Zum Schluss das Beste – Hans Söllner In Berlin!

Am Montag, 31.März 2014, 20 Uhr, laden Hans Söllner & Bayaman Sissdem zu einer Vorstellung im “BI NUU” (Im  U-Bhf. Schlesisches Tor).

Ein muss für alle, die diesem Regime kritisch gegenüberstehen und genau die richtige Einstimmung für den 1. Mai 2014. Tickets (29 €) und die Biografie des Künstlers findet Ihr unter : http://www.eventim.de/hans-soellner-biografie.html?affiliate=TUG&doc=artistPages/biography&fun=artist&action=biography&kuid=259

Zur Einstimmung: http://www.youtube.com/watch?v=X4JEF5dxPho




Das Regierungsviertel – Schaltzentrale der Macht

Das Regierungsviertel, die Schaltzentrale der Macht, befindet sich im Herzen der Stadt, in den Ortsteilen Tiergarten und Mitte. Es erstreckt sich von der Wilhelmstraße im Süden bis zur Invalidenstraße im Norden und vom Schloss Bellevue im Westen bis zur Fischerinsel im Osten. Auf diesem Gebiet verteilt befinden sich das Reichstagsgebäude, der Deutsche Bundestag und das Band des Bundes mit dem Bundeskanzler(innen)amt. Des Weiteren befinden sich dort das Paul-Löbe-Haus in dem sich die Abgeordnetenbüros und die Sitzungssäle des Bundestages befinden sowie das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, welches den Große Anhörungsaal und das wissenschaftliche Dienstleistungszentrum beheimatet.Lage

Der kulturell wertvollste Bau ist neben dem Brandenburger Tor, das Reichstagsgebäude (geöffnet von 8-24 Uhr, der Eintritt ist frei). Es wurde von dem Architekten Paul Wallot im Stil der Neorenaissance entworfen und in den Jahren 1884 bis 1894 auf einer Grundfläche von 13.290 m² errichtet. Das Gebäude hat eine Höhe von bis zu 47 Metern und wurde von 1994 bis 1999 umfangreich saniert. Während dieser Zeit wurde es von dem Künstlerpaar Christo und Jeanne- Claude zu einem Kunstwerk umfunktioniert. Unter dem Motto »Verhüllter Reichstag« überspannten sie das Gebäude im Jahr 1995 mit einem Gewebetuch.

 

Geschichte

Ein Gebäude, das dem Reichstag des Deutschen Kaiserreichs sowie auch dem der Weimarer Republik ausreichte, um Politik zu zelebrieren, genügte dem größenwahnsinnigen Nazi- Regime natürlich nicht und so bauten sie weitere kolossale Gebäude wie das Detlev-Rohwedder-Haus in der Wilhelmstraße. Es wurde 1935 nach den Plänen des Architekten Ernst Sagebiel errichtet. Die heutige Verwendung als Bundesministerium für Finanzen fügt sich nahtlos an die ursprüngliche Nutzung als Reichsluftfahrtmuseum an. Beide Einrichtungen hatten beziehungsweise haben es mit abhebender Materie zu tun. Das Reichsluftfahrtmuseum mit Fluggeräten und das Bundesministerium für Finanzen mit Politikern. Diese Tatsache reflektierend betrachtend, erkennt man, dass die sich an der Macht befindliche Regimeelite gar noch größenwahnsinniger ist, als die längst der Geschichte angehörenden. Sie haben für über 3,44 Milliarden Euro das Regierungsviertel um weitere Gebäude erweitert. Dazu gehören wie bereits erwähnt das Paul-Löbe-Haus, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und das, als »Waschmaschine« bekannte Bundeskanzleramt. Dass die Regierung mit dem Ausbau des Regierungsviertels nicht nur ihren Größenwahn offen zur Schau stellt, sondern obendrein auch unser hart verdientes Steuergeld mir nichts dir nichts zum Fenster hinausgeworfen hat, zeigen die bereits im Jahr 2010 aufgetretenen Baumängel (über 900!), deren Beseitigung über 68 Millionen Euro gekostet hat.

 

Aktuell

Damit das Pack unter sich bleibt und ungestört dem Volk das Fell über die Ohren ziehen kann, befinden sich auch die meisten Wirtschaftsverbände und Interessenvertretungen im Regierungsviertel. Die Ländervertretungen gönnen sich auf Kosten der Steuerzahler ebenfalls einige der besten Grundstücke im Stadtzentrum. Da sich auch ausländische Botschaften in dem Regierungsviertel befinden, könnte man manch diplomatische Verwicklung als Nachbarschaftskrieg bezeichnen.

Im Zuge dieses TouriTipps möchte ich es nicht versäumen, meinen Aufruf zu erneuern, der die Bitte beinhaltet, nicht mehr benötigte Silvesterböller der Kreuzberger-Redaktion zukommen zulassen, damit wir dem »alternativlosen« Ziel näher kommen eine Superbombe zu bauen, mit der wir das Regierungsviertel zusammen mit all seinen sich dort aufhaltenden politischen Nichtskönnern in dem sandigen Untergrund der Stadt verschwinden zu lassen. Getreu dem Motto der volkswirtschaftlich gewichtigen Märkte: Abreißen und neu bauen.

 

Interessante Orte in der Nähe

In Zeiten, wie diesen, in denen Hartz-IV-Empfänger mit ihren Leistungen nicht wissen wie sie überleben sollen und mehr oder weniger schwer Arbeitende sich von der Politik eine »spätrömisch dekadente« Lebensweise nachsagen lassen müssen, ist es mehr als nur eine bodenlose Frechheit, dass sich unsere Damen und Herren Volksvertreter mit allem umgeben, was das arme unterbezahlte und von Stress zerfressene Politiker-Herz begehrt. Wer also das nötige Kleingeld oder die schwarze American Express-Karte auf Tasche hat, kann in unzähligen Läden, Galerien, Boutiquen und Restaurants im und um das Regierungsviertel herum seine Urlaubskasse plündern. Darüber hinaus finden sich im direkten Umfeld aber auch noch weitere Sehenswürdigkeiten. Westlich vom Regierungsviertel liegt der Tiergarten mit seinen Skulpturen. Das Richard-Wagner-Denkmal mit mit einigen Figuren aus seinen Opern, Otto von Bismarck der auf seinem Sockel 15 Meter empor ragt und das aufwendig restaurierte Musiker-Denkmal von 1904 sind nur drei der insgesamt 67 Skulpturen. An der Straße des 17. Juni befindet sich zudem das Sowjetische Ehrenmal mit zwei T-34-Panzern. In östlicher Richtung reihen sich links und rechts des Boulevards Unter den Linden geschichtsträchtige Gebäude aneinander. Darunter die Staatsbibliothek, die Neue Wache und das Kronprinzenpalais.

 

Anfahrt

Obwohl die Fahrradwege, wie in der letzten Ausgabe berichtet, ungenügend ausgebaut sind, ist die Anfahrt mit dem Drahtesel schon aus dem Grund zu empfehlen, um die letzte Fahrpreiserhöhung im öffentlichen Personennahverkehr von 2,40 Euro auf 2,60 Euro je Fahrtstrecke nicht zu unterstützen. Dennoch hier die Alternative mit dem ÖPNV.

S-Bahn: Linie 25/Station Brandenburger Tor

U-Bahn: Linie 55 (Bundestag)

Bus: 100, M85 (Reichstag/Bundestag), TXL (Brandenburger Tor), 200, N2 (Behrenstr./Wilhelmstr.)




„Schnauze voll“ – Schönemann´s Berlinfazit

Oder: Macht´s gut, macht´s nach und macht´s wie Schönemann – verpisst euch!

Ich schob mir gerade einen von zwei bestellten Cheeseburger ins Gesicht, als mir ein Artikel in der Zeitschrift Stern (Ausgabe 4/2013, Seite 80) ins Auge fiel. Der Artikel hatte den Titel „Schnauze voll“ und war von Tyll Schönemann, verfasst – einem gebürtigen Bayreuther, der die letzten zehn Jahre offenbar in Berlin gelebt hat (Zum Stern-Artikel: http://www.stern.de/panorama/berlin-ade-schnauze-voll-1955474.html).

Ich weiß nicht, in welchem Loch oder unter welchem Stein der gute Mann die ganze Zeit verbracht hat, aber einen Schluss lässt der Inhalt seines Artikels zu, er hat nie auch nur einmal einen echten Berliner getroffen und/oder kann auch nur ein einziges Mal die Reize dieser Stadt ausgelebt haben. Anders jedenfalls ist diese durch und durch negative Kritik nicht nachvollziehbar.

Schönemann, ehemaligen Chefredakteur der Zeitschrift Stern beschreibt aus seiner Sicht die Lebensumstände in Berlin. Er klagt sein Leid über die ständig und überall anwesenden U-Bahn Schnorrer und dass Berlin nicht nur versifft, sondern auch „verSUVt“ist. Er ärgert sich über den Schaffensdrang der Stadt, der über die theoretische Phase nicht hinauskommt und Wolkenkratzer am Alexanderplatz oder der Flughafen Berlin Brandenburg in der Praxis nie oder nur unzureichend umgesetzt werden. Ein Dorn im Auge sind ihm auch die Touristen, die unter anderem die Oberbaumbrücke als Pissrinne missbrauchen. Er beklagt, dass die Kreativen, die sich in Berlin ansiedeln, dies tun „ohne Erfolg“ zu schaffen. Und zu guter Letzt erwähnt Schönemann, dass weniger werdende Gemeinschaftsgefühl unter der Bevölkerung und nennt als Grund dafür die „Zugezogenen“. Um diese Sachlage zu erfassen, bedarf es keinem Teilzeit-Berliner wie Tyll Schönedingstabumsta. Diese Missstände werden von BürgerInnen und Initiativen seit Jahren beklagt. Seit Jahren sorgen Touristen dafür, dass nicht nur die Oberbaumbrücke als Pissrinne missbraucht wird, sondern auch dafür, dass alteingesessene Gewerbetreibende durch Mieterhöhungen verdrängt werden und sich Asia-, Thai- und Schnellrestaurants ansiedeln. Die Touristen beschmieren die East Side Gallery mit „I was here“-Schriftzügen und ziehen laut schreiend und Bierflaschen zertrümmernd durch die, aus ihrer Sicht rechtsfreien Räume von Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg. Die von Schönemann beklagten SUV-FahrerInnen, gehören zum Teil ebenfalls der zugezogenen Bevölkerungsschicht an. Früher zog Berlin diejenigen an, die mit Erfolg dem Grundwehrdienst entgehen wollten und Berlin mit zu dem gemacht haben, was es einmal war. Nun kommen aber seit Jahren Menschen nach Berlin, die glauben, dass Berlin auf sie gewartet hat und ihnen für die Gnade sich hier anzusiedeln dankbar sein müsste. Sie kommen wie die Heuschrecken in der Wirtschaft über unsere Stadt, verklagen Klubbesitzer wegen Lärmbelästigung, obwohl der Klub seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten Bestand hat und die Luxuslofts nebenan erst neu errichtet wurden – mit dem Wissen um den Klub in direkter Nachbarschaft! Es sind ebenfalls die Zugezogenen wie Schönemann, die den Anstieg der Mietpreise auf dem Wohnungsmarkt zu verantworten haben und dadurch auch das von ihm vermisste Gemeinschaftsgefühl zerstörten. Dass alles sind Leute wie der 64-jährige, die sich ohne Respekt vor den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt hier einnisten. Es sind charakterlich Fehlschläge der Natur wie Schönemann, die unsere Stadt kaputt machen und sich, nachdem alles in Trümmern liegt, auch noch darüber auslassen. Aber es gibt auch die schönen Seiten von Berlin und wenn diese Menschen wie Schönemann verborgen geblieben sind, wird dass wohl seine Gründe haben. Denn nur wer sich auf die Berlinerinnen und Berliner einlässt, darf sich früher oder später als ein Teil von ihnen bezeichnen. Alle anderen sind es nicht wert.

Ein direkter Vergleich zwischen dem Loch, aus dem Schönemann gekrochen ist – Bayreuth und Berlin zeigt die Unterschiede auf, die sein Kleinstadtcharakter scheinbar nicht verkraftet hat.

Bayreuth besitzt nach Auskunft des „Welt Weiten Web“ keinen einzigen Späti (für zugezogene: Späti = Spätkauf). Der Flughafen von Bayreuth wird auf der Internetseite als „Verkehrslandeplatz“ bezeichnet. Die Touristeninformation weist auf sage und schreibe 25 Museen hin, die „das reiche kulturelle Erbe bewahren“ – in Berlin kümmern sich darum über 170 Museen. Auch bei der Anzahl von Brauereien, zieht Bayreuth mit 18 den kürzeren gegenüber Berlin mit 20 aktiven Bierbrauern. Einen Fernsehturm gibt es in Bayreuth nicht und auch eine gut ausgebaute Stadtautobahn oder U-Bahn sucht man vergebens. Mit Karstadt, Woolworth, Strauss und Tchibo sind die, im Internet unter Kaufhäuser aufgelisteten „Shopping malls“ der Weltstadt Bayreuth in Gänze aufgeführt. Dafür hat das bayrische Kleinod jede Menge Mode-, Musik- Computer- und Fahrradläden, sowie unzählige Drogerien – und ein Festspielhaus.

Wir können nur hoffen, dass es Schönemann alle zugezogenen nachmachen und sich für immer verabschieden. Dann wären die, von ihm angesprochenen Probleme in Berlin mit einem Schlag beseitigt, zumindest nur noch geringfügig wahrnehmbar. Die Oberbaumbrücke wäre ohne die Touristenströme, bestehend aus den Bekannten und Verwandten der Zugezogenen, die ihren Lieben einmal die Großstadt zeigen wollen, um einiges kleiner und anstatt einer Pissrinne wäre es höchstens noch ein Pissrinsal welches die Oberbaumbrücke zu ertragen hätte. Die „verSUVrung“ und Kunst ohne Erfolg würde der Vergangenheit angehören. Die FahrerInnen der protzigen Geländewagen wären wieder dort unterwegs, wo sie mit ihren Autos hingehören, in die Hügellandschaft vom Schwabenland, auf dem Waldweg in der Eifel oder im Watt der Nordsee. Die erfolglosen Kreativen wären ebenfalls wieder dort wo sie herkamen, bei Muttern in Dortmund, im Kleinstadtmilieu von Schnackenburg oder in der Kunsthochburg und Weltstadt Bayreuth. Lediglich Klaus Wowereit, Bürgermeister und Chef-Verplaner vom Flughafen-Projekt BER, müsste als gebürtiger Berliner weiterhin beherbergt werden. Ach wäre das schön sich nur noch über Wowereit aufregen zu müssen, anstatt über Meinungsmacher wie den Journalisten und Redenschreiber Tyll Schönemann.

Nichts desto Trotz wünsche ich Tyll Schönemann eine gute Heimreise. Möge er heile ankommen und sich von der, in Berlin erlittenen Psychose genesen und in Folge dessen möglichst viele TrittbrettfahrerInnen mitreißen, es ihm gleich zu tun. Die Berlinerinnen und Berliner würden es dankend zur Kenntnis nehmen.

Berlin – ist die Stadt zu hart, bist du zu weich!