Leserbrief zu Tresentest »Unser täglich Brot…«

Servus,

wie kann man denn so einen Laden wie Toros am Oranienplatz als einen Gastrotipp den Menschen anbieten? Die Bude ist ein Mononatriumglutamatverbrenner des Top 10 und stinkt nach Maggi, so dass ich einen anderen Weg über den Ampel nehmen muss, falls ich zum Lidl einkaufen gehe. Es sollte in der ersten Rubrik »Vergast und vergessen« (meine Titel-Empfehlung: »Vergast und vergiftet«) beschrieben werden. Naja, vielleicht die ganz schwer von Monogluto abhängigen Leute lassen sich nicht davon aufhalten…na dann, Gluten Appetit! Gregor

 

Antwort auf diesen Leserbrief:

Moin moin Gregor,

zunächst danke ich Dir für Dein Interesse an unserer Zeitung und noch mehr danke ich Dir für Deine ehrliche Meinung/Kritik.

Bei dem Gastro Tipp handelte es sich, wie im Bericht erwähnt, um die gute »Handwerkerküche«, die keinen gesteigerten Wert auf mononatriumglutamatfreie Ernährung legt. Ich werde Deinen Hinweis jedoch berücksichtigen und früher oder später die Feinschmecker aus unserer Redaktion entsenden, um durch sie die wahrhaften kulinarischen Feinheiten der Stadt zu ergründen und in einem Bericht aufzuführen. Somit wäre jedem Anspruch genüge getan, dem des Gourmet und dem des Gourmand. Um Dir weitere Enttäuschungen zu ersparen, rate ich Dir von Kiezeaner zu Kiezeaner dringend von dem Besuch der anderen von mir in dem Gastro Tipp erwähnten Restaurationen ab. Auch diese werden nicht Deinen Ansprüchen gerecht werden.

Mit freundlichen Grüßen, Oliver Jung

 




Lesermeinung – Alles ändert sich (nicht)

Hallo erstmal, ich weis gar nicht, ob Sie´s schon wussten…Um die Sache etwas witzig zu beginnen, aber mir stinkt´s gewaltig.

Nun habe ich meinen Mut zusammengenommen um auch Mal etwas beizutragen. denn es ändert sich zu wenig in positivere Richtung. Im Gegenteil, die Leute die Deutschland mit ihre Arbeit aus der Scheiße geholt haben, können die Mieten der ‚Nicht-Genug-Bekommer‘ nicht mehr bezahlen und werden zugunsten irgendwelcher Besserverdienender (die Meisten bekommen nur, verdient haben sie es nicht) an den sozialen Rand der Gesellschaft gedrängt.

Warum überhaupt dieser Rand, warum Obdachlosigkeit, warum Arbeitslosigkeit und noch soviel anderes Unrecht? Weil so Typen wie Wowi, oder früher Diepi und Konsorten, lügen wenn sie das Maul aufmachen und sich nicht schnell genug die Taschen voll stopfen können. Dieses ganze Regime (bis auf wenige Ausnahmen) ist korrupt und gierig bis in die Haarspitzen. Leider kann ich auf Einzelne nicht weiter eingehen, denn dazu müsste man ein Buch der Dimensionen eines Brockhaus schreiben und da ich kein Schriftsteller bin und auch noch andere Dinge ansprechen will, die in meiner Geburtsstadt Berlin in unmittelbarer Umgebung passieren, danke ich dem Kreuzberger für diese Möglichkeit mich zu äußern.

Ich werde jetzt auch nicht alles was mir auf der Seele brennt loswerden können, aber auf einiges möchte ich doch Aufmerksam machen und wenn ich nicht alleine bin mit meinen Anmerkungen, bitte ich die Leser des Kreuzbergers die Herausgeber in jeder nur erdenklichen Form zu unterstützen und sei es nur durch einen Leserbrief wie den meinen. Im Übrigen will ich einmal darauf hinweisen, dass wahrscheinlich auch Spenden in jeder Form sehr willkommen sind, denn was ich so mitbekomme, geben der Herausgeber und alle Beteiligten am Kreuzberger ihr letztes Hemd um Euch mitzuteilen, was hier Phase ist. In diesem Sinne habe ich große Achtung vor solchen Leuten, die ihr Dasein nicht auf Eure Kosten bestreiten, sondern Gleichgesinnte suchen, die auch eine Möglichkeit darin, sehen mal Dampf abzulassen, ohne dem Nächstbesten aus Wut darüber was hier mit uns gemacht wird, auf die Fresse zu hauen.

Da bin ich auch schon bei meinen Themen, denn die Aggressivität, der Lärm, der Dreck, die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus, die Hektik, der Leistungsdruck u.v.a. nimmt stetig zu und immer mehr Menschen werden krank (ist ja auch kein Wunder, denn der Fisch fängt immer vom Kopf her an zu stinken).

Was ich meine ist z.B. der Lärm, der immer mehr krank macht, wenn rücksichtslose Rasenmäherfahrer, Liefer-Pkw/-Lkw, Autofahrer, Gartenbauamt, Müllabfuhr, Straßenreinigung, u.a., die Spielstraßen als Rennstrecken betrachten, die sie nach Gutdünken berasen können, weil sie nicht kapieren eben nicht alleine auf der Welt zu sein.

Eltern die Ihre plärrenden Gören nicht im Griff haben und meinen mit dem erworbenen Kitaplatz auch das Recht zu haben jeden Tag Anwohner zu nerven, weil ihre Kleinen ja noch kein Verständnis haben können (wo soll´s bei den Kleinen denn auch herkommen?). Selbst Erzieher können nicht für geordnete Lautstärke sorgen (weil sich die Kinder ja entfalten sollen) und wer am Ende laut genug schreit hat Recht, oder was!?! Oder Schüler aus dem Bildungswerk die ihre Pausen vor der Schule auf der Straße verbringen müssen, damit auch alle Anwohner mitbekommen was sie am Wochenende versäumt haben. Menschen, Telefonierende, Touris, die besoffen (oder auch nicht), sich lautstark anbrüllend, die Straßen der Stadt bevölkernd und dem armen Berlin Devisen bringen sollen !?! Ich glaub ich bin im Osten.

Nicht, dass wir das alles nicht bräuchten z.B. Müllabfuhr, Straßenreinigung, Lieferanten, u.s.w. Aber nicht die Denke: Hauptsache schnell mit MEINER Arbeit fertig werden und nach MIR die Sintflut. Oder: „Wenn ICH arbeite, brauchen andere nicht schlafen!“. Das es aber auch noch andere Leute gibt die arbeiten gehen (um die scheißteuren Mieten zu bezahlen), wenn DU die Füße hochlegst oder Urlaub machst, kommt nicht in den Sinn. Wenn jeder ein wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen würde, hätte wahrscheinlich die Bevölkerung unserer Nachbarplaneten einen besseren Eindruck von uns.

Nun möchte ich noch von einem letzten Spaziergang berichten, den ich mit meiner Frau am Sonntag früh gemacht habe. Es ekelt mich an und ich verstehe nicht, was ich hier sehe. In jedem Gebüsch, an jedem Baum, in jedem Rinnstein, auf jedem Gehweg, auf jeder Wiese, an jedem Wasser, einfach überall nur noch Dreck!!!

Wir haben in Berlin eine hervorragende, wenn auch rücksichtslose Stadtreinigung und Müllabfuhr, eine Garten und Landschaftspflege, Gewässerschutz und was weiss ich nicht noch alles, wofür die Berliner Bürger eine Menge Steuern zahlen.

Ist das der Grund dafür, das hier jeder nur noch seinen Dreck fallen lässt, wo er geht und steht? Leben die Leute zuhause auch so, als wenn sie in ihr eigenes Wohnzimmer scheißen? Macht sich denn keiner mehr Gedanken, wie lange so ein Kronkorken/Plastikdeckel/Chipstüte braucht um zu verrotten? Oder soll das jemand anderer aus dem Gebüsch holen? Ich kann ja noch verstehen, wenn man mal eine Pfandflasche stehen lässt, da leben mittlerweile einige Leute davon. Alle 3m hängt/steht irgendwo ein Mülleimer, aber ich sehe nur noch eine einzige Müllkippe und das macht mich nicht nur traurig, sondern wütend.

Es gibt noch ewig viele Beispiele und die Verarschung und Bevormundung vom Gesetzgeber hat schon lange die Grenze des erträglichen erreicht (z.B. Nichtraucherschutzgesetz, worüber ich mich vielleicht beim nächsten Mal noch äußern werde).

Ich bitte alle Mitbürger und Besucher der Stadt Berlin auf Dreck-, Müll- und Lärmvermeidung zu achten.

Auch Hundebesitzer die ihre Tiere beim einkaufen alleine draußen lassen (die Tiere bellen laut vor Angst alleine gelassen zu werden), die Notdurft ihrer Tiere nicht beseitigen und sie überall hinpissen lassen (auch gegen fremdes Eigentum wie Fahrräder, Motorräder, Hausecken u.s.w.). Oder Kraftfahrzeugführer, die meinen ihre Hupen ständig überprüfen zu müssen.

Des Weiteren hatte der Herausgeber in seinem Artikel über Radfahrer auf Bürgersteigen mit ignoranten Sprüchen auf den Lippen auch schon ein Thema angesprochen, worauf ich jetzt nicht mehr näher eingehen werde. Aber, sollte mich einer mal anfahren, wenn ich aus dem Haus gehe, dann wird dieses Zusammentreffen sehr unglücklich für den Radfahrer ausgehen.

In diesem Sinne und in der Hoffnung das unsere Gesellschaft einen Weg findet sich zu arrangieren oder aufzulehnen, um den gierigen, egoistischen, machtgeifernden, korrupten, sich die Taschen voll stopfenden, über Leichen gehenden, respektlosen Individuen zu zeigen, dass es auch anders geht! Wenn ich noch einmal die Kraft finde – ‚denn ich habe noch lange nicht genug‘ geschrieben – dann bis demnächst und reden Sie mit uns, wir reden ja auch mit Ihnen!

Ihr/Euer OM




Tiefe Einblicke – Wie Kapitalismus und Parlamentarismus zusammen gehen

Kurz – Bericht vom „2. Runden Tisch“ im Wrangel – Kiez. Mit Beteiligung von AnwohnerInnen, Bezirksamt (Bürgermeister, Wirtschafts- und Ordnungsamt) und zwei uniformierten und bewaffneten Kiez-Bullen.

Wichtigstes Thema: Miet-Erhöhungen und Verdrängung (Stoppen!) diskutiert am Beispiel des Hauses in der Schlesischen Straße 25.

Vorgeschichte, Eigentümer-Wechsel und Verantwortlichkeiten!

Historisches Drama in vielen Akten

1. Der Bezirk Kreuzberg verfügt über viele Häuser und Grundstücke. Die Berliner Bezirke sind unselbständige Verwaltungseinheiten. Sie dürfen zu grundsätzlichen Fragen Stellung nehmen. Entscheiden dürfen sie nur so lange, wie es der Landesregierung genehm ist.

2. Die Landesregierung = Senat hält es für zweckmäßig, sämtliches Kommunales Eigentum an sich zu ziehen (gegen den Widerstand der Bezirke) und beispielsweise der GSW zu schenken. Die GSW gehört der Stadt Berlin, also: dem Senat.

3. Die Stadt braucht mal wieder viel Geld – für „übergeordnete Aufgaben“, beispielsweise zur Unterstützung von (potenziellen und tatsächlichen) Investoren an den Ufern der Spree. Sein „Liegenschaftsamt“ erhält die Aufgabe, allen Grundbesitz meistbietend zu verhökern. Nicht nur an Hedge – Fonds!

4. Das Mietshaus in der Schlesischen Straße ist bereits verkauft – an Privat. Im Grundbuch steht aber noch die GSW. Die hätte das Haus bis 2003 MieterInnen – freundlich sanieren sollen. Hat sie aber nicht! Der Senat hätte diese vertragliche Zusicherung einklagen sollen, sich sozusagen selbst verklagen sollen. Hat er aber nicht. Im Haus leben nur noch zwei Mietparteien – die einzigen, die sich (vielleicht) jetzt noch juristisch zur Wehr setzen können. Das Bezirksamt, Abteilung Wirtschaft (?) hätte diese Schweinerei öffentlich machen sollen – hat es aber nicht. Es wartete mit dem Grünen Bürgermeister auf die Hausbesetzung!!

5. Der neue Eigentümer stellt ihm (dem Franz Schulz) „einige soziale Wohnungen“ im Haus in Aussicht. Immerhin?? Natürlich (?) muss (??) auch der Käufer nicht nur Rücksicht auf seine Finanzen (und Finanziers?) nehmen, aber natürlich auch auf das Klima im (unbekannten) Kiez.

6. Der Bürgermeister persönlich will sich dafür einsetzen, dass Gentrifizierung & Co KG sanfter, sozusagen grüner abläuft. Ein Anwohner brachte es realistisch, wenn auch ungeschickt formuliert auf den Punkt: Das geht seinen Gang und keiner kann was dafür! Ich meine: Wir, die Betroffenen und die, die sich betroffen machen, können manches verhindern. Aber: nur gemeinsam!!!

Geschrieben von flu

 




Leserbrief

Hallo Ihr,

alle anderen loben euch an dieser Stelle erst immer. Muss man das? Sonst würde ich lieber gleich direkt zum Thema kommen. Der Touri-Tipp in der letzten Ausgabe war toll. Bei mir kam an: „Touris, raus aus den Straßen, rauf auf die Schiffe!“ Find ick jut! Und das sei den Touris mal gesagt, sich hinter Klodeckelbrillen versteckend, die Bierpulle lässig tragend als cool verkaufen und denken wir merken nicht das ihr es seid, geht mal schön nach hinten los.

Wir verhandeln nicht mit Touristen!

In diesem Sinne,

ein Anonymer

 




Ein Leserbrief…

der besonderen Art erreichte in diesen Tagen die Redaktion. Auch wenn wir Kathrin nicht verraten werden was wir konsumieren, nehmen wir doch gerne zur Kenntnis das es ruhig ein wenig mehr sein darf!!

 

Liebe Kreuzberger Redaktion,

hier erst mal ein Lob an Euch. Was auch immer Ihr konsumiert um dieses Blatt auf die Beine zu stellen, nehmt mehr davon!! Weiter so! Eine kleine Kritik muss allerdings erlaubt sein. Als treuer Leser der ersten Stunde, liebe ich vor allem die beiden Chaoten „Horch und Guck“. Was ist passiert? Sind sie arbeitslos geworden? Mussten sie Platz machen für Eure redaktionell anspruchsvolleren Beiträge? Bitte lasst sie wieder aufleben!!

Liebe Grüße

Kathrin

 

Liebe Kathrin,

danke für Dein Lob und natürlich auch für die Kritik. „Horch und Guck“ hatten sich zwecks einer kleinen Europareise verabschiedet, sind aber jetzt erholt und vor allem gesund wieder in der Kreuzberger Redaktion gelandet. Wie du siehst haben wir in dieser Ausgabe, unter dem Titel „Schnauze voll!“, wieder einen kleinen Mitschnitt aus ihrem verrücktem Alltag abgedruckt.

Dir und allen anderen viel Spaß damit.