln von Begleitgas verantwortlich sind. Es sind die Mineralölkonzerne wie Shell, BP, Rosneft und Total. Unter dem Druck der Weltwirtschaft und der Kraftfahrzeug betriebenen Weltbevölkerung, sind sie angehalten, die Fördermenge zu halten und ständig neue Ölfelder zu erschließen.

Die Stellung der Politik zu diesem Missstand, zeigt die Antwort von Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, auf die Frage: »Sind Sanktionen [gegenüber Russland] als Strafe für das Gas Abfackeln vorgesehen?«

Oettinger: »Ich glaube nicht, dass wir in Berlin von Sanktionen gegen Moskau sprechen sollten. Und selbst wenn man darüber nachdenken sollte, Instrumente haben wir nicht. Weder sie noch ich.«

Der russische Energieminister Sergej Ivanowich Schmatkó sagte diesbezüglich: »Das Wort Sanktionen höre ich sehr ungern. Aber ich liebe die Gerechtigkeit. Russland ist nicht nur Weltmeister im Abfackeln des Begleitgases wie sie gesagt haben, sondern auch führend bei der Erdölförderung. Wir sind die Nummer eins in der Welt.«

Auf die Frage: »Warum kann, trotz EU-Verbot, Benzin aus gasgeflairtem Öl bei uns verkauft werden?«, antwortete Oettinger: »Es geht, in dem sie und ich zumindest ein Auto haben, damit fahren und ein Mal die Woche tanken. Und noch immer gibt es keine andere Möglichkeit der individuellen Mobilität. Das heißt wir haben – nicht mehr primär für Wärme – da ist Öl zunehmend auf dem Rückzug, aber für Mobilität für Überlandbusse, für Trucks, für Schiffe, für Flugzeuge und Autos noch für zahlreiche Jahre einen stabilen Ölbedarf und müssen akzeptieren, dass andere Gesetzgeber – ich rede jetzt nicht von worst cast Venezuela oder Libyen – sondern ich rede von demokratischen oder geordneten Staaten letztendlich noch nicht ganz unsere Umweltstandards akzeptieren. So ist das Leben.«

 

Die Leidtragenden

Die Leidtragenden sind unter anderem die Bewohner im Niger-Delta. Dort wird seit über 50 Jahren Erdöl gefördert. Obwohl das Abfackeln von Begleitgas seit 1984 per Gesetz verboten ist, fackeln die Mineralölfirmen das Begleitgas ab und scheren sich einen Dreck um Gesetz und die Gesundheit der Bevölkerung. Tagtäglich atmen Anwohner der Gas-Flaring-Anlagen die vergiftete Luft ein und leiden unter Atemwegserkrankungen und Hautausschlag. Viel schwerwiegendere Folgen wie Erbgutschäden werden erst dann sichtbar, wenn es zu Fehlgeburten kommt, die in den betroffenen Gebieten im erhöhten Ausmaß auftreten. Das Schwefeldioxid schädigt die Lungen und Bronchien und führt bei Aufnahme über einen längeren Zeitraum zu Anämie (Blutarmut). Benzol ist krebserregend, schädigt den Organismus und lagert sich im Gehirn, Knochenmark und Fettgewebe ab. Bei einem Anteil von zwei Prozent in der Luft wirkt Benzol innerhalb von Minuten tödlich. Neben Schwefeldioxid und Benzol wird auch Stickstoffoxid, Kohlenmonoxid und -dioxid sowie Methan freigesetzt. Methan ist 21 Mal umweltschädlicher als Kohlendioxid und trägt erheblich zum Treibhauseffekt bei. Die Mineralölkonzerne bestreiten jeden Zusammenhang zwischen den Abgasen, die bei dem Abfackeln von Begleitgas entstehenden und den gesundheitlichen Schäden der Anwohner.

Eine nicht veröffentlichte Studie, die Shell in Auftrag gegeben hat, kam laut Dr. Joab-Peterside zu dem Ergebnis, dass sehr wohl ein direkter und grundsätzlicher Zusammenhang besteht. Die Studie wurde jedoch nie veröffentlicht. Die Geschädigten sind nicht in der Lage den Missstand aus eigener Kraft zu beseitigen und wie immer ist das Problem zu weit weg, als dass sich irgendjemand in der Pflicht sehen würde etwas dagegen zu unternehmen.

Nicht nur die Menschen auch die Umwelt leidet und wird vernichtet. Auf den Ländereien um die »Gas Flaring«-Anlagen ist eine aktive Landwirtschaft ausgeschlossen. Nicht nur das der Boden verseucht ist, die Rauchentwicklung ist so stark, dass partiell der Himmel verdunkelt wird.

In der Arktisregion lagern sich die Rußpartikel ab und verhindern somit die Reflektion der Sonnenstrahlen. Das Eis nimmt somit mehr Wärme auf und taut. Für 50 Prozent der Klimaerwärmung ist somit das Gas Flaring verantwortlich.

Die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) liefert unabhängige Daten über die weltweiten existierenden Gas-Fackeln. Um deren Anzahl festzustellen, greift die NOAA auf die von einigen Staaten zur Verfügung gestellten Unterlagen zurück. Bei den Ländern, die jede Zusammenarbeit verweigern, werden Satellitenbilder herangezogen.

 

Die Nutznießer

Zu den Profiteuren zählen nicht nur die Mineralölkonzerne, sondern wir alle. Jeder von uns verbraucht Erdöl – auch ohne Kraftfahrzeug. Von der Angelsehne bis zum Zylinderschmiermittel wird bei der Herstellung das schwarze Gold benötigt. Auch für den Transport von Gütern rund um den Globus werden Unmengen von Erdöl benötigt. Allein wir Europäer verbrauchen täglich 2,5 Milliarden Liter Öl. Der weltweite Verbrauch an Erdöl liegt bei etwa 13,37 Milliarden Liter täglich (Quelle: http://blog.meineheizung.de). Das sind 4.878,955 Milliarden Liter jährlich. Um diesen Bedarf decken zu können, wird gebohrt, gefördert und raffiniert was die Quellen hergeben. 2011 wurden 3.995,6 Millionen Tonnen Erdöl gefördert (Quelle: Wikipedia.org). Dies sind umgerechnet 4.439,11 Milliarden Liter*. Bleibt eine negativ Differenz von 439,843 Milliarden Litern. Das diese Differenz mit Reserven ausgeglichen wird, ist nur Spekulation aber die einzig logische Möglichkeit.

* Erdöl hat eine Dichte von 0,855-0,925 kg/dm3. Nehmen wir einen Mittelwert 0,9 Dichte = Masse/Volumen. Volumen = Masse/Dichte. 1 t = 1.000 kg. Volumen = 1.000/0,9 Volumen = 1.111 Liter.

 

Die Lösung

Das es auch anders geht, zeigt folgendes Beispiel. Man mag es kaum glauben, aber Ecuador ist ein Vorreiter bei der Nutzung von Begleitgas. Die Regierung hat die privaten Mineralölfirmen, die eine schlechte Umweltbilanz hatten, des Landes verwiesen und mit der staatlichen Ölgesellschaft »Petroamazonas« die Förderstellen übernommen. In die Ölförderanlagen, die alle im Amazonasgebiet liegen, hat das Land 150 Millionen US-Dollar investiert. Von dem Geld wurden unter der Leitung von Berend van den Berg spezielle Generatoren gekauft, die das Begleitgas in Strom umwandeln. Van den Berg hatte zuvor die Regierung von Ecuador davon überzeugen können, dass sein Projekt, nicht nur ein Gewinn für die Staatskasse sondern in erster Linie auch für die Umwelt ist. Die Generatoren sind so ausgelegt, dass sie, wenn die Ölquelle versiegt ist, zur nächsten Förderstelle transportiert werden können. Durch die Nutzung von Begleitgas wird zum einen verhindert, dass gesundheits- und umweltschädliche Gase unkontrolliert freigesetzt werden und zum anderen werden die Ressourcen vollständig ausgeschöpft. Darüber hinaus erhält Ecuador für die Umweltentlastung CO²-Zertifikate, die es am Weltmarkt verkaufen kann.

Um so unglaublicher ist die Tatsache, dass auch bereits in russischen Betrieben die Methode zur Nutzung von Begleitgas bekannt ist. Die Ölfördergesellschaften scheuen sich jedoch vor den Investitionskosten.

 

Olly´s Kommentar

Das sich die Mächtigen gegenseitig in die Hände spielen, ist spätestens mit dem Amtsantritt von Gerhard Schröder bei Gazprom offenbart worden. Untermauert wurde dies in jüngerer Zeit durch Oettinger, der den Forderungen von Sanktionen gegenüber den Russen, aufgrund ihrer inakzeptablen Umweltstandards bei der Erdölförderung, machtlos eine Absage erteilt.

Verwunderlich ist, wie irrsinnig die meisten Mineralöl-Konzerne mit den Ressource Gas umgehen. Auf der einen Seite wird beim »Fracking« – wir berichteten Ausgabe 20 – alles Erdenkliche unternommen, um Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten an das Tageslicht zu befördern und auf der anderen Seite wird bei der Mineralölförderung wertvolles Erdgas abgefackelt. So lange wie der Staat Nigeria von den Mineralölfirmen mit Beteiligungen »bestochen« wird, unterliegen die Anwohner den Wirtschaftsinteressen.

Dokumentation: „Abgefackelt – Wie Ölkonzerne unser Klima killen“ von Inge Altemeier und Steffen Weber




Fracking – Risikoreiche Erdgasgewinnung in Deutschland

Die Menschen haben seit Beginn des Industriezeitalters mit allen möglichen Mitteln versucht, der Erde die Rohstoffe zu entreißen. Mit riesigen Baggern wird über Tage Erdreich abgetragen, um an die darunter liegende Braunkohle zu gelangen. Unter Tage wird Gold, Silber, Kohle und seltene Erden abgetragen und an das Tageslicht befördert.

In Afrika wird der Erdaushub gewaschen, um Diamanten zu gewinnen und mit Bohrungen an Land und zu Wasser wird Öl und Erdgas gefördert. Alles nur, um den Bedarf an Energie und Rohstoffen zu decken. Um diese Versorgung auch zukünftig sicherzustellen, bedienen sich die Unternehmen einer für uns relativ neuen Methode, um an die Gasvorkommen zu gelangen. Fracking heißt das Zauberwort und beschreibt eine höchst umstrittene Methode der Erdgasgewinnung.

Auf dem Markt der Schiefergasgewinnung tummeln sich Firmen wie ExxonMobile (USA), Total (Frankreich), RWE DEA (Deutschland) und etliche andere. Da jedoch ExxonMobil der einzige Konzern ist, der Daten zur Verfügung stellt, konnte ich auch nur auf diese zurückgreifen, um mehr oder weniger verlässliche Zahlen zu liefern.

 

Hydraulic Fracturing

Hydraulic Fracturing wie die offizielle Bezeichnung lautet, kommt in den USA bereits seit 1949 kommerziell zum Einsatz. Nun verhält es sich mit dem Fracking, wie mit so vielem auf der Welt: Eine eigentlich gute Idee wird dazu verwendet, geldgierigen Konzernen die Kassen zu füllen. Denn Fracking kann zur Stimulation des Wasserflusses in der Tiefen-Geothermie und von Grundwasserbrunnen, sowie für die Vorentgasung von Steinkohlegruben verwendet werden. Jedoch bietet Fracking auch die Möglichkeit unter Zuhilfenahme von Zusatzstoffen, das begehrte Schiefergas, auch unkonventionelles Erdgas genannt, zu fördern.

 

Die Methode

Beim Fracking wird zunächst eine Tiefenbohrung von 1.000 bis 5.000 Metern durchgeführt. Wird bei dieser Bohrung Grundwasservorkommen durchstoßen, wird dieses, laut Aussage der Unternehmen mit einem sicheren Betonmantel abgedichtet. Ist die Bohrung erfolgreich und es wurden Gesteinsschichten gefunden, in denen das Schiefergas vorhanden ist, wird eine Flüssigkeit, das Fracfluid, unter enormen Druck in das Bohrloch eingefüllt. Dieses bewirkt, dass die Gesteinsschichten regelrecht gesprengt werden und dadurch das Schiefergas freigesetzt wird. Da dies aber nur gelingt, wenn eine Mixtur aus bis zu über hundert Chemikalien ihre Wirkung entfalten, gibt es aus Angst vor Umweltverschmutzungen zunehmend Einwände aus der Bevölkerung gegen diese Art der Gasgewinnung.

 

Das Fracfluid

Das derzeit weltweit verwendete Fracfluid besteht neben Wasser aus sechs bis mehreren hundert Chemikalien, darunter unaussprechliche Namen wie Polysaccharidderivate, 5-Chloro-2-Methyl-2H-Isithiazol-3-One und 2-Methyl-2H-Isothiazol-3-One, Tetraethylenpentamin, Tetramethylammoniumchloride und 2-Butoxyethanol-Propan-2-ol. Wenn, wie ExxonMobil angibt, in Cappeln (Niedersachsen) ein, auf die Gesamtmenge bezogener Anteil von nur 1,56% an giftigen, ätzenden und gesundheits- sowie umweltgefährdenden Chemikalien dem Fracfluid beigemischt und in das Erdreich eingebracht wird, so ist die Gefahr, die von den chemischen Substanzen ausgeht, für die Umwelt ungleich höher. Denn das Problem ist, dass die Chemikalien nicht vollständig aus dem Bohrloch und den aufgesprengten Erdzwischenräumen abgepumpt werden kann und somit stets ein Rest Fracfluid im Erdreich verbleibt.

Der Gaskonzern OMV (Österreichische Mineralölverwaltung) hat mit der Montanuniversität Leoben (Österreich) ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem das Fracfluid ausschließlich aus Wasser, Stärke und Bauxit Sand (verunreinigtes Aluminiumhydroxid) besteht und trotzdem seine Wirkung entfaltet. ExxonMobile will ab nächstem Jahr sogenanntes ‚Clean Fracking‘ ohne den Zusatz umweltschädlicher Stoffe durchführen.

Ob dies ebenfalls mit den drei zuvor genannten, unbedenklichen Mitteln, Wasser, Stärke und Bauxit-Sand geschieht, bleibt offen.

 

Die Umwelt

Welche Auswirkungen Fracking auf die Umwelt hat, ist derzeit Streitgegenstand von Experten. ExxonMobil behauptet, dass sie in Deutschland seit über vierzig Jahren mit dieser Methode Erdgas fördern und es noch zu keinem ernsthaften Zwischenfall gekommen sei. In Amerika hingegen häufen sich die Fälle, in denen Grundbesitzer, die ihr Land zur Ausbeutung an Energieunternehmen verpachtet haben, von kleineren Zwischenfällen bis hin zu schwerwiegenden Grundwasserverseuchungen berichten. In einigen Haushalten enthält das Leitungswasser so viel Methan, dass es brennt, wenn man ein Feuerzeug an den Wasserstrahl hält. Hinzu kommen die chemischen Rückstände im Wasser, die von unabhängigen Laboren nachgewiesen wurden.

Darüber hinaus geben die Energieunternehmen widersprüchliche Aussagen von sich. Zum einen behaupten sie, dass die Grundwasservorkommen durch hunderte Kilometer dickes Gestein geschützt werden. Zum anderen sagen sie, dass, wenn Bohrungen Grundwasservorkommen durchstoßen, diese mit einer dicken Betonverschalung vor Verseuchung abgedichtet werden.

Es kann also nur als eine Art Schuldeingeständnis der Energieunternehmen angesehen werden, wenn diese, wie in Amerika bereits geschehen, den von Grundwasserverseuchung betroffenen Haushalten Wassertanks aufstellt und die kostenlose Versorgung mit Trinkwasser übernommen haben.

Der enorme Wasserverbrauch beim Fracking ist auch ein Punkt, der heftig diskutiert wird. Denn für die in das Erdreich zu pumpenden Chemikalien wird Wasser als Trägermittel benötigt. Somit werden pro Bohrloch bis zu mehrere Millionen Liter Wasser verwendet, welches danach verseucht ist und als Sondermüll entsorgt werden muss. Zu dem Thema der Entsorgung kommen wiederum aus Amerika besorgniserregende Nachrichten. In offenen Auffangbecken wird das verbrauchte Wasser-Fracfluid-Gemisch gesammelt und mit Tanklastern zu Kläranlagen abtransportiert. Die Kläranlagen, die das mit Fracfluid verseuchte Wasser aufbereiten sollen und danach in die Umwelt geben, stehen diesem Bärendienst hilflos gegenüber. Die Mikroben, die das normale Abwasser der Haushalte reinigen, sind nicht in der Lage, die mit Fracfluid verseuchten Wasser, enthaltenen Stoffe zu verarbeiten. Somit gelangt das verseuchte Wasser ungehindert und vor allem ungeklärt in die Umwelt.

Nicht nur das Grundwasser ist Gefahren ausgesetzt, auch die Luft wird durch austretende Gase verunreinigt. Ein Gemisch aus Methan und anderen sich verflüchtigenden Chemikalien, welche den Anlagen entweichen, nährt die Besorgnis von AnwohnerInnen der Förderanlagen gesundheitliche Schäden davonzutragen. Von unabhängigen Experten wurde bestätigt, dass das Methan durch Risse im Gestein zu Tage treten kann und unkontrolliert in die Umwelt entweichen kann.

 

Fazit

Fracking ist von den Gefahren für die Umwelt nicht unbedenklicher als die seit Jahrzehnten angewandten Methoden der Öl- und Gasgewinnung. Nur haben wir bisher fremde Länder wie Afrika ausgebeutet und verseucht. In Amerika gibt es bereits seit Jahren ein Problem mit Fracking, nur hat dies hierzulande niemanden ernsthaft interessiert. In zwanzig Städten und Gemeinden vom Bundesstaat New York, sowie in der Stadt New York selbst, ist Fracking aus Sorge um das Grundwasser verboten. Erst in jüngster Zeit, seit 2010, mit dem Erscheinen des Dokumentarfilms „Gasland“ von Josh Fox, kamen hierzulande die ersten Diskussionen auf. Das Problem ist wie immer erst dann akut, wenn es vor der eigene Haustür steht. Deutschland befördert bei der Erdöl- und Gasgewinnung jährlich bis zu 2.000 Tonnen radioaktiven Bohrschlamm an die Erdoberfläche. Wenn man unsere Produktionszahlen mit denen der erdölexportierenden Länder vergleicht, kann man sich die Menge Sondermüll ausrechnen, die dort bei der Öl- und Gasförderung anfällt. Die Gefahr der Grundwasserverseuchung ist nicht nur gegeben, sie ist bereits eingetreten!

Nicht nur durch Fracking ist unsere Grundwasserversorgung gefährdet, sondern auch durch Phosphor-Dünger, in dem Uran 238 vorhanden ist und der auf Felder und Ackerflächen ausgebracht wurde, (Der Kreuzberger berichtete in Ausgabe 13/S.10) sowie undichte Endlager, in denen jeder erdenkliche atomare Sondermüll entsorgt wird. Wollte man Fracking verbieten, müsste man es allem anderen umweltgefährdenden Raubbau gleich tun.

Hierzulande bemüht sich ExxonMobil um ein gutes Image. Das Unternehmen steht Bürgerinnen und Bürgern auf seiner Internetseite Rede und Antwort. Wenn auch wie in dem Fall von einem Herrn O. nur unzureichend. Siehe dazu: http://dialog-erdgasundfrac.de/frage/warum-gibt-es-keine-3d-seismik-vor-dem-ersten-probe-frac

Hinzu kommt, dass ExxonMobil als erstes Unternehmen eine Liste mit den beim Fracking verwendeten Chemikalien veröffentlicht hat. Die Liste findet ihr unter: http://www.erdgassuche-in-deutschland.de/hydraulic_fracturing/frac-fluessigkeiten/index.html

Zudem gibt ExxonMobil an, ab nächstem Jahr mit einem Fracfluid arbeiten zu wollen, welches für die Umwelt gefahrlos sein soll. Solange wir jedoch nicht alle Risiken für die Umwelt insbesondere das Grundwasser ausschließen können, wären wir gut beraten, diese Methode nur sehr behutsam und bedacht einzusetzen. Das Konsortium, welches sich riesige unterirdische Süßwasservorkommen in Südamerika gesichert hat, würde sich freuen wenn wir uns, durch chemische Verseuchung unserer Trinkwasser Ressourcen berauben, in dem wir eine andere Ressource, wie in diesem Fall Schiefergas, zu Tage fördern.

Abschließend hinterfrage ich die Verhältnismäßigkeit sowie die Daseinsberechtigung unserer behördlichen personell überbesetzten, jedoch offensichtlich geistig völlig unzureichend ausgestatteten Bürokratendiktatoren und -diktatorinnen in den Amtsstuben, die eine von den Gefahren nicht genau einzuschätzende Fördermethode, wie das Fracking in unmittelbarer Nähe von Wasserschutzgebieten zulassen, aber dem Veranstalter der diesjährigen Seefestspiele untersagen, sein Festival in einem Wasserschutzgebiet am Wannsee stattfinden zu lassen, nachdem dieser dorthin umgezogen ist, weil er wegen der Proteste von Naturschützern den ursprünglichen Veranstaltungsort von der Halbinsel Hermannswerder aufgeben musste.

Alles klar!?

 

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

WAZ, „Gelsenwasser: Erdgasbohrungen sind ‚Gift für das Trinkwasser‘“: http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/gelsenwasser-erdgasbohrungen-sind-gift-fuer-das-trinkwasser-id4434506.html

Vereinigung der Initiativen gegen unkontrollierte Erdgassuche und Hydraulic „Fracking“ Fracturing in Deutschland: http://www.gegen-gasbohren.de/

Bildnachweis:

1 Quelle „ExxonMobil“

2 FEELGUIDE, a online Magazin: http://www.feelguide.com/




Geplante Obsoleszenz

Die geplante Obsoleszenz, auch „Product Death Date“ genannt, könnte mit einem lachenden Auge betrachtet werden, wenn nicht Menschen in anderen Teilen der Welt unter ihr zu leiden hätten. Denn wenn Millionen von Menschen auf die Betrügereien der Werbung hereinfallen und stets die neusten Errungenschaften der Technik ihr Eigen nennen müssen und sich dabei das Geld aus der Tasche ziehen lassen oder sich gar verschulden, ist es deren eigene Sache. Aber wenn zum Beispiel Ghana als Sondermülldeponie für den Wohlstandschrott der westlichen Welt herhalten muss, ist es an der Zeit, dass wir unser Konsumverhalten bewusster und nachhaltiger gestalten.

Als „geplante Obsoleszenz“ bezeichnet man das „vorprogrammierte Verfallsdatum“ von Produkten. Anders ausgedrückt, beim Herstellungsprozess eines Produkts werden bewusst Schwachstellen eingebaut, um sicherzustellen, dass das Produkt nach einer gewissen Zeit, schneller als eigentlich nötig, seine Funktionsfähigkeit verliert. Ein gutes Beispiel hierfür sind Drucker. Sie besitzen einen Chip, der nach einer zuvor vom Hersteller einprogrammierten Druckleistung/Seitenzahl das Gerät funktionsunfähig macht. Nicht nur in Druckern, auch bei allen anderen Geräten kann man davon ausgehen, dass unnötige Schwachstellen eingebaut wurden, um den Kunden nach einer gewissen Zeit als Wiederholungstäter, an die Kassen der Konsumtempel zurückzuholen.

Um das Ganze an einem aktuellen Streitthema zu verdeutlichen, nehme ich ein allseits beliebtes und bald vom Markt verbanntes Produkt, die Glühlampe.

Die Glühlampe wurde von Thomas Edison am 27. Januar 1880, unter der US-Patent Nummer 223898 angemeldet und 1881 für einer Lebensdauer von 1.500 Stunden weiterentwickelt. Im Jahre 1924 lag die Lebensdauer einer handelsüblichen Glühlampe bereits bei 2.500 Stunden. Um aber den Umsatz konstant zu halten, wurde 1925 die Lebensdauer durch die Glühlampen-Hersteller absichtlich auf 1.000 Stunden begrenzt. Diese Regulierung des Marktes durch die Glühlampen-Hersteller flog 1942 auf und wurde durch ein amerikanisches Gericht 1953 verboten. Bei dem mehrere Jahre andauernden Prozess kam unter anderem heraus, dass die Glühlampen-Hersteller sich zu einem Verband zusammengeschlossen hatten, der auch unter dem Namen Phoebus-Kartell bekannt war. Spätere Weiterentwicklungen der Glühlampe erreichten eine Betriebsdauer von 5.000 bis hin zu 150.000 Stunden. Die Markteinführung wurde jedoch wie so oft von den führenden Glühlampen-Herstellern aus Gewinnsucht verhindert.

Als Beweis für die Langlebigkeit von Glühlampen, führe ich die Livermore-Glühlampe an. Sie hängt nachweislich seit 1901 in der Livermore-Pleasanton-Feuerwache und verrichtet zuverlässig ihren Dienst. Zum 100. Geburtstag kamen über 800 Gratulanten und Gratulantinnen und sangen der Glühlampe zu Ehren ein Geburtstagslied. Seit einigen Jahren ist die mittlerweile 111 Jahre junge Glühlampe per Webkamera über das Internet zu besichtigen. Bezeichnenderweise mussten die Web-Kameras, die das Phänomen der ewig leuchtenden Glühlampe in die ganze Welt übertragen, bereits zwei Mal wegen Funktionsstörungen erneuert werden

(http://www.centennialbulb.org/cam.htm).

Ein Beispiel ist auch Zeit vor 1989. Während die „Wessis“, dem Kommerz ausgeliefert waren und sich sicher sein konnten, fast jedes Jahr den Austausch eines defekten Gerätes, wie etwa Waschmaschine, Kühlschrank, Fernsehgerät oder Computer, finanzieren zu müssen, gab es im deutschen Bruderstaat, bei den „Ossis“, aufgrund knapper Ressourcen die Vorgabe, dass ein Kühlschrank fünfundzwanzig Jahre reibungslos zu funktionieren hat. Wenn auch nicht alle Vorgaben im kommunistischen Bruderland erreicht wurden, bei der Lebensdauer der Geräte wurden sie zum Teil sogar übertroffen.

Eigene Erfahrungswerte

Obwohl das Unternehmen Philips seit einiger Zeit LED-Lampen/-röhren produziert, die eine Lebensdauer von 25.000 Stunden bei einer Leistung von Sieben- und Zehn-Watt, sowie 45.000 Stunden bei den Vier-Watt -Lampen besitzen sollen, werfe ich diesem Unternehmen aus eigener Erfahrung die miesen Geschäftspraktiken der „Geplanten Obsoleszenz“ vor. In den 90er Jahren kaufte ich mir, überzeugt von Markengeräten und deren Langlebigkeit, durch bessere Qualität von Bauteilen und Verarbeitung, ein Philips Fernsehgerät, zu einem nicht geringen Preis. Exakt vier Wochen nach Ablauf der Garantie, nach 19 Monaten, gab das Gerät weder Ton noch Bild von sich. Meine Nachfrage bei dem Unternehmen, das Gerät aus Kulanz zu einem Sonderpreis zu reparieren, da die Garantiezeit nur knapp überschritten war, lehnte Philips ab. Danke dafür!

Einige Jahre später ergab es sich, dass ein Philips CD-Brenner zum Sonderpreis von 500 DM zu haben war. Zum damaligen Zeitpunkt ein Schnäppchen, aber von Philips. Diesmal versagte das Gerät, genauer der Laser, vier Monate nach Garantiezeitablauf, nach 22 Monaten den Dienst. Als gebranntes Kind werde ich nicht der Redensart folgen „aller guten Dinge sind drei“ und somit auch nicht testen, ob die Philips-Glühlampen 25.000 beziehungsweise 45.000 Stunden funktionieren!

Immerhin sind diese Lampen quecksilberfrei und nur aus diesem Grund verweise ich auf den Link der hoffentlich unbedenklicheren Leuchtmittel von Philips:

(http://www.lighting.philips.de/pwc_li/de_de/lightcommunity/trends/led/assets/LED_Lampe_20Seiter_1Hj2012_27Maerz_NEU.pdf)

Aber nicht nur bei den technischen Geräten werden bewusst Mängel produziert, sondern auch bei den Stoffen für Kleidung und bei deren Verarbeitung. Dies beweist ein Fall von geplanter Obsoleszenz der mich in letzter Zeit persönlich heimsuchte. Es war der Einkauf von „Notfallschuhen“*. Ich hatte noch genau 13,42 € in der Tasche, ein wichtiger Termin stand bevor und ich besaß keine Schuhe, die ohne Löcher, kaputte Schnürsenkel und komplett anhaftender Sohle daher kamen. Ich ging also zu dem Schuhhändler, dessen Name mit einem „D“ beginnt und kaufte mir für 9,95 € ein Paar relativ ansehnliche Schuhe. Bereits nach den ersten Schritten löste sich der geklebte Gummirand von den Schuhen (BILD!!!!). Dieses Ablösen setzte sich mit jedem weiteren Schritt fort und fand sein Finale im einreißen der sich abgelösten Gummiränder.

Zugegeben, die schlecht verarbeiteten Kleberänder und meine Erfahrung aus früheren Jahren mit dieser Art von Schuhmodellen, ließ mich bereits beim Kauf ahnen, was mich erwarten würde. Aber hatte ich eine Wahl?

Für das zu Beginn erwähnte Problem mit den Druckern gibt es für alle Epson C & D-BesitzerInnen eine Lösung. Ein findiger und umweltbewusster Russe hat ein Programm entwickelt, welches es einem ermöglicht, den mutwillig eingebauten Chip, das „Zählwerk“ in dem Drucker auf Null zurückzusetzen. Die VieldruckerInnen unter euch, deren Gerät mit diesem Mangel behaftet ist, können sich das „SSC Service Utility“ (kostenlos) herunterladen unter:

www.ssclg.com/epsone.shtml

BesitzerInnen von Canon-Geräten der Reihe Pixma rufen folgende Seite auf:

http://www.veras-tintenshop.de/uploads/media/Sevicemode_Canon_ip_3000__4000.pdf

Für den Rest der Verzweifelten Druckergemeinde gibt es eventuell Rat unter: http://www.struzyna.de/6203/7003.html?*session*id*key*=*session*id*val*

Jedoch beruft sich der Betreiber und Ratgeber dieser Seite, bezüglich seiner Tipps, auf den Haftungsausschluss.

Den Interessierten unter euch empfehle ich den Film „Kaufen für die Müllhalde“ von Cosima Dannoritzer, der von Arte ausgestrahlt wurde. Leider gibt es auf der Internetseite von Arte nur Ausschnitte von dem Film zu sehen. Von daher verweise ich auf you tube.

Olly

* Notfallschuhe sind in finanzieller Not und unter Druck stehend in einem vorzeigbaren Erscheinungsbild auftreten zu müssen eingekauften Paar Schuhe. Bei dem Kauf wurde die Tatsache der menschenverachtende und umweltschädlichen Herstellungsverfahren mutwillig außer Acht gelassen. Es ist sozusagen als widriger Umstand und Notwendigkeit im Kampf für die Gerechtigkeit zu bezeichnen.




Die „Bio“-Verarschung II

Man weiß schon gar nicht mehr was man wem noch glauben darf. Die Bio-Produkt-Produzenten beschwören die Reinheit ihrer Waren – doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Das „Bio“-Geschäft hat sich in mit den Jahren zu einem Milliarden Geschäft entwickelt. Keiner fragt sich jedoch: Woher kommen alle diese „Bio“-Produkte? Woher kommen urplötzlich die ganzen biologisch einwandfreien Anbauflächen? Woher kommen die ganzen Artgerecht gezüchteten Rinder, Schweine, Hühner und schwermetallfreien Fische? Die Antwort ist ganz einfach – es gibt sie nicht! Zumindest nicht in dem Ausmaß, dass die Nachfrage nach biologisch einwandfreien Produkten befriedigt gar gedeckt werden könnte.

Die Polizei von Verona hat im letzten Jahr (2011) einen Betrug mit als „biologisch“ gekennzeichnet Lebensmitteln aufgedeckt. Den Ermittlungen nach gelangten seit dem Jahr 2007, über 700.000 Tonnen der vermeidlichen „Bio“-Produkte gefälschten Dokumenten in den Handel. Der Gesamtwert der Waren beläuft sich auf 220 Millionen Euro. Von dem Skandal betroffen sind Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Belgien, die Niederlanden und die Schweiz. Lediglich 2.500 Tonnen, angebliches „Bio“-Futtermittel, konnte durch die Behörden sichergestellt werden (Quelle: Spiegel.de). An diesen Fall schloss sich nahtlos ein Skandal mit Olivenöl an. Dieses Öl war zwar nicht als „biologisch“ ausgewiesen worden, aber minderwertig und verschimmelt. Der letzte PCB*-Dioxin-Eier-Skandal, der laut Experten keiner war, weil die festgestellten Messwerte keine bedenklichen Folgen für die Gesundheit ergeben hatten. Zur allgemeinen „Beruhigung“ sei noch erwähnt das gar keine Dioxine gefunden, sondern nur PCB. Das wieder ausschließlich um „Bio“- und „Freiland“-Eier handelt sollte nachdenklich stimmen und die Verantwortlichen zu erhöhter Sorgfalt bei der Aufklärung des Falls anhalten. *PCB-Polychlorierte Biphenyle, ist giftig und krebserregend, wurde 2001 durch die Stockholmer Konvention weltweit verboten.




Öko – Verarschung

Seit Jahren werben die Medien und Umweltaktivisten für einen geringeren Trinkwasserverbrauch unter der Bevölkerung. Seit Jahren halten sich die Bürger an diese Mahnungen und sparen wo sie nur können. Es gibt sogar öffentlich ausgeschriebene Wettbewerbe in denen der Haushalt mit dem geringsten Jahreswasserverbrauch als Sieger hervorgeht und geehrt wird. Auch sonst wird alles daran gesetzt, dass Land und Leute mit den Trinkwasser – Ressourcen sparsamer umgehen. Soweit, so gut. Nur erzählt uns keiner von der Kehrseite der Medaille. Denn seit dem die Umweltbewussten unter uns gewissenhafter mit dem Wertvollen Nass umgehen, findet, von der Bevölkerung unbeachtet, ein anderer Irrsinn statt. Denn um die Abwasserkanäle zu reinigen, was früher überwiegend mit dem Brauchwasser erledigt wurde, muss heute, aufgrund der Sparsamkeit der Bevölkerung, mit Trinkwasser durchgeführt werden. Zum anderen hat der niedrige Abwasserpegel in den Kanälen Auswirkungen auf die Bausubstanz. Denn wenn das Abwassersystem über längeren Zeitraum an einer zu niedrigen Auslastung „leidet“, zerfällt es in sich. Das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Nun sind mal wieder die „Experten“ gefragt.