Horch und Guck – Hörbuch Trailer

Für alle Fans von Horch und Guck, gibt es diesen Vorab-Trailer zum Hörbuch, dass 2014 endlich erscheinen wird.

Viel Spaß wünschen Euch Horch und Guck – Meisterspione a. D.




Horch & Guck: Wahlsonntag

Das Telefon klingelte und Horch nahm den Anruf entgegen: »Ja?«, fragte er genervt. »Wer wagt es am frühen Sonntag morgen zu stören?«

»Ich bin´s.«

Horch erkannte die Stimme seines Freundes: »Wer sollte es auch sonst sein? Was gibt es?«

»Habe ich dich geweckt?«, fragte Guck.

»Nein, so höre ich mich immer an, wenn die Sekretärin auf meinem Gesicht sitzt! Klar hast du mich geweckt! Hast du mal auf die Uhr geschaut?«

»Ja, klar«, antwortete Guck euphorisch, »und weißt du was heute ist?«

»Sonntag!«, fuhr Horch seinen Freund an.

»Ja, aber nicht irgendein Sonntag.«

»Gleich ist Totensonntag mein Freund. Was willst du?«

»Heute ist Wahltag!«, erwiderte Guck.

»Ach du scheiße und deswegen rufst du mich an?«

»Ja, denn wer nicht wählen geht, darf sich hinterher…«, ohne ein weiteres Wort seines Freundes abzuwarten, beendete Horch das Gespräch und legte das Telefon neben sich auf den Nachttisch. Er hatte sich gerade umgedreht und wollte weiterschlafen, als das Telefon erneut klingelte. Genervt nahm er das Gespräch an.

»Was gibt es denn noch?«

»Hallo mein Sohn. Ich hoffe ich habe dich nicht geweckt?«

Genervt antwortete Horch: »Nein, so höre ich mich immer an, wenn meine Sekretärin auf…« Horch brach den Satz ab, als er aus dem Halbschlaf erwachte, realisierte, dass seine Mutter am Telefon war.

»Was wolltest du sagen?«

»Ach, nichts, vergiss es Mutter. Was verschafft mir so früh am Morgen die Ehre?«

»Es ist Wahlsonntag und ich wollte dich an deine Bürgerpflicht erinnern.«

»Ach, lass mich doch mit diesem Mist in Ruhe. Guck hat auch schon angerufen, um mich auf dieses Negativereignis hinzuweisen. Außerdem weißt du, wie ich zu dem Thema Wahlen stehe.«

»Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher auch nicht beschweren!«

»Ja, ja, das hat Guck mir auch schon gesagt.«

»Guter Junge, du solltest öfter auf ihn hören.«

»Du solltest öfter auf mich hören! Dann wüsstest du, dass du dich heute völlig umsonst zur Wahlurne quälst. Genieße lieber das Wetter und versaue dir den Tag nicht mit der Wahl des größten Idioten. Ich für meinen Teil werde jetzt weiterschlafen. Ich rufe dich die Tage mal an. Bis dann.«

Horch beendete das Gespräch und drehte sich wieder auf die Seite um weiterzuschlafen. Erneut klingelte das Telefon.

»Mutter?«, fragte Horch.

»Nein, Guck.«

»Was willst du denn schon wieder? Ich will schlafen!«

»Ich wollte nur fragen, wann ich dich abholen soll?«

»Du brauchst mich nicht abholen! Ich will schlafen!«

Horchs Worte ignorierend sagte Guck: »Aber am Morgen sind die Wahllokale noch nicht so voll.«

»Das ist mir scheißegal ob und wann die Wahllokale voll sind oder nicht, ich gehe eh nicht wählen. Und jeder Idiot, der meint, sich in die Schlange der Schwachsinnigen einreihen zu müssen, ist selber schuld. Ich werde weder einen Fuß aus dem Bett setzen, noch einen Finger krumm machen, um den Stift in die Hand zu nehmen, mit dem ich ein Kreuz mache, welches keinerlei Bedeutung für den Ausgang der Wahlen hat.«

»Was bist du denn so gereizt?«, fragte Guck.

»Warum ich so gereizt bin? Weil niemand um mich herum verstehen will, dass Wahlen nichts bewirken und niemanden dazu bewegen werden, etwas in diesem Land zu verändern, außer es nutzt ihm persönlich. Geh du nur und nehme dein demokratisches Recht wahr.«

»Ich bin dann so in einer Stunde bei dir«, sagte Guck.

»Hörst du mir nicht zu oder was? Außerdem kann ich gar nicht wählen gehen.«

»Wieso? Hast du deine Staatsbürgerschaft abgegeben oder ein Verbrechen begangen, von dem ich noch nichts weiß?«

»Nein, aber ich weiß nicht, wo sich meine Wahlbenachrichtigung befindet.«

»Das heißt, du hast sie verloren? Wo kann die denn sein?«

»Verloren würde ich nicht sagen. Ich habe sie ordentlich abgelegt.«

»Wo?«

»In dem Papierkorb unter den Briefkästen.«

Guck fing an zu lachen: »Ja, die habe ich gefunden und dir mit ins Büro gebracht. Die müsste in dem Fach für politisch motivierte Briefsendungen liegen. Ich fahre ins Büro und bin dann gleich bei dir.«

Horch wollte noch etwas erwidern, aber Guck hatte das Gespräch bereits beendet.

Eine Stunde später klingelte es an Horchs Haustür.

»Bin gleich da«, gab Horch Guck Bescheid.

Kurz darauf waren sie gemeinsam auf dem Weg zum Wahllokal in die Schlesische Straße. Unterwegs entbrannte die Diskussion über den Sinn des Wahlgangs zwischen Horch und Guck erneut.

»Ich verstehe dich nicht, dass du, von berufswegen über die Korruption in Wirtschaft und Politik bestens informiert, noch immer zur Wahlurne rennst und deine mehr oder weniger wertlose Stimme abgibst«, regte sich Horch auf.

»Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher auch nicht beschweren.«

»Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie verboten!«, erwiderte Horch. »Es würde mich nicht wundern, wenn die Wahlen hierzulande, wie in anderen „Demokratien“ ebenfalls, manipuliert wären. Die Politiker aller Parteien lügen das Blaue vom Himmel, um die Stimmen des Volkes zu ergattern, welches sie Tag ein Tag aus bescheissen. Das Volk hängt in der Wahlkampfphase an den Lippen, der von ihnen verehrten Volksvertreter und glauben ihnen wieder und wieder jedes, auch noch so heuchlerisch verkündete Wort und jedes, auch von noch so weit an den Haaren herbeigezogenes Versprechen für die Zukunft. Erinnern wir uns an die Versprechen der letzten Wahlen. Was wurde eingehalten? Lohnnebenkostensenkung und Steuererhöhung! Normalsterbliche Bürgerinnen und Bürger wurden schon für weitaus kleinere Vergehen geteert und gefedert. Die Meisten vergessen dabei, dass jeder Volksverräter…äh…Volksvertreter von unseren Steuergeldern, bezahlt wird. Vom kleinsten Verwaltungsangestellten, über die Wegelagerer vom Ordnungsamt und die Schlägertrupps der Polizei, bis hin zu den Politikern und dem Bundespräsidenten, beziehen alle ihr Gehalt, ihren Lohn, oder wie man es sonst noch nennen mag, aus dem Steuertopf. Wir sind es, die das von Guido sogenannte spätrömisch dekadente Leben der Regimeelite und deren Schergen bezahlen. Jeder von uns ist somit der Vorgesetzte der zuvor genannten Staatsdiener. Aber wie müssen wir uns als solche behandeln lassen? Wir werden belogen, betrogen, verarscht, verraten und verkauft. Nun frage ich dich, welcher Chef würde sich dieses Verhalten seiner Angestellten gefallen lassen? Laut dem Grundgesetz Artikel 20 Absatz 2 geht alle Staatsgewalt vom Volke aus. Genau dieses Gesetz muss wieder gesellschaftliche Selbstverständlichkeit werden. Zeit dieses Vorhaben anzugehen!«

»Na dann mal los«, warf Guck ein.

»Mittlerweile betrachten sogar einige der linken Geister die Zuwanderung der Mittelschicht aus europäischen Notstandsgebieten zunehmend mit Sorgenfalten im Gesicht. Dem kann ich nach wie vor nur entgegensetzen, wir sind selber schuld. Sarkastisch gesagt, können wir sogar noch froh darüber sein, dass die Ärmsten der Armen – die nur so arm geworden sind, weil wir unseren Lebensstandart längst vergangener glücklicherer Jahre ausgelebt haben – nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um sich ebenfalls eine Fahrkarte oder ein Flugticket nach Deutschland zu leisten.«

»Wenn du so gut Bescheid weißt, warum gehst du dann nicht in die Politik?«, fragte Guck.

»Ich? Politiker? Lass mal gut sein, diese ganzen Idioten und Selbstdarsteller, die einen da umgeben, halten meine Nerven nicht aus. Nimm alleine den Spruch ›Leistung muss sich lohnen‹, den die Politik propagiert. Die Wahrheit sieht anders aus. Millionen von Menschen gehen Vollzeit arbeiten und müssen trotzdem zusätzlich Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beantragen. Zugleich wird durch diese Haltung der Politik die Altersarmut gefördert. Bundesminister Dirk Nibel von der FDP hat in der Fernsehsendung Studio Friedman die Festlegung einer Lohnuntergrenze abgelehnt, damit die Höhe der gesetzlich festgelegten Löhne nicht Gegenstand eines jeden Wahlkampfs werden. Geistiger Dünnschiss! Derzeit ist der Mindestlohn an sich Gegenstand eines jeden Wahlkampfes. Dies bedeutet zugleich, dass Unternehmen durch Steuergelder subventioniert werden. Die Reallöhne sind in den vergangen zehn Jahren gesunken und nicht wenige Menschen arbeiten für nicht ein mal fünf Euro in der Stunde. Jedes Jahr demonstrieren hunderttausende am 1. Mai, einem Feiertag, der in 1856 in Australien seinen Ursprung hat, 1919 von der SPD, DDP und Teilen des Zentrums per Gesetz als gesetzlicher Feiertag festgelegt werden sollte und letztendlich durch einen Gesetzeserlass am 10. April 1933 durch die Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag und 1934 zum Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes erklärt wurde. Wir »feiern« nächstes Jahr sozusagen 80-jähriges Jubiläum der nationalsozialistischen Gesetzgebung. Heil Hinkel! Ganz im diktatorischen Sinn wurde der aktuelle Armutsbericht gefälscht. Während in der ursprünglichen Fassung vor ›gesellschaftlicher Spaltung und den daraus resultierenden Gefahren‹ gewarnt wurde, ist in der veröffentlichten Version zu lesen, dass ›die vorliegenden Daten eine positive Entwicklung der Lebenslage in Deutschland belegen‹.«

»Dass die Politiker herummauscheln ist doch bereits seit Jahrzehnten bekannt. Eigentlich gab es das schon immer«, warf Guck ein.

Inzwischen waren Horch und Guck am Wahllokal angekommen und begaben sich in den Infobereich zur Ausgabe der Wahlunterlagen. Horch fuhr fort: »Ja, aber du siehst doch wo das hinführt. In Griechenland werden die Bankkunden an der, von den Banken und Spekulanten verursachten Krise anteilig mit ihren Spareinlagen beteiligt. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei bis zu sechzig Prozent, je nach Region und dass Irland mit der Kreditaufnahme durch die EZB einzig und allein deutsche, französische und englische Banken gerettet und somit ein sprunghaftes Ausbreiten der Krise verhindert hat, erfährt die Öffentlichkeit nicht. Jeden Tag aufs neue lügen uns die Volksvertreter ohne Skrupel ins Gesicht. Ein Großteil der Bevölkerung vertraut auf die Worte und glaubt an eine Kehrtwende. Ich bin auf die langen Gesichter der Menschen gespannt, wenn sie eines Tages am ersten des Monats ihre Miete, Versicherung oder sonstige Rechnungen bezahlen wollen und feststellen, dass die sozialen Leistungen wie Renten, Arbeitslosengeld oder sonstige staatliche Zahlungen ausgeblieben sind. Warren Buffet, US-amerikanischer Unternehmer, hat im Interview mit Ben Stein in der New York Times vom 26. November 2006 gesagt: »Es herrscht Klassenkrieg, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« So, und nun kannst du wählen gehen. Viel Spaß.«

Wortlos verschwand Guck in der Wahlkabine. Horch nahm ebenfalls seinen Wahlzettel und verschwand in der daneben stehenden Wahlkabine. Er faltete die Zettel auseinander und schrieb in deutlich lesbaren Druckbuchstaben auf jeden der beiden: ›Ich scheiße auf diese Demokratendiktatur!‹, faltete sie wieder zusammen und steckte sie in den Umschlag. Grinsend ging er zur Wahlurne und warf den Umschlag vor Gucks Augen in die Urne.

»Du hast es wirklich getan?«, fragte Guck erstaunt.

»Damit du endlich Ruhe gibst, ja, ich habe meine Stimme abgegeben. Und nun lass uns hier verschwinden. Das Wetter ist zu schön, um hier drin zu verweilen.«

 




Horch & Guck Das Bewerbungsgespräch (Teil 1)

Guck rief: »Post für dich«, als er das Büro betrat und wedelte mit einem Brief in der Hand. Horch schaute misstrauisch. »Die Farbe vom Umschlag verheißt nichts gutes. Ökograu ist immer irgendeine Scheiße von den Behörden.«

»Da könntest du Recht haben. Jau, hier steht´s, vom Jobcenter.«

»Scheiße, dann ist es noch schlimmer, als irgendeine Behörde.«

Horch öffnete den Brief und las vor:

»Sehr geehrter Herr Horch, da Sie aufgrund Ihrer geringen Pensionsansprüche im Leistungsbezug öffentlicher Kassen stehen, freuen ich mich Ihnen ein Arbeitsangebot unterbreiten zu können, das Ihren Qualifikationen entspricht und mit dem Sie in Zukunft Ihren benötigten Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten können. Bitte finden Sie sich am 14.02.2013 um 10:30 Uhr in der Chausseestraße 96-99 in Berlin Mitte und dort in Gebäude D beim Personalchef ,Herrn Kuhn, in Zimmer 2063 ein. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht Folge leisten, behalte ich mir eine Sanktionierung Ihrer Leistungsbezüge nach Paragraph…bla, bla, bla. Diese Penner wollen mich echt noch mal vermitteln. Und das wegen 136 Euro, die sie mir monatlich zuzahlen müssen.«

»Was soll´s, du kannst doch mal hinfahren und dir anhören, was die von dir wollen.«

»Weißt du eigentlich wer in der Chausseestraße 96-99 sitzt?«

»Nein, auf Anhieb nicht.«

»Der Bundesnachrichtendienst, mein Freund! Und die wollen mich als Mitarbeiter! Das können die aber mal ganz schnell wieder vergessen«. Horch überlegte kurz. „Und ich glaube, ich habe da auch schon eine gute Idee, um der Anstellung in diesem Verein zu entgehen.« Mit diesen Worten griff Horch zum Telefonhörer und wählte eine Nummer: »Guten Tag, Horch mein Name. Ich würde für den 14. Februar gern eine SS-Uniform reservieren lassen. Die Größe? Da müsste ich erst einmal nachschauen. Kann ich Ihnen die Angaben per E-Mail zukommen lassen? Sehr gut. Ob ich irgendwelche Orden benötige? Hm, ja, so zwei drei wären bestimmt nicht schlecht. Dann verbleiben wir so. Danke und einen schönen Tag noch.«

»Was hast du vor« , fragte Guck verwundert.

»Dem Jobcenter werde ich in die Suppe spucken. Wie du sicher mitbekommen hast, habe ich mir beim Kostümverleih eine SS-Uniform reserviert, schließlich will ich dem Ereignis meiner ›Wiedereinstellung‹ in den aktiven Dienst angemessen gekleidet beiwohnen.«

»Das ist nicht dein Ernst? Musst du immer provozieren?«

»Das ist mein voller Ernst. Und außerdem, wer fängt denn an zu provozieren, die oder ich? Der BND wird schon sehen, was er davon hat, einen alten Genossen wie mich re-krutieren zu wollen«, erwiderte Horch.

»Du kannst doch nicht in einer SS-Uniform zum Vorstellungsgespräch beim BND gehen!«

»Wenn nicht beim BND, wo dann? Oder bist du auch der Meinung, ich hätte lieber die Uniform von Gerneralfeldmarschall Göring nehmen sollen? Die hätte mehr hergemacht, oder?« und grinste.

»Du bist doch völlig bescheuert. Die verhaften dich, noch bevor du die erste Sicherheitsschleuse passiert hast.«

»Ach Quatsch, du und deine Miesmacherei. Davon abgesehen ist es mein Ziel, dass die mich gleich wieder hinauswerfen, und außerdem habe ich da noch ein Ass im Ärmel. Dass kann ich dir leider nicht verraten, ansonsten würdest du zum Mitwisser und somit automatisch auch zum Mittäter in dieser Angelegenheit.«

»Ist auch besser so, ich will gar nicht wissen, was du schon wieder angestellt hast. Trotz alle dem kannst du da nicht in SS-Uniform auftauchen.«

»Lass mich mal machen, Hauptsache ich habe meinen Spaß, und den werde ich ganz sicher haben«, freute sich Horch.

Einige Wochen später war es soweit und Horch fuhr früh am Morgen zum Kostümverleih.

»Guten Morgen, ich habe eine SS-Uniform auf den Namen Horch reservieren lassen.«

»Guten Morgen. Warten Sie, ich schaue kurz nach und ich bin sofort wieder bei Ihnen.«

»Ja, danke«, erwiderte Horch.

Kurz darauf erschien der Mitarbeiter mit der Uniform. »Arbeiten Sie beim Film?«

»Nein, ich habe ein Bewerbungsgespräch und will angemessen gekleidet erscheinen.«

»In dem Aufzug? Das kann sich ja nur um eine Anstellung bei der NPD handeln.«

»Na ja, nicht ganz, aber fast. Ich soll für den BND tätig werden«, sagte Horch und fragte: »Kann ich die Uniform hier irgendwo anprobieren?«

»Selbstverständlich. Die Umkleidekabinen finden Sie in der ersten Etage, rechts von der Treppe.«

»Ich danke Ihnen.« Horch machte sich auf den Weg, die Treppe hinauf zu den Umkleidekabinen. Nach ein paar Minuten stand er umgezogen vor der Spiegelwand, die sich neben den Umkleidekabinen befand, und betrachtete sich von oben bis unten. Die Uniform saß wie angegossen.

Er ging wieder hinunter zu dem Mitarbeiter und sagte: »Ich lasse die Uniform gleich an. Kann ich meine Klamotten bis nachher irgendwo deponieren? Ich denke, ich bin in zwei drei Stunden wieder zurück. Ach und könnten Sie mir ein Taxi rufen? Wenn ich in dem Aufzug mit der U-Bahn fahre, stehe ich morgen in der Zeitung, und das muss ja nicht sein.«

»Klar, geben Sie her, ich lege Ihre Sachen hinten in unser Büro, da sind sie sicher aufgehoben, und das Taxi rufe Ihnen gleich.« Der Mitarbeiter legte die Sachen von Horch ins Büro und rief ihm ein Taxi. Wenige Minuten später war Horch auf dem Weg zum BND-Komplex in der Chausseestraße in Berlin-Mitte. Dort angekommen, stieg er aus dem Taxi und ging auf den, am Haupteingang stehenden Wachposten zu.

»Guten Tag, Ich habe ein Vorstellungsgespräch, hier ist mein Einladungsschreiben.«

Verwundert nahm der Wachmann den Brief entgegen. Im ständigen Wechsel schaute der Wachmann zwischen Horch und dem Schreiben, das er in den Händen hielt, hin und her, nicht glaubend, wer beziehungsweise in welch einem Aufzug sein gegenüber vor ihm stand. »Sie wollen hier hinein?«, fragte der Wachmann.

»Von wollen kann keine Rede sein, ich muss, wie Sie dem Schreiben entnehmen können«, antwortete Horch.

»In dem Aufzug? Da sind Sie sich sicher?«, hakte der Wachmann nach.

»Da bin ich mir sogar ganz sicher«, erwiderte Horch bestimmt.

»Warten Sie hier, ich frage nach, ob das seine Richtigkeit hat.«

Aber anstatt zu warte, folgte Horch dem Wachmann und schlich sich, von diesem unbemerkt, an ihm vorbei.

Kurz darauf befand Horch sich auf dem Weg zu Gebäude D. Um die Gefahr gering zu halten niemandem über den Weg zu laufen, verschaffte sich Horch durch einen Seiteneingang Zutritt. Er stieg die Stufen hinauf bis in die zweite Etage und begab sich zum Raum 2063, wo laut dem Schreiben seine Zielperson, der Personalchef Herr Kuhn saß.

Als er vor der Tür stand, atmete Horch noch einmal tief durch, ergriff die Türklinke und öffnete die Tür mit beherztem Schwung und stand nach zwei Schritten vor dem Schreibtisch des Personalchefs.

Völlig überrascht und erschrocken zugleich sprang dieser aus seinem Sessel auf. Mit weit aufgerissenen Augen schaute er Horch an, als würde er den Teufel persönlich sehen.

Horch schrie im Befehlston: „Nehmen Sie gefälligst Haltung an, wenn ein dienstälterer Rang den Raum betritt“, nahm die Dienstmütze vom Kopf und klemmte sie sich unter den Arm.

»W-wer sind Sie denn? Und was erlauben Sie sich? Und was zum Henker soll der Aufzug in dieser Uniform? Sind Sie völlig bescheuert?«

»Ich bin Horch und erlaube mir, Sie auf Ihr dienstliches Fehlverhalten hinzuweisen und auf die Uniform bezogen, passe ich mich, wie ich finde, optisch nahezu perfekt an das in dieser Behörde offensichtlich vorherrschende politische Gedankengut an. Wenn ich das mal so sagen darf.«

»Wer hat Sie Wahnsinnigen hier herein gelassen?«

»Der Wachmann am Haupttor«, antwortete Horch.

Erschrocken fragte der Personalchef: »Ist das ein Ak-47 auf Ihrer Schulter?«

Horch blickte linksseitig über seine Schulter und danach wieder zu seinem Gegenüber und nickte: »Jepp, ich dachte, ich bringe zum Dienstantritt gleich mal ein paar nützliche Gerätschaften mit. Bei euch sieht es ja, soweit wie ich informiert bin, schlecht aus, wenn es um die Ausrüstung für den Ernstfall geht.«

»Wie sind Sie mit dem Ding hier herein gekommen? Und warum hat der Wachmann Sie nicht schon am Haupttor aufgehalten oder zumindest den Alarm ausgelöst?«

»Der Wachmann wollte sich telefonisch über die Richtigkeit meiner Einladung zum Bewerbungsgespräch rückversichern. Dies habe ich genutzt, um mich, sagen wir mal so, selbst hereinzulassen.«

»Und die Sicherheitskontrollen unten am Eingang?«, fragte der Personalchef

»Welche Sicherheitskontrollen?«

»Wie? Welche Sicherheitskontrollen? Die unten am Eingang zu diesem Gebäude.«

»Ich bin durch den Notausgang hereingekommen.«

»Durch den Notausgang? Der ist doch von außen nur mit einer speziellen Chipkarte zu öffnen.«

Horch grinste ohne Anstalten zu machen, darauf antworten zu wollen.

Der Personalchef nahm den Telefonhörer in die Hand und wählte die Nummer vom Sicherheitsdienst. Als am anderen Ende das Gespräch angenommen wurde und sich der Sicherheitsdienst meldete, sagte der Personalchef: »Ach, dass freut mich aber, dass doch jemand von ihnen im Hause anwesend ist. Hier ist Herr Kuhn, der Personalchef. Hätten Sie die Güte und würden Ihren Arsch umgehend zur mir ins Büro bewegen? Hier steht ein Herr Horch in einer SS-Uniform und einem geschulterten AK-47 vor mir. Ich glaube, wir haben ein kleines Sicherheitsproblem, und ich hätte von Ihnen gern eine Erklärung dazu, danke«, und legte den Telefonhörer ohne eine Antwort abzuwarten wieder auf.

Fortsetzung folgt…

 




Horch und Guck: Horchs Regimekritik (Teil 2)

»Und wie willst du deine Neuordnung der Gesellschaft den Unternehmen und Konzernen schmackhaft machen? Wenn man denen mit sozialer Gerechtigkeit kommt, drohen die mit Abwanderung und Verlagerung ihrer Unternehmen ins Ausland und bringt somit Arbeitsplätze in Gefahr.«

»Wir brauchen denen gar nichts schmackhaft machen. Sie haben die Wahl entweder sozial gerechter zu handeln oder sie können das Land verlassen.«

»Und dann sind alle Arbeitsplätze weg«, warf Guck ein.

»Mit Nichten, denn selbstverständlich wäre der Abzug der Unternehmen mit Bedingungen verbunden. Die Unternehmenseigner dürften lediglich den zu Beginn in das Unternehmen investierten Betrag mitnehmen, die durch die Angestellten und Arbeiter erwirtschafteten Gewinne würden durch den Staat konfisziert und verblieben im Unternehmen, welches bis zur Findung eines neuen, sozialerem Management, von einem, vom Staat bestimmten Verwalter geführt würde. Selbstverständlich verblieben auch, Patente, Forschungsergebnisse und das Wissen um spezielle Fertigungsprozesse in dem Unternehmen.«

»Du willst die Konzerne enteignen?«, fragte Guck erstaunt.

»Na klar, warum nicht. Sie bedrohen die Volkswirtschaft und auf diese Bedrohung darf die Politik nur eine Antwort kennen. Zudem sagen die Politiker doch immer, der Deutsche Staat lässt sich nicht erpressen. Was für Terroristen und die Organisierte Kriminalität gilt, muss doch auch für die organisierten Verbrecher aus der Wirtschaft gelten, wenn sie den Arbeitsplatzabbau als Druckmittel verwenden. Was glaubst du, wie das Land wirtschaftlich aufblüht, wenn nicht mehr die Aktienkurse und Dividenden im Vordergrund stehen, sondern ein gerechter Lohn, Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Zuschläge für Sonderschichten. Die Kaufkraft läge endlich wieder in den richtigen Händen. Und das wäre alles kein Problem, wenn wir, wie ich bereits eingangs erwähnte, die dafür geeigneten Bürgerinnen und Bürger in den Politik hätten.«

»Das hört sich gut an, aber was machst du mit den Leuten, die aufgrund von technischem Fortschritt ihren Arbeitsplatz verlieren? Nimm die Landwirtschaft, die Automobilbranche oder die gern genommene Fertigbauweise von Häusern. Überall müssen Menschen den Maschinen Platz machen.«

»Auch dafür hält mein Plan eine Lösung bereit. Jedes Unternehmen, das Mitarbeiter kündigt, weil es die Produktion auf maschinelle Fertigung umstellt, muss das Gehalt der entlassenen Arbeiter weiterhin und in voller Höhe ausbezahlen. Im Gegenzug erhält das Unternehmen schließlich einen Mitarbeiter, der vierundzwanzig Stunden am Tag ohne Pausen arbeitet, keinen Lohn und somit auch keine Lohnerhöhung verlangt, keinen Urlaub braucht und keine Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld verlangt und wenn er krank wird, kommt der Werksmechaniker vorbei und zieht ein paar Schrauben nach, ölt die Gelenke oder optimiert das interne Arbeitsprogramm. Das Geld, was mit der Anschaffung von modernen Fertigungsstraßen verdient wird reicht aus, um die entlassenen Arbeiter zu bezahlen, die somit nicht auf Leistungen vom Staat angewiesen sind, und reicht auch noch aus, um den Aktionären eine kleine, aber angemessene Dividende auszuzahlen. Die Unternehmen müssen endlich wieder lernen, die Verantwortung für ihre Angestellten zu übernehmen. Früher hatten die Unternehmerinnen und Unternehmer noch das Bewusstsein, für das Wohlergehen ihrer Arbeiter und Angestellten sowie deren Familien verantwortlich zu sein. Heutzutage befinden sich an der Spitze der Konzerne meistens nur noch irgendwelche korrupten Möchtegern-Manager, die alle paar Jahre das Unternehmen wechseln und sich einen Dreck um ihre Angestellten scheren.«

»Die Leidtragenden wären somit die Spekulanten, Bänker und Aktionäre, sie würden ihre Arbeit, die Provision und oder die Dividenden verlieren«, merkte Guck an.

»Dann würde es endlich die richtigen treffen, die in den sauren Apfel beißen müssen. Drecksbande. Aber auch für diesen Fall habe ich ein schönes Beispiel parat. Die Finanzkrise, die im 1637 in Holland ausgelöst wurde. Damals wurden Tulpenzwiebeln für umgerechnet bis zu 87.000 Euro das Stück gehandelt. Als diese Spekulationsblase platzte, sind die Bänker, Gläubiger und Spekulanten zur niederländischen Regierung gegangen und wollten staatliche Mittel erhalten, „da ansonsten das Land pleite wäre“. Und weißt du, was die Regierung nach zweitägiger Beratung verkündet hat?«

»Nein, was?«, erwiderte Guck.

»Ich zitiere: Die Tulpenzwiebelspekulationen sind in einer Art Fieber zustande gekommen, also im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit. Bei Spielsucht ist aber nicht der Staat zuständig sondern der Arzt – Zitat Ende. Infolge dessen kam es zu einer Selbstmordwelle unter Bänkern und Spekulanten. Reicht die Antwort zur Lösung des Problems?«

Guck war sprachlos und so fuhr Horch mit seiner Ausführung fort.

»Und wenn unsere verkommene Regierung endlich mal für das Volk arbeiten würde wie es der von ihnen abgelegte Eid ihnen abverlangt, müssten die Nachrichten nicht mit völlig belangloser Allerweltsscheiße von ihren Taten ablenken. Aber um ihren begangenen Meineid zu verbergen, halten sie uns das Leid der andren vor die Augen. Du musst dir nur mal die Nachrichten anhören, da geht es um Syrien – weiß Gott nicht unwichtig – aber der Verhältnismäßigkeit nicht unbedingt jeden Tag aufs neue erwähnenswert. Der Wahlkampf in Amerika mag für Spekulanten und Investoren von Bedeutung sein, aber für uns ändert ein Obama genauso wenig wie eine Merkel oder ein Steinbrück als Bundeskanzler. Selbst die Tagesschau, einst eine wertvolle Nachrichtensendung ist zum Boulevard Magazin verkommen. Horch schaute auf die Uhr, die an der Wand hing, ging zum Radio und schaltete es ein. »Es ist kurz vor zwei, gleich kommen die Nachrichten, hör´ dir mal an, was da für eine Scheiße als immens wichtig und berichtenswert erachtet wird.«

(-KURSIV ANFANG-) »Es ist 14 Uhr, die Nachrichten. Die Eröffnung des Flughafen Berlin-Brandenburg ist erneut verschoben worden. Ministerpräsident Platzeck teilte auf der heutigen Pressekonferenz mit, dass die Arbeiten nicht vor 2014 abgeschlossen sein werden. Weiteres kann aber erst nach genaueren Beratung mit den beteiligten Unternehmen bekannt gegeben werden.

Die Opposition wird in der nächsten Versammlung einen Misstrauensantrag gegen Wowereit stellen, der jedoch an der Koalitionsmehrheit scheitern wird. Die Berliner Bürger stehen weiterhin hinter Wowereit. Laut einer Umfrage wollen 52 Prozent der Befragten, dass Wowereit weiterhin als Bürgermeister im Amt verbleiben soll.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Studie über den Sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in Katholischen Einrichtungen vorerst gestoppt. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, unter der Leitung von Christian Pfeiffer, soll seine Arbeit nicht weiter fortsetzen.

Die Baukosten für das Stadtschloss in Berlin Mitte und die Sanierung vom Pergamonmuseum werden die veranschlagten Baukosten um einen bislang nicht genauer bezifferten Betrag übersteigen. Das Wetter…«(-KURSIV ENDE-) Horch schaltete das Radio aus.

„Was habe ich dir gesagt?“, fragte Horch.

„Wieso? Das waren doch alles Nachrichten, die im direkten Zusammenhang mit uns stehen“, antwortete Guck.

„Das meine ich nicht. Ich meine den Inhalt. Es geht nur um Lug, Betrug und diesmal sogar auch noch um die, vom Heiligen Stuhl entsandten Kinderficker.“

»Heiliger Stuhl!«, sagte Guck grinsend.

»Was grinst du so blöd?«, fragte Horch.

»Na, verstehst du nicht?“, und Guck betonte „Heiliger Stuhl! Diese Bezeichnung weckt in mir, bezugnehmend auf die Nachrichten, eine ganz andere Assoziation – einen Kothaufen mit Heiligenschein.«

»Was anderes sind die Pfaffen, die sich an Kindern vergehen auch nicht, als ein, in Kutten gehüllter Haufen Scheiße, tätig im Namen des Herrn. Und Wowereit lungert auf dem Canapés und poliert sich die Rosette…“

»Lässt polieren«, warf Guck ein und grinste.

»Von mir aus, lässt polieren«, lenkte Horch ein und setzte seine Ausführung fort. „Auf jeden Fall kümmert er sich einen Scheißdreck um seine Aufgaben in dieser Stadt. Diese Unfähigkeit, die ich ihm übrigens seit Beginn seiner Amtszeit vorwerfe, wird ihm nun hoffentlich zum Verhängnis. Dass schlimme ist nur, das SPD und CDU diesem schmarotzenden Nichtskönner auch noch den Rücken stärken, anstatt ihn der Medienlandschaft zum Fraß vorzuwerfen. Allen voran die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die da sagte, (KURSIV ANFANG) es gibt für einen Rücktritt Wowereits gar keinen Grund, er habe sich – im Gegensatz zur öffentlichen Meinung – dem Flughafen Projekt intensiv angenommen. (KURSIV ENDE) Wenn dem so ist wie Frau von und zu Nahles sagt, dann hat er sich der Verschleierung von Missständen und somit der Beihilfe zum Volksbetrug schuldig gemacht, was mich zu meinem bereits erwähnten Plan und dem damit verbundenen Rekordversuch zurückkommen lässt, mit der größten, zeitgleichen Exekution von Volksverrätern einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde zu bekommen.«

Guck schüttelte den Kopf: »Du hast doch gehört, was die Nachrichten berichtet haben, 52 Prozent der Berliner wollen Wowereit weiter als Bürgermeister im Amt sehen. Aber dass ausgerechnet der Plagiatverfasser und CDU-Fraktionschef, Florian Graf Partei für einen Versager wie Wowereit ergreift ist schon fast bezeichnend für das Verhalten unserer Politiker. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, auch wenn sie einer anderen Partei angehört.«

»Du sagt es, wir werden von Betrügern, Lügnern und Versagern regiert. Die Gefahr ist nur, das die Weltverschwörer Recht behalten könnten, und sich das Volk bei den ganzen Vollidioten im Amt eine einzige Person wünscht, der sie ihr Vertrauen schenken können – einem Führer sozusagen. Dabei vergessen die Leute, das auch ein Führer Mitarbeiter benötigt, und wer sollte das wohl anderes sein, als unsere bisherigen Volksverräter. Gesindel.« Horch drehte sich im Raum herum, so dass eventuell versteckte Abhörmikrofone jedes Wort verstehen würden können und fügte an: »Wenn der Spruch nicht so negativ belastet wäre, würde ich skandieren: Volk steh´ auf und Sturm brich los!“

»Beim Staatsschutz brauchst du keine Sorge haben«, sagte Guck. »Wenn die uns wirklich abhören sollten, haben die bei dem Spruch gerade Haltung angenommen und ihnen sind Tränen der Wehmut in die Augen gestiegen.«

»Wie gesagt, das Regime und seine Handlanger können mich mal kreuzweise. Diesmal müssten keine unschuldigen Bürger um ihr Leben fürchten oder ein Nachbarstaaten Angst haben wir würden über sie herfallen. Die Staaten um uns herum hätten lediglich einen Ansturm von unzählig dekadenten Arschlöchern zu befürchten, die, aus Deutschland vertrieben, in ihrem ganz eigenen Duktus um politisches Asyl bitten würden.“ und setzte nach „Schäuble sollte lieber schon mal die Slicks aufziehen, wegen der Straßenhaftung und so.«

»Bei den Schlaglöchern im Straßenbelag würde ich Rallyreifen empfehlen«, sagte Guck und fing an zu lachen bei der Vorstellung wie Schäuble über das desolate Straßenpflaster aus dem Land rollt.

»Ich habe mich letztens mit einem Bekannten unterhalten, der mir im Gespräch über die Probleme Hierzulande sagte, er würde sich am liebsten eine Knarre besorgen und irgendeinen der Idioten aus der Regierung umlegen, irgendeinen. Nur um endlich mal ein Zeichen zu setzten.«

»Na ja, es wäre auf jeden Fall sichergestellt, dass es keinen falschen erwischt, es sei den irgendein Pflichtbewusster und überaus motivierter Leibwächter schmeißt sich aufopferungsvoll in die Schussbahn«, fügte Guck an.

»So ein Auftritt wie beim Attentatsversuch auf den Vorsitzenden der bulgarischen Partei DPS, Ahmed Dogan wäre grandios. Vor laufenden Kameras, rauf auf die Bühne und Knarre raus – Peng aus Nikolaus. Wobei ich den Attentatsversuch keinesfalls für gut erklären möchte, aber die Vorgehensweise war schon brillant. Dabei gibt es nur ein Problem, der wahre Grund für die Tat würde durch die offiziellen Stellen vertuscht und dem Attentäter eine geistige Umnachtung unterstellen werden anstatt ihn als Helden zu verehren.«




Horch und Guck: Horch´s Regimekritik

»Hast du die Nachrichten gelesen?«, fragte Horch seinen Freund als dieser das Büro betrat. »Guten Morgen erst einmal«, erwiderte Guck.

»Dafür ist jetzt keine Zeit. Ich muss, ach was, ich will mich aufregen.«

»Wieso, was ist den schon wieder weltbewegendes passiert?«

»Weltbewegendes ist gar nichts passiert, leider. Es würde aber auch schon ausreichen, wenn sich endlich bundesweit etwas bewegen würde. Vorhin haben die Nachrichtendienste gemeldet, dass der Neubau vom Stuttgarter Hauptbahnhof um 2,5 Milliarden Euro teurer wird als berechnet.«

»Echt? Wie geht das denn?«, fragte Guck verwundert.

»Das weiß ich auch nicht. Aber viel mehr frage ich mich, warum das Volk immer noch seelenruhig in den heimischen vier Wänden sitzt, anstatt den Bundestag zu stürmen und diese verdammten Penner aus dem Land jagen die für diese Scheiße verantwortlich sind. Erst vor ein paar Wochen wurde uns eröffnet, dass der Neubau vom Flughafen Schönefeld über 1,2 Milliarden teurer wird als geplant. Einige meiner Quellen behaupten sogar, dass der Flughafen Tegel weiter in Betrieb bleiben muss, damit die Überkapazität von Schönefeld bewältigt werden kann. Als Beweis dafür könnte der Ausbau des Flughafens sein. Darüber hinaus wurden mir Informationen zugespielt, aus denen hervor geht, dass die Fertigstellung von Schönefeld erst im Jahr 2015 erfolgt.«

»Was echt? Wer behauptet das denn? Und wieso wird der jetzt auch noch teurer?«, fragte Guck erstaunt.

»Frage eins: Ja. Frage zwei: Kann ich dir nicht sagen – Quellenschutz. Und Frage drei: Weil »uns Wowi«, seines Zeichens Bürgermeister von Berlin, auf jeder Party der Stadt herumgammelt und sich und seines gleichen feiert, anstatt seiner Arbeit nachzugehen. Aber es kommt noch besser. Die Flugbereitschaft der Bundeswehr soll 2015 von Köln/Bonn nach Schönefeld umziehen. Und auf das Chaos freue ich mich jetzt schon. Die Anwohner vom Flughafen konzentrieren sich mit ihrem Protest derzeit nur auf die Flugrouten und das Nachtflugverbot. Ich bin mal gespannt was passiert, wenn die realisieren, dass die Flugbereitschaft der Bundeswehr rund um die Uhr Einsätze fliegt.«

»Jetzt stehen ja erst einmal die Wahl des neuen Bundeskanzlers an. Mal sehen wer gewinnt?«, sagte Guck und versuchte Horch zu beruhigen. Aber auch bei diesem Thema bekam Horch keine bessere Laune – im Gegenteil. Provokant fragte er: »Wer gewinnt? Das ist doch scheißegal. Die belügen und betrügen uns doch eh alle wo sie nur können. Die einen mehr, die anderen weniger. Aber unter´m Strich sind sie alle gleich. Ob CDU, SPD, die Grünen, FDP und der ganze andere Rotz. Einzig und alleine die Linke zeigt sich volksnah. Aber auch bei denen darf man die Vergangenheit nicht ausblenden. Vergiss nicht, was über einige der Politiker in unserem Archiv zu finden ist. Bei denen ist auch nicht alles Gold was glänzt.«

»Ja«, warf Guck ein. »Es ist halt ein verdammtes Pech, dass Gregor Gysi nicht den Mut hat mit seiner Vergangenheit rückhaltlos aufzuräumen. Das würde ihm vermutlich mehr Ansehen und vor allem Glaubwürdigkeit verschaffen, als Schaden zufügen. Laut meiner Aktenkenntnis jedenfalls.«

»Sei wie es sei«, fluchte Horch weiter und sein Gesicht lief rot an vor Zorn. »Man sollte dieses Gesindel vor die Wahl stellen, ihre Ämter niederzulegen und das Land zu verlassen oder aber vor die nächste Wand gestellt zu werden. Da rächt es sich, dass wir die Berliner Mauer abgerissen haben. Die 165 Kilometer hätten ausgereicht, das gesamte Pack zeitgleich zu exekutieren. Und die Munition dafür hätte man von dem Preisgeld finanzieren können, das man durch die Eintragung in das Guinness Buch der Rekorde erhalten hätte – für die größte, zeitgleiche Hinrichtung von Volksverrätern aller Zeiten. Die Mauer hätte somit wenigstens einem guten Zweck gedient und gekostet hätte es den Steuerzahler auch nichts.«

»Na na na, denkt daran, es kann sein dass die SS-Abteilung mithört. Nicht, dass die hier gleich auf der Matte stehen«, sagte Guck scherzhaft.

»Der Staatsschutz? Der kann mich mal am Arsch. Das einzige was die schützen ist die Macht ihrer Vorgesetzten«, empörte sich Horch.

»Aber zurück zum Thema«, fuhr er fort. »Für dir mal die Steuergelder vor dein geistiges Auge, die derzeit verjubelt werden. Früher ging es um Beträge im ein- bis zweistelligen Millionen Euro Bereich. Heutzutage geht unter einer viertel Milliarde fast gar nichts mehr. Allenfalls ein Schulgebäude oder eine Schwimmhalle für´s Fußvolk bekommst du zu einem Preis von ein paar Millionen Euro. Jedoch alles was für das Regime und seine Schergen investiert wird, kostet ungleich mehr. Das Regierungsviertel hat 3,44 Milliarden Deutsche Mark gekostet mehr als 590 Millionen Mark mehr als veranschlagt und bröckelt schon auseinander. Das BND-Gebäude in der Chausseestraße kostet bisher 1,3 Milliarden Euro. Das sind ungefähr 800 Millionen Euro mehr als berechnet. Ob da noch ein Nachschlag kommt, ist nicht sicher, aber sehr wahrscheinlich. Der Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin liegt laut offiziellen Angaben bei 20 Milliarden Euro. Und um von dieser ganzen Scheiße abzulenken, hetzen die Penner aus dem Bundestag die Bevölkerung gegeneinander auf. Nimm das Beispiel mit den Hartz IV-Empfängern. Die scheiß Politiker erzählen dem Volk, dass sich unter diesen Menschen, ein nicht geringer Teil arbeitsunwilliger Schmarotzer befindet, die die staatlichen Leistungen versaufen, verrauchen und in den Bordellen des Landes verhuren. Über die Zahlungen für die Diäten der Politiker, die Kosten für die Pensionen der Ex-Politiker und die Gehälter der Beamten verliert keiner von ihnen auch nur ein Wort. Unvergessen ist der Aufschrei der Union, als vor Jahren eine Diätenerhöhung zurück genommen, jedoch mit gleichzeitiger Wiedervorlage nach den Bundestagswahlen nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben wurde. Ausgerechnet Frau Annette Schavan, unsere derzeitige Ministerin für Bildung und Forschung, äußerte sich damals ungefähr wie folgt: »Man müsse sich bei solchen Entscheidungen nicht wundern, wenn in Zukunft niemand mehr Politiker werden möchte.« Damit meinte sie den Verzicht auf die Diätenerhöhung. Jetzt frage ich dich, bin ich der Verrückte, bin ich nicht ganz klar im Hirn, wenn ich mir Politiker vorstellen kann, die die Diätenerhöhung nicht annehmen wollen und statt dessen erst einmal ihre Beiträge für die Altersversorgung selbst bezahlen? Sie sind es doch, die dem Steuerzahler auf der Tasche liegen und das Geld zum Fenster hinauswerfen. Wer ist hier also der Kostentreiber?« fragte Horch ohne wirklich eine Antwort zu erwarten.

»Du hast ja Recht. Aber jedem Politiker eine Kugel durch den Kopf zu jagen entspricht auch nicht gerade der UN-Menschenrechtskonvention.«

»Das nicht, aber mit den Einsparungen, die man durch diese Maßnahme bei den Diäten und Pensionen einsparen würde, wäre das Bedingungslose Grundeinkommen mehr als ausreichend finanziert.«

»Aber die Beerdigungskosten wären immens«, warf Guck ein.

»Ach Quatsch, das machen wir wie die Chinesen. Wir übergeben den Leichnam den Angehörigen und entledigen uns somit der Kosten für die Beisetzung. Die Chinesen setzen sogar noch einen oben drauf und stellen eine Rechnung für die dem Staat entstandenen Unkosten für Hinrichtung aus. Sollte das Guinness Buch der Rekorde also kein Interesse an meiner Idee haben, gäbe es einen Plan B die Finanzierung der benötigten Munition abzusichern.«

»Du denkst aber auch an alles was?«, sagte Guck grinsend.

»Natürlich. Wer eine große Fresse hat, muss schließlich auch wissen wie es besser gehen würde – und ich bilde mir ein, es zu wissen.«

»Und wer soll dann das Volk vertreten?«

»Wie? Wer soll das Volk vertreten?«, fragte Horch erstaunt. »Die Bürgerinnen und Bürger werden selbstverständlich nach wie vor durch stellvertretende Repräsentanten vertreten. Nur, dass wir sie diesmal direkt wählen. Ich will schließlich nicht die Demokratie abschaffen und das Grundgesetz kippen, sondern nur eine Neuordnung der Machtverhältnisse herbeiführen.«

»Sozusagen die Neue Weltordnung in klein«, scherzte Guck.

»Blödsinn«, erwiderte Horch. »Die Neue Weltordnung, die du meinst geht von den Reichen und Mächtigen aus. Die Neuordnung die ich meine, beinhaltet genau das Gegenteil. Ich will, dass die Macht wieder vom Volke ausgeht. Ich will einen ausgebildeten Ökonom als Finanzminister und eine Lehrerin oder Erzieherin als Familien- und Bildungsministerin. Ich will einen Maurermeister oder eine Stationsleiterin eines Krankenhauses als Arbeitsminister beziehungsweise als Arbeitsministerin und einen General als Verteidigungsminister. Und ich will einen Mediziner als Gesundheitsminister. Wenn dem so ist, darf von mir aus auch ein loyal eingestellter Jurist als Bundeskanzler fungieren. Zudem wird keine der Positionen länger als für vier Jahre vergeben. Wer Scheiße baut fliegt früher aus dem Amt.«

»Das hört sich soweit gut an, aber…«, sagte Guck, doch Horch unterbrach ihn: »Ja, warte ich bin noch nicht fertig mit meiner Ausführung zur neuen deutschen Ordnung der sozialen Gleichberechtigung. Ich wollte noch sagen, dass die Pension lediglich auf die vierjährige Amtszeit berechnet wird und nicht wie derzeit ein horrender Pauschalbetrag ausbezahlt wird, der die Staatskasse auf Dauer in die Knie zwingt.

»Aber was machen wir mit den ganzen Beamten?«, fragte Guck.

»Die entbeamten wir wieder und streichen ihnen die Vorzüge und Sonderleistungen

»Das wird aber nicht so einfach gehen.«

»Wieso? Ich sehe da kein Problem«. Erwiderte Horch. »Bei einer Umstrukturierung muss eben alles neu durchdacht werden. Es soll niemandem schlechter gehen, aber es soll auch keiner Vorzüge genießen die anderen vorenthalten werden. Entweder alle oder keiner. Von mir aus sollen die Milliardäre weiter mit ihre Luxusyachten um die Welt fahren, die Millionäre weiter ihren Kaviar fressen und die Möchte-Gern-Oberen-Zehntausend-Spinner sollen auch weiter mit ihrem Bentleys durch die Straßen fahren. Aber der Arbeiter und die Angestellte müssen von dem Gehalt, dass sie für ihre Arbeitsleistung bekommen auch leben können. Und das so, dass eine Familie ernährt werden kann, ein Urlaub drin ist oder sonst irgendeinen Wunsch erfüllen werden kann. So wie jetzt kann es jedenfalls nicht weiter gehen und wird es auch nicht mehr lange gut gehen.«

»Rechnest du schon wieder mit dem Bürgerkrieg, den du für 2010 vorausgesagt hast und auf den du sehnsüchtig wartest?«, fragte Guck grinsend.

»Ja, aber das Volk leidet noch nicht genug. Oder lass es mich so sagen: Noch leiden nicht genug. Aber das wird schon noch kommen. In Griechenland, Italien und in Spanien brennt die Luft. Und nur weil die Medien Stillschweigen bewahren, bekommt die breite Öffentlichkeit von den sozialen Unruhen in Amerika nichts mit.

(Ende Teil 1)




Horch & Guck: Das Buch! – Jetzt! – Endlich! – Neu! – Alle Geschichten! – Sofort kaufen!

Guck kam mit einer Kiste unter dem Arm ins Büro. »Hey Horch, schau mal was ich hier habe.«

»Was denn, sind das die Formulare für die Beantragung deiner Frührente?«, fragte Horch.

»Nein mein Freund, dass sind die ersten Exemplare von unserem Buch.«

»Echt? Geil, zeig her«, forderte Horch seinen Freund ungeduldig auf.

Guck warf ihm ein Exemplar rüber.

»Hier, fang.«

»Ha, das Bild auf dem Umschlag ist gut geworden. Ich bin mal gespannt, was die Leute zu den neuen Geschichten sagen.«

»Ich auch«, erwiderte Guck. »Selbst diejenigen, die schon einen Teil der Geschichten aus der Zeitung kennen, werden aufgrund der fehlenden Pressezensur noch viel Neues finden.«

»Darüber hinaus sind ja auch Geschichten darin enthalten, die noch nicht veröffentlicht wurden.«, fügte Horch an. »Nimm zum Beispiel die Geschichte mit Dennis und seiner Verhaftung oder als mich die staatlich bezahlten Denunzianten unschuldig verurteilt haben.«

»Ja, und die Geschichte am Teufelsberg kennt auch noch keiner«, erwiderte Guck.

»Außerdem habe ich dem Autor noch ein paar Dinge verraten, die er vorher noch nicht wusste«, freute sich Horch. »Ich vermute mal ganz stark, dass er diese Informa-

tionen bei der Überarbeitung der Texte auch mit hat einfließen lassen.«

»Ich frage mich die ganze Zeit, ob es nicht besser gewesen wäre, das Buch vor der Veröffentlichung unserem Anwalt zum Gegenlesen vorzulegen«, äußerte Guck seine Bedenken.

»Ach Quatsch«, erwiderte Horch. »Der hätte bloß wieder das Beste herausge-

strichen. Außerdem mussten sich die in dem Buch erwähnten Personen ganz schön anstrengen, um von mir beleidigt zu werden. Das schafft nicht jeder und ist sozusagen schon fast eine Auszeichnung – wenn auch eine sehr fragwürdige, aber immerhin«.

»Mach du nur deine Witze. Ich bin mal auf dein Gesicht gespannt, wenn die Zensurbehörde den Warnhinweis auf der Rückseite entdeckt und diesem auf den Grund geht.«

»Pah, wenn die unser Buch auf den Index setzen sollten, renne ich höchstpersönlich durch sämtliche regimekritischen Läden der Stadt und rühre die Werbetrommel«, entgegnete Horch.

»Und was machen wir wenn sich die Bullen angepisst fühlen oder die Richterin, die du verbal ganz schön aufs Korn genommen hast?«

»Denen schenken wir ein signiertes Buch, das muss reichen«, wiegelte Horch die Bedenken seines Freundes ab.

»Nun, dann wollen wir mal hoffen, dass die Leute das Buch auch kaufen, sonst muss ich, um den Kredit abzubezahlen, den ich für die Herstellung aufgenommen habe, wieder Treppen putzen gehen«, sagte Horch. Guck grinste nur.

»Du brauchst gar nicht so blöd zu grinsen«, fuhr Horch seinen Freund an. »Für dich finde ich auch noch eine Arbeit. Schließlich willst du ja auch deinen Anteil vom Gewinn ab haben. Mit gefangen, mit gehangen.«

»Hast du dir einmal ausgerechnet, was für uns dabei hängen bleibt?«, fragte Guck.

»Habe ich«, erwiderte Horch. »Aber damit wir Millionäre werden, müssten wir über fünfhunderttausend Bücher verkaufen. Reicht die Aussage?«

»Wie? Und wer kassiert den Rest der Kohle?«, fragte Guck erstaunt.

»Ganz einfach. Die Herstellung von dem Buch kostet 3,62 Euro. Der Vertrieb, also der Buchhandel, erhält vierzig Prozent Provision, was bei einem Verkaufspreis von 8,90 Euro ungefähr 3,60 Euro sind. Hinzu kommen…«

»Moment mal«, unterbrach Horch seinen Freund. »Sollte das Buch nicht ursprünglich nur 6,95 Euro kosten?«

»Ja, aber der Handel verlangt vierzig, manchmal sogar sechzig Prozent Rabatt und da hätten wir bei 3,62 Euro Herstellungskosten zuzüglich der ungefähr 3,50 Euro für den Händlerrabatt mit 7,12 Euro bereits 17 Cent pro verkauftem Buch draufgezahlt. Dazu kommen aber noch die Gebühren von 85 Euro für die ISBN Nummer, noch einmal zirka 75 Euro die Eintragung in die Liste beim Verlag Lieferbarer Bücher, ohne die, nach meinen Informationen, eine Vermarktung fast unmöglich erscheint und zum guten Schluss noch die Werbung für das Buch. Wenn ich das Ganze nun durch die Auflage teile, kommt ein Stückpreis von 8,06 Euro dabei heraus, was bedeutet, dass jeder von uns beiden Pappnasen zweiundvierzig Eurocent pro verkauftem Exemplar erhält. Allerdings vor Steuer.«

»Hm, und dafür den ganzen Aufriss?«, fragte Guck enttäuscht.

»Das musst du optimistischer sehen. Immerhin habe ich mit der Kreditgeberin vereinbart, dass sie ein Horch und Guck Hörbuch produzieren lässt, wenn sich das Buch verkaufen sollte«, versuchte Horch seinen Freund zu beruhigen.

»Genau. Erzähl mir jetzt noch was von Hollywood«, fuhr Guck seinen Freund an.

»Das hatte ich jetzt als Nächstes vor«, sagte Horch und grinste.

»Spinner«, fuhr Guck ihn an.

»Nein, Spaß beiseite. Jeder Schreiberling bekommt, wenn er Glück hat – und sein Buch verlegt wird – 50 Eurocent für jedes verkaufte Exemplar. Nur die Autoren, die wirklich viele Bücher verkaufen, bekommen mehr und können davon leben. Der Rest frisst den Kitt aus den Fenstern.«

»Dafür hätte ich kein Buch schreiben müssen« , entgegnete Guck. »Die tägliche Haferschleimsuppe schmeckt vermutlich nicht viel besser als der Kitt aus den Fensterrahmen.«

»Nur das der Kitt aus unseren Fensterrahmen bei deinem Hunger vermutlich nicht mal eine Woche reichen würde«, fügte Horch lachend an. »Du könntest das Buch auch in 65 Sprachen übersetzen und versuchen es auf dem Weltmarkt zu etablieren. Vielleicht bringt das den von dir ersehnten Erfolg. Ich für meinen Teil werde mich jetzt auf die Couch legen und das Buch lesen.« Sprachs, legte sich hin, schlug das Buch auf und fing an zu lesen:

Es war Donnerstag und ein herrlicher Sommertag. Die Sonne schien an einem strahlend blauen Himmel. Horch und Guck saßen in der S-Bahn, die sie bis zum Bahnhof Heerstraße bringen sollte.

»Wann fängt die Führung an?«, fragte Guck.

»Welche Führung?«, schaute Horch seinen Freund fragend an.

»Na, die vom Teufelsberg.«

»Heute gibt es keine Führung. Die finden nur am Wochenende statt.«

»Und was sollen wir dann heute da?«, fragte Guck erstaunt.

»Wie? Was sollen wir da? Wir schauen uns die alten Anlagen an.«

»Und wie willst du da reinkommen? So weit ich weiß, haben die einen Wachdienst.«

»Der ist aber nicht immer vor Ort und das Schloss am Eingang wird ja wohl kein Problem darstellen. Das habe ich ruck zuck auf.«

»Du willst dort einbrechen?«, fragte Guck erschrocken.

»Nenne es, wie du willst. Ich will einfach nur frei von Touristenführungen die Ruhe genießen und in Erinnerungen schwelgen. Und nun sortiere deine Knochen, wir müssen an der nächsten Station raus.«

»Ich fasse es nicht. Du fragst mich, ob ich Lust auf einen Ausflug habe, und nimmst mich mit zu einem Einbruch!«

»Stell dich doch nicht so an. Es ist ja nicht der Tresor von Fort Knox, sondern nur eine schäbige alte Ruine, in die wir einbrechen. Da werden die uns schon nicht für jagen. Außerdem, bis die Zehlendorfer Bullen aus ihren Startlöchern kommen, sind wir längst wieder weg.«

»Bei welcher Geschichte bist du gerade?«, unterbrach Guck seinen Freud beim Lesen.

»Ich bin bei der Geschichte vom Teufelsberg, wo wir den Wachmann getroffen haben. Warte ich lese mal vor«, antwortete Horch:

»Mir fällt spontan nur die ein«, antwortete Horch, »als ich mit einer Tastenkombination, die ich bis heute nicht rekonstruiert bekomme, den Zentralcomputer außer Gefecht gesetzt habe. Meine Fresse, die Jungs waren vielleicht sauer. Zum Glück haben die nicht mitbekommen, dass ich der Schuldige war.« Lachend erinnerte sich Guck an die Situation.

»Das war echt der Hammer. Du hast die komplette Luftraumüberwachung, den Funkverkehr und die Abhörzentrale lahm gelegt. Die Amis haben erst geglaubt, irgendein Terrorist hätte eine Bombe gelegt, aber weit und breit war ja nichts explodiert. Als sie dann festgestellt hatten, dass der Fehler hausgemacht war, sind sie schier durchgedreht.«

»Durchgedreht ist noch harmlos formuliert, der General ist geplatzt vor Wut. Durch den Absturz vom Zentralrechner konnte nicht nur der Geheimdienst nicht mehr arbeiten, es sind auch noch horchbrisante Daten verloren gegangen.«

»Echt?«, hakte der Wachmann nach. »Haben die jemals herausbekommen, dass du das warst?«

»Zum Glück nicht«, antwortete Horch. »Ich habe mich an mein Funkgerät gesetzt und unwissend gestellt. Damals waren die mit der Technik noch nicht soweit, dass sie intern hätten zurückverfolgen können, wer für das Chaos verantwortlich gewesen ist. Aber nach dem Vorfall wurden die Zugriffsrechte für die Computer stark eingeschränkt.«

»Oder weißt du noch«, fuhr Horch fort, »als du die scharfe Munition in dem Gewehr vom General gegen Übungsmunition ausgetauscht hast, als der auf Jagd gegangen ist, um für den Grillabend der Kompanie ein Wildschwein zu erlegen?«

»Das hättest du sehen müssen«, sagte Guck lachend zu dem Wachmann. »Erst hat man nur einen Schuss gehört, dann mehrere hintereinander, und auf einmal schrie der General auf. In diesem Moment müssen die Wildschweine zum Gegenangriff angesetzt und den General somit vom Jäger zum Gejagten gemacht haben.«

»Meine Fresse, der General hatte ein Tempo drauf, unglaublich«, warf Horch ein, »und direkt hinter ihm die Wildschweine in gesammelter Formation. Der Wachposten hat die Lage zum Glück schnell genug erkannt und das Tor direkt hinter dem General geschlossen, ansonsten hätten die Wildschweine mit ihm kurzen Prozess gemacht.«

Horch & Guck, Die Meisterspione a. D.

Damit auch ihr euch zurücklehnen und das komplette Werk genießen könnt, spaziert zur nächsten Buchhandlung*, wo das Buch für euch bereit liegen sollte. Falls vergriffen, bestellt es direkt vor Ort oder über:

Draufhau Verlag, Oliver Jung

Cuvrystraße 33, 10997 Berlin

E-Mail: draufhauverlag@web.de

»Horch und Guck -Meisterspione a.D.«

107 Seiten

Preis 8,90 Euro

Draufhau Verlag

ISBN 978-3-00-039723-3

 

unter anderem erhältlich bei Kirsch & Co. in der Oranienstraße 25 und beim Gemischtwarenladen in der Manteuffelstr. 99.




Lesermeinung – Alles ändert sich (nicht)

Hallo erstmal, ich weis gar nicht, ob Sie´s schon wussten…Um die Sache etwas witzig zu beginnen, aber mir stinkt´s gewaltig.

Nun habe ich meinen Mut zusammengenommen um auch Mal etwas beizutragen. denn es ändert sich zu wenig in positivere Richtung. Im Gegenteil, die Leute die Deutschland mit ihre Arbeit aus der Scheiße geholt haben, können die Mieten der ‚Nicht-Genug-Bekommer‘ nicht mehr bezahlen und werden zugunsten irgendwelcher Besserverdienender (die Meisten bekommen nur, verdient haben sie es nicht) an den sozialen Rand der Gesellschaft gedrängt.

Warum überhaupt dieser Rand, warum Obdachlosigkeit, warum Arbeitslosigkeit und noch soviel anderes Unrecht? Weil so Typen wie Wowi, oder früher Diepi und Konsorten, lügen wenn sie das Maul aufmachen und sich nicht schnell genug die Taschen voll stopfen können. Dieses ganze Regime (bis auf wenige Ausnahmen) ist korrupt und gierig bis in die Haarspitzen. Leider kann ich auf Einzelne nicht weiter eingehen, denn dazu müsste man ein Buch der Dimensionen eines Brockhaus schreiben und da ich kein Schriftsteller bin und auch noch andere Dinge ansprechen will, die in meiner Geburtsstadt Berlin in unmittelbarer Umgebung passieren, danke ich dem Kreuzberger für diese Möglichkeit mich zu äußern.

Ich werde jetzt auch nicht alles was mir auf der Seele brennt loswerden können, aber auf einiges möchte ich doch Aufmerksam machen und wenn ich nicht alleine bin mit meinen Anmerkungen, bitte ich die Leser des Kreuzbergers die Herausgeber in jeder nur erdenklichen Form zu unterstützen und sei es nur durch einen Leserbrief wie den meinen. Im Übrigen will ich einmal darauf hinweisen, dass wahrscheinlich auch Spenden in jeder Form sehr willkommen sind, denn was ich so mitbekomme, geben der Herausgeber und alle Beteiligten am Kreuzberger ihr letztes Hemd um Euch mitzuteilen, was hier Phase ist. In diesem Sinne habe ich große Achtung vor solchen Leuten, die ihr Dasein nicht auf Eure Kosten bestreiten, sondern Gleichgesinnte suchen, die auch eine Möglichkeit darin, sehen mal Dampf abzulassen, ohne dem Nächstbesten aus Wut darüber was hier mit uns gemacht wird, auf die Fresse zu hauen.

Da bin ich auch schon bei meinen Themen, denn die Aggressivität, der Lärm, der Dreck, die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus, die Hektik, der Leistungsdruck u.v.a. nimmt stetig zu und immer mehr Menschen werden krank (ist ja auch kein Wunder, denn der Fisch fängt immer vom Kopf her an zu stinken).

Was ich meine ist z.B. der Lärm, der immer mehr krank macht, wenn rücksichtslose Rasenmäherfahrer, Liefer-Pkw/-Lkw, Autofahrer, Gartenbauamt, Müllabfuhr, Straßenreinigung, u.a., die Spielstraßen als Rennstrecken betrachten, die sie nach Gutdünken berasen können, weil sie nicht kapieren eben nicht alleine auf der Welt zu sein.

Eltern die Ihre plärrenden Gören nicht im Griff haben und meinen mit dem erworbenen Kitaplatz auch das Recht zu haben jeden Tag Anwohner zu nerven, weil ihre Kleinen ja noch kein Verständnis haben können (wo soll´s bei den Kleinen denn auch herkommen?). Selbst Erzieher können nicht für geordnete Lautstärke sorgen (weil sich die Kinder ja entfalten sollen) und wer am Ende laut genug schreit hat Recht, oder was!?! Oder Schüler aus dem Bildungswerk die ihre Pausen vor der Schule auf der Straße verbringen müssen, damit auch alle Anwohner mitbekommen was sie am Wochenende versäumt haben. Menschen, Telefonierende, Touris, die besoffen (oder auch nicht), sich lautstark anbrüllend, die Straßen der Stadt bevölkernd und dem armen Berlin Devisen bringen sollen !?! Ich glaub ich bin im Osten.

Nicht, dass wir das alles nicht bräuchten z.B. Müllabfuhr, Straßenreinigung, Lieferanten, u.s.w. Aber nicht die Denke: Hauptsache schnell mit MEINER Arbeit fertig werden und nach MIR die Sintflut. Oder: „Wenn ICH arbeite, brauchen andere nicht schlafen!“. Das es aber auch noch andere Leute gibt die arbeiten gehen (um die scheißteuren Mieten zu bezahlen), wenn DU die Füße hochlegst oder Urlaub machst, kommt nicht in den Sinn. Wenn jeder ein wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen würde, hätte wahrscheinlich die Bevölkerung unserer Nachbarplaneten einen besseren Eindruck von uns.

Nun möchte ich noch von einem letzten Spaziergang berichten, den ich mit meiner Frau am Sonntag früh gemacht habe. Es ekelt mich an und ich verstehe nicht, was ich hier sehe. In jedem Gebüsch, an jedem Baum, in jedem Rinnstein, auf jedem Gehweg, auf jeder Wiese, an jedem Wasser, einfach überall nur noch Dreck!!!

Wir haben in Berlin eine hervorragende, wenn auch rücksichtslose Stadtreinigung und Müllabfuhr, eine Garten und Landschaftspflege, Gewässerschutz und was weiss ich nicht noch alles, wofür die Berliner Bürger eine Menge Steuern zahlen.

Ist das der Grund dafür, das hier jeder nur noch seinen Dreck fallen lässt, wo er geht und steht? Leben die Leute zuhause auch so, als wenn sie in ihr eigenes Wohnzimmer scheißen? Macht sich denn keiner mehr Gedanken, wie lange so ein Kronkorken/Plastikdeckel/Chipstüte braucht um zu verrotten? Oder soll das jemand anderer aus dem Gebüsch holen? Ich kann ja noch verstehen, wenn man mal eine Pfandflasche stehen lässt, da leben mittlerweile einige Leute davon. Alle 3m hängt/steht irgendwo ein Mülleimer, aber ich sehe nur noch eine einzige Müllkippe und das macht mich nicht nur traurig, sondern wütend.

Es gibt noch ewig viele Beispiele und die Verarschung und Bevormundung vom Gesetzgeber hat schon lange die Grenze des erträglichen erreicht (z.B. Nichtraucherschutzgesetz, worüber ich mich vielleicht beim nächsten Mal noch äußern werde).

Ich bitte alle Mitbürger und Besucher der Stadt Berlin auf Dreck-, Müll- und Lärmvermeidung zu achten.

Auch Hundebesitzer die ihre Tiere beim einkaufen alleine draußen lassen (die Tiere bellen laut vor Angst alleine gelassen zu werden), die Notdurft ihrer Tiere nicht beseitigen und sie überall hinpissen lassen (auch gegen fremdes Eigentum wie Fahrräder, Motorräder, Hausecken u.s.w.). Oder Kraftfahrzeugführer, die meinen ihre Hupen ständig überprüfen zu müssen.

Des Weiteren hatte der Herausgeber in seinem Artikel über Radfahrer auf Bürgersteigen mit ignoranten Sprüchen auf den Lippen auch schon ein Thema angesprochen, worauf ich jetzt nicht mehr näher eingehen werde. Aber, sollte mich einer mal anfahren, wenn ich aus dem Haus gehe, dann wird dieses Zusammentreffen sehr unglücklich für den Radfahrer ausgehen.

In diesem Sinne und in der Hoffnung das unsere Gesellschaft einen Weg findet sich zu arrangieren oder aufzulehnen, um den gierigen, egoistischen, machtgeifernden, korrupten, sich die Taschen voll stopfenden, über Leichen gehenden, respektlosen Individuen zu zeigen, dass es auch anders geht! Wenn ich noch einmal die Kraft finde – ‚denn ich habe noch lange nicht genug‘ geschrieben – dann bis demnächst und reden Sie mit uns, wir reden ja auch mit Ihnen!

Ihr/Euer OM




Horch und Guck: Horch kann es nicht lassen

„Weißt Du, wo sie ankommt“ fragte Guck. „Nö.“ antwortete Horch.                                         „Aber irgendwo wird ja wohl dran stehen, wo die Maschine aus Trondheim landet“.

„Dort vorne ist eine Anzeigentafel, auf der die ankommenden Flüge verzeichnet sind.“ Gemeinsam waren Horch und Guck zum Flughafen Schönefeld gefahren um Magda abzuholen, die zwei Wochen Urlaub in Norwegen gemacht hatte.

Kurz darauf standen sie vor dem Ausgang A, durch den die Reisenden aus Trondheim hinauskommen würden. Nach ein paar Minuten erblickten sie Magda, die schwer bepackt mit einem riesigen Rucksack und einer Reisetasche aus dem Ankunftsbereich kam. Horch und Guck liefen auf sie zu und nahmen sie in ihre Arme. In diesem Augenblick sah Horch im Rücken von Magda und Guck zwei Beamte vom Zoll auf sich zu kommen.

Ein Mal mehr konnte er es nicht unterlassen, den Versuch zu wagen, die Beamten zu provozieren. Als sie auf Höhe der Drei angekommen waren, äußerte Horch, fernab vom gegenwärtigen Begrüßungsprozedere „Ich habe ihm gesagt, dass Du das Kilo Koks aus Norwegen mitbringst“.

Erschrocken schauten Magda und Guck, die die Beamten hinter sich nicht bemerkt hatten, ihren Freund an und wunderten sich über die Äußerung von Horch. Dieser behielt derweil die beiden Beamten ganz genau im Auge.

„Bingo“ dachte sich Horch und freute sich auf das nun Folgende.

Die Zollbeamten, die durch Horchs Worte hellhörig geworden waren, blieben direkt hinter Magda stehen und schauten interessiert zu dem Trio hinüber. „Was faselst Du da für ein Zeug?“ fuhr Guck seinen Freund an, aber es war schon zu spät. Bei den Beamten war das Interesse geweckt.

„Schönen guten Tach. Haben wir da gerade richtig gehört? Sie haben so eben in Ihrem Gepäck ein Kilo Kokain von Norwegen nach Deutschland eingeschmuggelt?“

„Nein, quatsch, Blödsinn“ entgegnete Magda entsetzt. „Der erzählt mal wieder nur Mist“ und deutete dabei auf Horch. Auch Guck versuchte die Lage zu entschärfen in dem er sagte „Hören Sie nicht auf diesen Spinner, der hat Langeweile und versucht nur Sie durch sein Geschwätz zu provozieren, um sich am Ende an Ihren dummen Gesichtern zu erfreuen, wenn Sie nichts gefunden haben.“

„Haben Sie da gerade gesagt, dass wir dumm aussehen?“ fragte der Beamte Guck.

„Nein, …äh“ stotterte Guck. „Hat er“ schob Horch lauthals lachend hinterher.

„Sie halten sich jetzt mal geschlossen“ fuhr einer der Beamten Horch an und richtete sich nun an Magda „Und Sie haben das Kokain in Ihren Taschen?“ – „Genauer gesagt im Rucksack“ pflichtete Horch dem Beamten bei, wofür er erneut die bösen Blicke derer auf sich zog.

„Wenn wir nichts finden, sind Sie dran wegen Vortäuschung einer Straftat“ fuhr der Beamte Horch an. „So, und nun kommen Sie alle drei mit auf die Wache zur Feststellung Ihrer Personalien und einer Kontrolle des Reisegepäcks. Bitte hier entlang.“

„Na toll, das hast Du ja wieder super klasse hinbekommen“ regte sich Madga auf. „Wieso hast Du den Idioten eigentlich mitgebracht?“ fragte sie Guck vorwurfsvoll „Du hättest doch wissen müssen, dass der wieder irgendeinen Scheiß abzieht.“ – „Kann ich denn ahnen, dass irgendein Joint am Morgen ihm die Gehirnzellen verdreht hat.“ In diesem Moment drehte sich einer der Beamten zu Horch um und fragte ihn „Ach und Sie konsumieren Haschisch?“

„Tut er“ warf Magda zynisch ein. „Cannabis“ korrigierte Horch „Haschisch fasse ich nicht an, das drückt mich immer zu sehr in den Sessel“.

„Na, da haben wir ja einen kleinen Drogenring aufgedeckt“ scherzte der Beamte zu seinem Kollegen, der zur Absicherung hinterherlief.

„Ach, hören Sie mir doch auf zu labern“ entgegnete Magda empört „Da faselt irgendein Schwachsinniger was von einem Kilo Koks und Sie springen darauf an wie Bluthunde. Das ist doch völlig bescheuert.“ „Wollen Sie damit sagen, dass wir bescheuert sind?“ – „Wollte sie“ warf Horch erneut provokant ein und hatte weiterhin seinen Spaß an der Situation.

„So, da wären wir. Nach Ihnen“ befehligte der vorweg gelaufene Beamte die Drei durch die Tür zur Wache. „Als ich das letzte Mal hier war, sah es noch anders aus.“ äußerte Horch. „Ach Sie waren schon einmal hier?“ hakte der Beamte nach. „Jepp, damals waren es zwei Kilo Kokain“ erwiderte Horch und grinste. „Hier entlang bitte und dann dort vorne hinsetzen. Und die Tasche sowie den Rucksack können Sie mir geben. Ich werde beides vorläufig für die Durchsuchung sicherstellen.“

Die Drei taten wie ihnen befehligt wurde und nahmen Platz. „Ich hätte dann gern von Jedem die Ausweispapiere, um zunächst die Identitäten sicherstellen zu können.“ forderte der Beamte die Herausgabe der Ausweise. Horch und Guck zückten ihre Ausweise und reichten sie dem Beamten herüber. Magda suchte derweil verzweifelt in der Handtasche nach ihren Papieren.

„Was soll denn das sein?“ fragte der Beamte, als er die Ausweise von Horch und Guck in den Händen hielt. „Unsere Ausweise guter Mann“ antwortete Horch. „Solche Ausweise habe ich noch nie gesehen. Das sind doch Phantasiepapiere“ entgegnete ihm der Beamte. „Na dann schmeißen Sie mal ihren Computer an und geben Sie die ID-Nummern von einem der beiden Ausweise ein, dann werden wir ja sehen, wer hier phantasiert und wer welche Legitimität besitzt. Denn nur weil Sie etwas noch nicht gesehen haben, heißt es nicht automatisch, dass es nicht existiert.“

Der Beamten kam der Aufforderung von Horch nach und gab in die Suchmaske seines Computers die Nummer ein, die auf dem Ausweis von Horch vermerkt war. Kurz darauf tat er das Gleiche mit der Nummer von Gucks Ausweis und schaute noch verwunderter auf seinen Bildschirm als zuvor.

„Aber, …aber das sind Geheimdienstausweise.“ Horch drehte sich zu Guck „Der hat eine verdammt schnelle Auffassungsgabe was?“ – „Achim, komm doch mal bitte her.“ rief der Beamte seinen Kollegen zu sich, der damit beschäftigt war, das Gepäck von Magda zu durchsuchen. Als Achim einen Blick auf den Bildschirm geworfen hatte, sagte er „Hm, det gibt’s doch nich .“ Mit prüfendem Blick schaute er sich die Ausweise genauer an „Sind die Dinger echt?“ und sein Kollege antwortete ihm „Na wenn ich die beiden Nummern hier eingebe und der Rechner mich auf diese Seite weiterleitet, dann sind die Ausweise echt!“

„Was steht denn da über mich“ fragte Horch interessiert. „Nichts, das ist es ja.“ antwortete Achim. „Über euch Beide spuckt der Rechner keine Daten aus. Euch gibt es gar nicht – Sperrvermerk!“

„Tja, da hat wohl jemand hier im Raum seine Kompetenzen maßlos überschätzt was?“ setzte Horch nach und Guck freute sich „Geil, die haben unseren Status noch immer nicht geändert. Die haben uns vergessen und das so schnell, dass sie nicht einmal unsere Registrierung gelöscht haben.“ Horch ballte die Faust zum revolutionären Gruß und fügte an „Ganz nach unserem Motto: Einmal Spion, immer Spion“.

„Ihr habt wirklich kein Kokain in den Taschen oder?“ fragte Achim. Horch, der seinen Spaß hatte, lenkte ein „Natürlich nicht und wenn, dann hätte ich dies bestimmt nicht lauthals in ihrer Gegenwart verkündet.“ Da Horch immer noch einen nachsetzen muss, schob er hinterher „Aber kiffen tue ich tatsächlich. Aber auch dies würde ich Ihnen gegenüber nicht erwähnen, wenn ich etwas mitführen würde.“

„Sicher?“ hakte Achim nach. „Ganz sicher“ bekräftigte Horch seine Aussage.

„Na dann, raus hier. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und will Sie hier nicht mehr wiedersehen.“ „Och, komm Achim, so schlimm wars doch gar nicht, oder?“ setzte Horch nach. Jeder in der Runde konnte sich zumindest ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.

Endlich konnten sich Horch, Guck und Magda auf den Weg gen Heimat machen und begaben sich zum S-Bahnhof.

Horch & Guck-Die Meisterspione a. D.

 

 




Horch und Guck: Im Bundestag

Nach dem langen und düsteren Winter war es ein sonniger Frühlingstag. Horch und Guck unternahmen mal wieder einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt. Für ihren Ausflug hatten sie sich vorgenommen, über die Oranienstraße, die Rudi-Dutschke-Straße, vorbei am Brandenburger Tor bis in das Regierungsviertel vorzustoßen. Sollten sie die Bannmeile ungehindert passieren können, wollten sie, so sah es ihr Plan vor, sich eine Debatte im Bundestag zu Gemüt führen. Auf der Tagesordnung der Regierenden stand eine Diskussion über die Zustimmung der Bundesregierung zum Fiskalpakt der EU.

Vor Ort angekommen, stellten sie sich in die unerwartet kurze Schlange der anderen interessierten BesucherInnen. Nachdem sie die Einlasskontrollen über sich ergehen lassen haben, begaben sie sich zu einer Gruppe, die allem Anschein nach auch darauf wartete auf die Zuhörertribüne gelassen zu werden. Nach einer kurzen Einweisung durch den Saaldiener, die mit „hinsetzen und Schnauze halten“ übersetzt werden kann, wurden sie gemeinsam mit den anderen zu ihren Sitzplätzen geführt. Kaum hatten sie Platz genommen ging es schon los und Horch merkte an: „Na, da kommen wir genau richtig, Wolle rollt gerade ans Mikro. Ich bin mal gespannt was uns der Bundesfinanzminister heute wieder für Lügen auftischt.“

„ …weil gelegentlich gesagt wird, wir würden von einer Maßnahme zur nächsten gehen; aber das alles hat Konzept und Sinn –, neben der Bekämpfung der Ursachen in den Mitgliedstaaten, neben der Schaffung einer dauerhaften Stabilitätsunion, eine zentrale Maßnahme zur Bekämpfung von Ansteckungsgefahren. Wir haben für die systemrelevanten Banken in Europa sichergestellt, dass sie alle über genügend Kapital verfügen, damit uns das nicht wieder passiert, was uns 2008/2009 passiert ist. Deswegen haben wir den Bankenstresstest durchgeführt, der sicherstellt, dass alle systemrelevanten Banken in der Euro-Zone mit dem nötigen Kapital ausgestattet sind. Das ist ebenfalls ein Beitrag im Rahmen unserer Gesamtstrategie, um die Stabilität unserer gemeinsamen europäischen Währung dauerhaft sicherzustellen.“

(Quelle: Plenarprotokoll 17/172, Deutscher Bundestag, 29.03.2012)

„Wenn ich dieses Gerede schon höre, Bankenstresstest und die Sorge um das Kapital der systemrelevanten Banken“ zischte Horch „ich werde es Osama nie verzeihen, dass er damals meinen Plan, sich mit mehreren Flugzeugen in das Bonner Regierungsviertel zu stürzen und die Saubande auszumerzen für seine Zwecke missbraucht hat um sich für die Politik der westlichen Welt an Unschuldige zu rächen.“ Guck erwiderte: „Hör´ lieber zu was er noch so vom Stapel lässt das war bestimmt noch nicht alles.“

„Wir brauchen die drei Programme für Irland, Portugal und Griechenland.“ fuhr Schäuble in seiner Rede fort und erwähnte des Weiteren „Ich bin ganz sicher, dass die internationale Gemeinschaft im Internationalen Währungsfonds den solidarischen Beitrag der Europäer zur Vermeidung der Ansteckungsgefahr im Euro-System anerkennt und ihren Beitrag für die globale Weltwirtschaft nicht verweigern wird. Wir treffen unsere Entscheidung in Europa, so wie es alle von uns erwarten. Mit diesen Entscheidungen werden wir die Verunsicherung auf den Märkten dauerhaft beseitigen können, es sei denn, es würde wieder bewusst Verunsicherung geschürt.“

(Quelle: Plenarprotokoll 17/172, Deutscher Bundestag, 29.03.2012)

Horch dem die Zornesröte langsam zu Kopf stieg, pöbelte leise zu Guck herüber: „Die Verunsicherung der Märkte? Was soll der Scheiß mit „…zur Vermeidung der Ansteckungsgefahr wird die EU ihren Beitrag für die globale Weltwirtschaft nicht verweigern“? Ich wäre froh wenn der IWF endlich mal nein sagen würde und die Zahlung verweigert, aber die stecken ja eh alle unter einer Decke – Drecksgesindel.“

Das Ende seiner Rede beschloss Schäuble mit den Worten: „Wir wissen, dass alle diese Diskussionen, Verunsicherungen und Entscheidungen unsere Bevölkerung mit großer Sorge erfüllen. Deswegen ist es wichtig, dass wir klar und verlässlich erklären, warum wir welche Entscheidungen treffen. Mit den Entscheidungen, für die wir heute die Gesetzgebungsverfahren eröffnen, gehen wir einen entscheidenden weiteren Schritt, um unsere europäische Währung dauerhaft stabil zu machen, das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen und damit eine Voraussetzung zu schaffen, dass wir auch weiterhin solides Wirtschaftswachstum als Grundlage von sozialer Sicherheit haben. Dazu bitte ich Sie um Ihre Unterstützung.“

(Quelle: Plenarprotokoll 17/172, Deutscher Bundestag, 29.03.2012)

„Was hat er gesagt?“ flüsterte Horch. „Er hat gesagt, dass die Politik das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen muss“ erwiderte Guck flüsternd. Horch schaute seinen Freund fragend an der daraufhin etwas lauter wiederholte: „Die Politik muss dass Vertrauen der Wirtschaft gewinnen.“ Horch hatte noch immer seinen fragenden Gesichtsausdruck, sodass Guck nun seine Aussage genervt betont wiederholte:„ER HAT GESAGT, DASS DIE REGIERUNG DAS VERTRAUEN DER WIRTSCHAFT ….“ – „Ich habe es verstanden was er gesagt hat, aber ich konnte es nicht glauben“ unterbrach ihn Horch. „Was faselt der da von dem Vertrauen der Finanzmärkte? Er sollte sich lieber Gedanken um die Bevölkerung und deren Vertrauen in die Politik machen. Vor allem sollte er aufhören Worte wie “klar“ und „verlässlich“ zu gebrauchen den wenn hier eines „klar“ ist dann, das man sich darauf „verlassen“ kann, dass man sich auf nichts „verlassen“ kann außer, dass sie uns verarschen, abzocken und ausbluten lassen wollen.“

Der Saaldiener, dem die Unterredung von Horch und Guck gänzlich missfiel, warf einen verächtlichen Blick zu den Beiden herüber und machte sie per Handzeichen darauf aufmerksam, dass sie auf weitere Unterhaltung zu unterlassen hätten. Kurz darauf trat Gregor Gysi an das Rednerpult um seine Sicht der Dinge zum Fiskalpakt zu verkünden und legte auch gleich los:

„Der EU-Wettbewerbskommissar Almunia – falls Sie mir nicht glauben – stellte jetzt fest: Allein von 2008 bis 2010 haben die EU-Staaten mehr als 1.600 Milliarden Euro bzw. 13 Prozent ihrer gesamten Wirtschaftsleistung, also der Wirtschaftsleistung der 27 EU-Staaten, für die Rettung von Banken ausgegeben. Aber Sie sprechen von einer Staatsschuldenkrise, damit die Leute glauben, sie hätten zu viel verbraucht oder, wie Frau Merkel sagt, über ihre Verhältnisse gelebt. Sie wollen die Banken, Hedgefonds und Spekulanten aus dem öffentlichen Blick verdrängen. Das können wir nicht zulassen.“

(Quelle: Plenarprotokoll 17/172, Deutscher Bundestag, 29.03.2012)

 

Horch und Guck schlossen sich dem Beifall der überwiegend Linken-Abgeordneten an. „Wenn der nicht auch seine Leichen im Keller hätte, könnte man ihm fast glauben er spricht aus wahrer Überzeugung“ moserte Horch – „Dennoch ist er mir lieber als der ganze politische Unrat der sich sonst noch so da unten versammelt hat.“ erwiderte Guck.

Ein paar Rednerinnen und Redner später war Priska Hinz, die haushaltspolitische Sprecherin, vom Bündnis90/Die Grünen dran: „Meine Damen und Herren, im Rahmen der Krisenpolitik ist der Fiskalpakt mit der Einführung von Schuldenbremsen ein Baustein einer mittelfristigen soliden Staatsfinanzierung, aber mehr auch nicht. Es ist bislang völlig unklar, wann die anderen Mitgliedstaaten den Fiskalpakt ratifizieren wollen. Mindestens zwölf Staaten sagen: in der Zeit vom Sommer bis zum Winter. Weil wir Grüne der Meinung sind, dass zu diesem Baustein weitere Mosaiksteine dazugehören, etwa die Finanztransaktionssteuer, der Schuldentilgungsfonds und vor allen Dingen wirtschaftliche Impulse…“

(Quelle: Plenarprotokoll 17/172, Deutscher Bundestag, 29.03.2012)

Horch lief schon wieder rot an: „Es sind doch nicht die Staaten die Finanziert werden müssen. Die Banken und Spekulanten sind die Ursachen für die Schuldenkrise! Schau dir Spanien an, die Exportzahlen lagen 2003 bei knapp 160 Milliarde Euro und liegen nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 im Jahr 2010 immer bei 253 Milliarden Euro und auch der Tourismus der zusammengebrochen ist erholt sich wieder. Wieso kann dieser Staat pleite gehen das stinkt doch zum Himmel.“

Als Gerda Hasselfeld, die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, ihre Rede anfing, hatten Horch genug. „Ach komm wir gehen, diesen Mist kann ich mir nicht länger anhören“ und stand auf um den Saal zu verlassen. „Warten sie bitte bis zu nächsten Redepause“ versuchte der Saaldiener Horch und Guck aufzuhalten. Horch von der hochnäsigen Art des Saaldieners genervt entgegnete ihm: „ICH KANN AUCH MAL GANZ KURZ KUND TUN, WAS ICH VON DEM PACK IN DER ARENA DA UNTEN HALTE“. Die anderen Zuhörer drehten sich teils amüsiert teils missfallend dreinschauend zu den Dreien um. Der Saaldiener erkannte die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens und ließ die Beiden gewähren.

An der frischen Luft und in Freiheit merkte Horch an. „Nun ja, das sollte man mal erlebt haben, aber ein Wiederholungstäter werde ich diesbezüglich nicht. Ich schaue mir die Debatten dann doch lieber von zu Hause aus an. Dabei kann ich meinen Frust wenigsten gleich lautstark kund tun und die Nachbarn haben auch noch was davon.“ Guck nickte zustimmend und sie machten sich auf den Heimweg der ohne besondere Vorkommnisse verlief.

Horch & Guck – Die Meisterspione a. D.




Horch & Guck: Horch allein in Magdeburg

Guck hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft Horch unsanft aus seinen Urlaubsträumen zu reißen. Nun trieb er ihn vor sich her in Richtung Ostbahnhof, um ihn in den Zug nach Magdeburg zu setzten. An diesem Tag fand in der Elbestadt die Meile der Demokratie statt und Horch hatte einer Freundin versprochen sie dorthin zu begleiten. Zudem war es für Horch eine gute Gelegenheit mal aus Berlin herauszukommen und dem Stress zu entfliehen.

Horch, dessen Reisen die Quote bei den Verspätungen und Ausfall seiner Züge bei fünfzig zu fünfzig lag, ahnte nichts Gutes als der Zugbegleiter in Genthin die Reisenden über eine technische Störung auf dem Teilstück Burg – Magdeburg informierte und die daraus resultierende Weiterfahrt nach Magdeburg ab dem Bahnhof Burg mit einem Schienenersatzverkehr ankündigte. In Burg angekommen, verließ Horch den Zug und begab sich umgehend auf den Weg zum Bahnhofsvorplatz. Da er nicht der Einzige war, der mit dem Zug hier gestrandet war, befanden sich bereits dutzende von Mitreisenden auf dem Vorplatz und warteten auf die Weiterfahrt mit dem Bus. Getrennt von den Normalreisenden stand eine Gruppe von etwa fünfzig, komplett schwarz gekleideten Anhängern der antifaschistischen Bewegung die, ihre Fahnen schwenkend, ebenfalls auf die Fortsetzung ihrer Reise nach Magdeburg warteten um auf der Meile der Demokratie gegen den Aufmarsch rechter Gruppierungen zu demonstrieren. Erst jetzt realisierte Horch, dass er ebenfalls von Kopf bis Fuß in einem freundlichen Schwarz gekleidet war, was einige der vor Ort anwesenden Polizeibeamten, die in Vorahnung der noch stattfindenden Ereignisse an diesem Tag ihre Kampfmontur angelegt hatten, veranlasste, Horch, der unter den Normalreisenden stand, genau im Auge zu behalten. Nach einer guten halben Stunde, wurde Horch klar, dass sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern würde und er setzte sich auf erste Bank am Platz um seiner Sucht zu frönen und einen zu rauchen. Dabei beobachtete er das Spielchen zwischen den Anhängern der antifaschistischen Bewegung, die stets versuchten sich dem Einfluss der anwesenden Beamten zu entziehen, die ihrerseits versuchten der Oppositionellen Linken ihre demokratische Regeln aufzudrängen. Der Höhepunkt in dem Schauspiel zwischen Regimegetreuen und Regimegegnern war die Rückgewinnung von Volkseigentum durch die Oppositionelle-Linke, indem sie einen nahegelegenen Brutto-Einkaufsladen besuchten und das mitnahmen, was sie als lebensnotwendig erachteten – vermutlich ohne zu bezahlen. Denn warum sonst, fragte sich Horch, hätte der Mob urplötzlich aus dem Laden stürmen und sich in sämtliche Himmelsrichtungen verteilen sollen um sich somit der Gefahr einer Festsetzung durch die Polizei zu entziehen. Horch saß derweil gelassen und entspannt auf seiner Bank, betrachtete das Treiben und fühlte sich ein wenig an seine eigene Zeit als aktives Mitglied des Straßenkampfs erinnert.

Nach einer weiteren halben Stunde, die ersten der wartenden Fahrgäste wurden in die inzwischen zur Weiterfahrt bereitgestellten Reisebusse verfrachtet, sah Horch plötzlich ein Auto, hupend direkt auf sich zu rasen. Mit quietschenden Reifen kam es wenige Meter vor der Bank auf der er saß zum stehen. Erst jetzt erkannte er seine Freundin hinter dem Steuer. Sie sprang aus dem Auto und fiel Horch, der inzwischen aufgestanden war, um den Hals. „Wie kommst du denn hierher?“ begrüßte Horch Magda. – „Das ist ja eine herzliche Begrüßung!“ und boxte Horch mit den Worten gegen die Schulter „Hallo erst mal.“ – „Ja, hi.“ erwiderte Horch, immer noch verwundert seine Freundin zu sehen. „Ich bin bloß ein wenig überrascht dich hier zu sehen.“ – „Glaubst du, ich friere mir in Magdeburg auf dem Bahnhof den Arsch ab? Als die Durchsage von der Betriebsstörung kam und keiner wusste wann es wie weitergehen würde, habe ich mich ins Auto gesetzt und mich auf den Weg hierher gemacht. Und nu´ bin ich da.“

Kurz darauf saßen die beiden im Auto und befanden sich auf den Weg nach Magdeburg. Magda merkte bezugnehmend auf die schwarze Bekleidung von Horch an: „Für einen Tag wie heute bist du ja sehr vorteilhaft gekleidet.“ und schaute Horch von oben bis unten an. „Ja“ und schaute Magda vorwurfsvoll an „ich konnte ja nicht ahnen, dass die Meile der Demokratie – ein Straßenfest, das Ventil für politische Meinungsverschiedenheiten ist.“ – „Hatte ich dass nicht erwähnt?“ fragte Magda erstaunt. “Nein, hattest du nicht, das wüsste ich.“ – „Nun gut“ lenkte Magda ein „wir wollen ja eh nicht pöbeln sondern den Tag genießen, sofern das bei der Arschkälte überhaupt möglich ist.“ Nachdem sie ein wenig kreuz und quer durch Magdeburg gefahren waren und Magda Horch ihre Stadt und deren Sehenswürdigkeiten gezeigt hatte, fuhren sie in Richtung Innenstadt, wo die Meile der Demokratie stattfand.

Etwas abseits vom Zentrum hatten sie einen Parkplatz gefunden. Auf ihrem Fußmarsch zur Meile kamen sie am Magdeburger Dom und dem Hundertwasser Haus vorbei Sie flanierten über den Breite Weg, die ehemals längste und breiteste Barockstraße Deutschlands und stießen kurz darauf auf die ersten Stände von Bürgerinitiativen, Kleinkünstler, Glühwein- und Rostbratwürstchen-Verkäufern.

In der Ferne schwebte ein Hubschrauber am Himmel und schien irgendetwas im Visier der Beobachtung zu haben. Magda die Horchs Interesse an dem Hubschrauber bemerkte, sagte: „Das ist die Polizei, die den Aufmarsch der Rechten und die Gegendemo der Linken observiert. Willst du dir das mal aus der Nähe anschauen?“ fragte sie Horch und traf damit bei ihm auf offene Ohren. „Gerne, wenn du Lust hast“. Und so begaben sie sich in die Richtung, wo sie vermuteten, dass die Gegendemonstration auf den Demonstrationszug treffen würde. Horchs sicherer Riecher für Ärger und die Ortskenntnis seiner Freundin brachten die Beiden auf Umwegen und Schleichpfaden mitten in das Geschehen rund um den Universitätsplatz. Auf der Straße die von den Polizeibeamten durch mehrere Reihen abgeschirmt war, marschierte der Demonstrationszug der Rechten, die an diesem Tag der Bombardierung Magdeburgs gedachten. In einiger Entfernung stand, von mehreren Polizeiketten abgeschirmt der Schwarze Block der Linken, die lauthals ihren Unmut über den Rechten Demonstrationszug kund taten.. Aus dem Block heraus kam es auch immer wieder zum abfeuern von Leuchtraketen und Rauchbomben in Richtung der Rechten, sodass die Einsatzkräfte der Polizei, ihrerseits mit dem Einsatz der bereitstehenden Wasserwerfer drohte sollte das Gesetzwidrige Verhalten nicht umgehend eingestellt werden. Magda und Horch betrachteten aus einer relativ sicheren Position das Treiben. Horch, der ein paar Fotos machen wollte und sich dafür näher an das Geschehen heran wagte, wurde plötzlich von drei Beamten in Kampfmontur angepöbelt:“Verpiss´ dich hier, du kannst deine scheiß Fotos woanders machen“ und versuchte Horch rückwärts abzudrängen. Horch wich keinen Zentimeter zurück und antwortete mit der gleichen Freundlichkeit in seiner Stimme: „Andern Ton, mein Freund.“ – „Was ist?“ erwiderte der Polizist, nicht glaubend wie nüchtern Horch auf das Verhalten des Beamten reagierte. „Nicht was, sondern wie bitte und ich sagte einen anderen Ton – mein Freund“. Wobei er mein Freund besonders betont hervor hob. Auch wenn er gegen die drei keinerlei Chance hatte und hinter ihm bereits ein anderer Querdenker verhaftet wurde, so war Horch keinesfalls bereit widerstandslos seine Position aufzugeben. Es gab auch gar keine Veranlassung dafür, schließlich stand er nur da und wollte Fotos machen und der Höhepunkt stand, so wie es schien erst noch bevor. Von einer auf die andere Sekunde schlug die Stimmung plötzlich um und die Menschenmenge die sich hinter den drei Beamten befand setzte sich in Bewegung und rannten in deren Richtung, direkt auf Horch und die Beamten zu. Horch, der die Situation im Rücken der Beamten beobachtet hatte, machten einen Schritt zur Seite um nicht umgerannt zu werden. Durch Horchs Sprung zu Seite, auf die heran nahenden Demonstranten aufmerksam geworden, taten es ihm die Polizisten gleich und konnten sich somit buchstäblich in letzter Sekunde davor bewahren von den Massen niedergetrampelt zu werden. Um den Ausbruchsversuch der Demonstranten aus dem Kessel den die Polizei gebildet hatte einzudämmen, setzte sich aus der entgegengesetzten Richtung zwei Einheiten Uniformierter in Bewegung die Kollegen zu unterstützen. Die drei Beamten die bei Horch standen waren schon längst wieder in dem Getümmel verschwunden und taten ihren Dienst – vermutlich mehr oder weniger nach Vorschrift. So standen Magda und Horch teilnahmslos am Rand des Geschehens, beobachteten das Treiben und machten hier und da ein paar Fotos. Kurz darauf war der Spuk vorbei.

Der Demonstrationszug der Rechten war vorübergezogen und auf dem Weg zur Abschlusskundgebung. Die Gegendemonstranten versuchten nach wie vor verzweifelt ihrer habhaft zu werden, während die Fußsoldaten der Polizei, die immer noch von den Kollegen aus der Luft unterstützt wurden, alles im Griff zu haben schienen. „Hier passiert heute nix mehr“ sagte Horch „lass und irgendwo noch etwas trinken gehen und dann ab nach Hause fahren – mir ist arschkalt.“ Magda schaute ihn verwundert an „Och schade, ich dachte wir spazieren noch ein wenig an der Elbe entlang.“ und schaute Horch dabei mit einem Blick an, der ihn hätte beinahe erweichen lassen – aber eben nur beinahe. Denn die Abenddämmerung setzte ein und die Temperaturen fielen von Minute zu Minute immer weiter unter den Gefrierpunkt. „Lass uns das morgen machen. Ich bin für heute echt durch.“ erwiderte Horch und schaute nun seinerseits mit einem mitleidigen Hundeblick, der ihm mehr Erfolg einbrachte als Magda zuvor mit ihrem bei Horch. Und so liefen sie, nachdem sie sich im Magda aufgewärmt und etwas getrunken hatten, zum Auto zurück und gelangten nach kurzer Fahrt zu Hause an. Bei Rotwein und Kerzenschein ließen sie den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten morgen, Horch hatte gerade die Augen aufgeschlagen stand Magda bereits fertig angezogen für den Elbe-Spaziergang vor ihm. „Los du Sack komm in die Spur. Der Tag ist so jung wie wir nicht mehr werden und das Wetter ist perfekt. Blauer Himmel Sonnenschein, schöner kann es gar nicht sein.“ versuchte Magda Horch zu ermuntern. „Jau, am frühen morgen schon so poetisch?“ versuchte Horch mit einem Lächeln seinen Unmut über den bevorstehenden Spaziergang zu überspielen. Aber Magda die an Horch seiner Stimmlage erkannte, dass er noch immer nicht von dem Gedanken begeistert war mit ihr bei arktischen Witterungsbedingungen mehr als nötig im Freien zu verbingen, kannte keine Gnade mit ihm. „Los jetzt“ forderte sie ihn auf „Ab unter die Dusche, dann Zähne putzen und ab geht’s.“ Mühsam erhob sich Horch aus dem Bett und schlich immer noch schlaftrunken mit dem Handtuch über der Schulter ins Bad. Bald darauf befand sich Horch gemeinsam mit seiner Freundin in der Situation die er um alles in der Welt hatte verhindern wollen – frierend beim Elbe-Spaziergang. Dabei war es ganz und gar nicht so, dass er nicht gerne mit Magda etwas unternommen hätte, aber er zog es vor bei zweistelligen Minustemperaturen sich innerhalb beheizter Räumlichkeiten aufzuhalten. Es gäbe da so viele schöne Möglichkeiten dachte sich Horch – ein Museumsbesuch zum Beispiel oder sich den neusten Film im Kino anzuschauen oder gemütlich in einem der zahlreichen Cafés eine Kaffee trinken oder, oder, oder. Aber es war nicht in einem der oder wo er sich gerade befand sondern auf dem Elbe-Spaziergang!

Am späten Nachmittag war der Zeitpunkt von Horchs Abreise gekommen und Magda begleitete ihn zum Hauptbahnhof. Hey, es war schön das du hier warst, lass dir nicht so viel Zeit bis du wiederkommst“ leitete Magda den Abschied ein, während der Zug nach Berlin in den Bahnhof einfuhr. „Ich komme wieder gar keine Frage – aber an der Elbe spaziere ich erst wieder mit dir entlang, wenn die Außentemperaturen im zweistelligen Plus-Bereich liegen“ und lachte. Die beiden fielen sich in die Arme und verabschiedeten sich voneinander bevor Horch den Zug bestieg und gen Heimat los fuhr. Zwei Stunden später fuhr der Zug mit Horch an Bord im Ostbahnhof ein und eine weitere halbe Stunde später saß er in Kreuzbergs bestem Burger-Laden, dem Görli Burger und machte sich mit Heißhunger über die bestellten Cheeseburger her. Rund und gesund fiel er anschließen zu Hause in sein Bett und träumte von seinem nächsten Abenteuer.

Horch & Guck Die Meisterspione a. D.




Horch & Guck – Einer dieser Tage

Nun hat sie uns doch ereilt: Die Zensur! Aufgrund der zahlreichen verbalen Entgleisungen Horchs den Polizei Beamten gegenüber wurde die ursprüngliche Fassung von Horch & Guck – Einer dieser Tage, – auf Anraten unserer Rechtsberater, entschärft. Selbstverständlich gibt es für die Widersacher der Obrigkeit unter euch die unzensierte Version auf Anfrage per E-Mail.

„Hey, Du Penner, pass auf“ pöbelte Horch den Radfahrer an, der gerade auf dem Fußgängerweg in der Falckensteinstraße an ihm vorbeifuhr und ihn dabei anrempelte. Der Gefahr, die ihm im Nacken saß, nicht bewusst, drosselte der Radfahrer sein rasantes Tempo aufgrund einer vor ihm laufenden Touristen-Gruppe, sodass er Horch, der mit vollen Einkaufstüten und schnellen Schrittes unterwegs war, erneut in die Quere kam. „Fahr schon, Du Vollidiot“ rief Horch dem vermeidbaren Verkehrshindernis zu und trat ihm zeitgleich gegen sein Hinterrad. „Ey, was soll´n das?“ fragte der verdutzte Radfahrer, der nach dem Tritt Mühe hatte, sich auf dem Fahrrad zu halten und beinahe gegen einen Baum gefahren wäre. Horch, dessen Woche bereits beschissen verlaufen war, packte daraufhin sein gesamtes Potential an Hasstiraden aus. „Du glaubst auch es gibt keine Bosheit auf der Welt, wa´. Fährst auf dem Gehweg, klingelst Dir den Weg frei und rempelst die Leute an und dass alles nur, weil sich der gnädige Herr zu fein ist, mit seinem voll gefederten Geländefahrrad über das Kopfsteinpflaster zu fahren. „Aber….“ – wollte der Radfahrer entgegnen, doch Horch unterband jeglichen Erklärungsversuch mit den Worten: „Was? Aber…. Mach Dich hier janz schnell vom Acker und noch ein Wort, Dein Gesicht hat Fasching, mein Freund.“ Eine vorbeifahrende Polizeistreife, die auf Horchs Gepöbel aufmerksam geworden war verlangsamte ihre Fahrt und der Fahrer des Wagens fragte Horch: „Na guter Mann, gibt’s Probleme?“ Horch drehte sich um und erblickte das Fahrzeug mit den beiden darin sitzenden Beamten und erwiderte: „Ach nee, die Trachten – Truppe. Gut das Ihr da seid, Ihr könnt hier gleich mal auf´n Meter rangerutscht kommen.“ – „Wo drückt denn der Schuh?“ hakte der Polizist nach – „Wo mein Schuh drückt? Demnächst in dem Gesicht dieses verdammten Radfahrers, der glaubt, sich alles erlauben zu können“. In diesem Moment kam Guck, der Horch bereits akustisch von weitem wahrgenommen hatte, mit Schröder um die Ecke geschlendert: „Wat´n hier los?“ fragte er provokant in die Runde, während Schröder die Polizisten, die inzwischen die Runde mit ihrer Anwesenheit beehrten, begutachtete. „Nehmen Sie den Hund an die Leine.“ herrschten die Beamten, fast zeitgleich, Guck an. – Horch antwortete für den angesprochenen Guck: „Nein. Warum auch? Das ist mein Hund und wenn sich hier jeder gesittet verhält, bleibt er auch ruhig. Kümmert Euch lieber um diesen Verkehrsrowdy hier. Ich weiß gar nicht warum wir eine Straßenverkehrsordnung haben, wenn sie ständig missachtet wird. Wenn ich mit meinem Auto durch den Kiez fahre und die Schrittgeschwindigkeit einhalte, rasen links und rechts Radfahrer an mir vorbei und pöbeln mich an, dass ich die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalte. Und wenn ich als Fußgänger unterwegs bin muss ich ständig darauf achten, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Mir platzt bald der Arsch.“ – Nun beruhigen Sie sich mal….. – „Beruhigen?“ unterbrach Horch den Beamten „Ich lasse mir doch von Euch nicht meine schlechte Laune verderben. – Und jetzt waltet Eures Amtes und sorgt für Gerechtigkeit im Straßenverkehr.“

Von Horch gesagt, von den Beamten in die Tat umgesetzt, nahmen sich die Beamten den Radfahrer vor. Nachdem sie ihn auf sein Fehlverhalten hingewiesen und verwarnt hatten, versuchte sich dieser zu erklären: „Aber….“ – „Schon wieder – Aber….“ unterbrach ihn Horch „Halts Maul und verpiss´ dich endlich oder glaubst Du, nur weil die beiden Uniformierten Staatsdiener hier in der Gegend ´rumstehen, hast Du einen Sicherheitsvorteil? Da muss ich Dich leider enttäuschen.“ pöbelte Horch aufgrund der lapidaren Verwarnung der Polizisten gegenüber dem Radfahrer weiter herum.

In diesem Moment klingelte Horchs Mobiltelefon und er nahm das Gespräch entgegen: „Was? Klar ist der Stoff gut. Und dass die Leute darauf abfahren werden, habe ich Dir doch gesagt. Ob ich davon noch mehr besorgen kann? Klar, wie viel willst du? 200? Na ja, ich schaue gleich mal nach ob noch was im Lager liegt und melde mich dann bei Dir. Bis dann“ – „Was war das denn?“, wollte einer der Polizist erstaunt wissen als Horch das Gespräch beendet hatte. Guck wusste genau was der Polizist dachte und auch, dass Horch das Telefonat bewusst verdächtig geführt hatte um die beiden zu provozieren und damit auch wusste, welche Gedanken den Beamten gerade durch den Kopf gingen. Guck wusste aber auch genauso gut, was Horch jetzt wieder für eine Nummer abziehen würde. Genau die gleiche wie seinerzeit auf Mallorca, wo sie vor ihrem Haus in Cala Ratjada von der Policia Local kontrolliert worden waren, weil einer ihrer Bekannten bei seiner Ankunft ein angeblich „auffälliges Verhalten im Straßenverkehr“ an den Tag gelegt hatte. Damals antwortete er auf die Frage des anwesenden Bekannten, der, da er kein spanisch sprach, von Horch wissen wollte was los sei, im Beisein der selbstsicher auftretenden Beamten und in feinstem und deutlichstem Deutsch: “Die suchen die zwanzig Kilo Kokain im Kofferraum meines Autos“ und zeigte mit den Worten auf seinen Kleinwagen, der vor dem Haus stand. „Kilo“ und „Kokain“ versteht jeder Polizist, weltweit. Da die Insel zu dem Zeitpunkt als Einfallstor für kolumbianische Waren dieser Art in Europa galt, hätte es bis auf den Umstand, dass Horch & Guck das weiße Gold niemals anfassen, geschweige Handel damit treiben würden, gut möglich sein können, dass sich der Gesamtwert des Fahrzeugs, so wie es da stand, im Millionen – Euro – Bereich bewegte. Dementsprechend blass und nervös wurden die beiden Beamten der Policia Local, als sie die Worte vernahmen. Vermutlich befürchteten sie auf ein Nest der Mafia gestoßen zu sein. Noch heute, wenn Horch und Guck sich die Geschichte erzählen, lachen sie Tränen über die Entgleisungen in den Gesichtern der Beamten und den darauf folgenden Wutausbruch der beiden, als sie aus dem mit Bier gefüllten Kofferraum des Seat Ibiza wieder aufschauten und in Horchs provokant grinsendes Gesicht blickten.

Aber ganz im Gegensatz zu Gucks Befürchtungen antwortete Horch: „Als wenn´s Euch was angehen würde. Aber damit Ihr euren Wissensnotstand in diesem Fall beenden könnt: Ich produziere Spenden – T – Shirts mit dem Spruch `I love Gaza´, und was soll ich sagen, die Dinger gehen weg wie warme Semmeln.“ – „Und das soll ich Ihnen jetzt glauben?“ entgegnete ihm der Beamte. – „Es wird Ihnen ja wohl nichts anderes übrig bleiben. Also was nun? Wollt ihr auch ein Spenden – Shirt kaufen und was gutes für Palästina tun, oder was? – Du mein Freund siehst mir nach ´ner L – Größe aus“ und schaute einen der Polizisten dabei von oben bis unten an, „und du, Plauzen – Paule brauchst mindestens XXL“ und konnte sich dabei einen leicht hämischen Ton in der Stimme nicht verkneifen. Horchs Geschäftssinn war geweckt und er hatte den rempelnde Fahrradfahrer vergessen. Guck stand genauso verdutzt da, wie die beiden Beamten. Horch ist vom Sternbild Zwilling, dass wusste Guck, aber einen so schnellen Wandel von Emotionen hatte er bei Horch noch nicht erlebt. „Jetzt überlegt nicht lange, reißt Euch den Zwanni aus der Jacke und tut was Gutes für Gaza.“ Der Radfahrer hatte sich inzwischen aus dem Staub gemacht und Horch war vollends damit beschäftigt, den beiden Polizisten seine T-Shirts zu verkaufen. „Kommt Jungs, gebt Euch einen Ruck, Ihr seit doch eh scharf drauf das Lager zu sehen, ob da nicht irgendwas für euch zum herumschnüffeln herumliegt.“ Und tatsächlich, kurze Zeit später stiegen Horch und Guck, vorweg mit den Polizisten, die Stufen zum Lager hinab. Wie für ihr Büro, in dem sie ihre Recherche nach Wirtschaftskorruption und Betrug in der Weltpolitik betrieben, und ihr Depot, in dem sie ihre Utensilien und alte Ausrüstungsgegenstände aus vergangenen Einsätzen aufbewahrten, so hatten sie auch das Lager für die produzierten T-Shirts in einem ehemaligen Luftschutzbunker untergebracht. Mit sichtlich gemischten Gefühlen folgten die Polizisten Horch und Guck in den spärlich beleuchteten Vorraum. Nachdem sie die Sicherheitsschleuse passiert hatten, standen sie in dem hell erleuchteten Lager. „Und? Glaubt Ihr mir jetzt?“ fragte Guck. Überall im Raum, in den Regalen, auf den Tischen und in den umherstehenden Kisten lagen T – Shirts und Pullover in allen Farben und Größen. Horch öffnete eine der Kisten und nach kurzem Suchen zog er zwei T – Shirts heraus. „Hier, zieht mal über, die müssten Euch passen.“ – Folgsam zogen die Beamten die Shirts an und Horch hakte gleich im Sinne des Geschäfts nach: „Ich sehe, Ihr tragt beide die Fesseln der Ehe am Finger, dass heißt, Ihr habt, wenn die Früchte Eurer Lenden keine Nachkommen hervorgebracht haben, zumindest eine Frau daheim. Und wie es der Zufall so will, haben wir auch das figurbetonte Shirt für die Dame am Start. Wenn Plauzen – Paule hier“ und Horch zeigte auf den recht fülligen XXL – Bullen, „Plauzen – Paula zu Hause zu sitzen hat, wird das figurbetonte Shirt allerdings wohl eher Bauch – frei ausfallen.“ Der sportlichere Beamte von beiden konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und zog dafür sogleich die bösen Blicke seines Kollegen auf sich. Horch packte jedem der beiden ein Lady – Shirt für die Herzdame daheim ein und drückte sie ihnen in die Hand. „So und jetzt Kohle an die Sonne. Das macht für jeden vierzig Euro, und fünf Euro pro Shirt gehen davon an bedürftige Palästinenser.“ Ohne sich zu wehren, zogen die beiden ihre Geldbörsen hervor und bezahlten die mehr oder weniger gewollten T – Shirts.

„Und wegen der Sache vorhin, nichts für Ungut. Aber hätte mein altes Patrouillenfahrzeug noch seine Bewaffnung an Bord, die brennenden Autos in der Stadt wären Euer geringstes Problem. Seht zu, dass Radfahrer ihre Räder endlich mit Nummernschildern ausgerüstet haben müssen um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen.“ Zustimmend machten sich die Beamten auf den Weg nach draußen. Als die beiden Polizisten das Lager fast verlassen hatten, rief Horch ihnen noch hinterher: „Ach und noch was Jungs, zieht die Shirts aus bevor Ihr rausgeht. Ich glaube die Leute nehmen Euch sonst gar nicht mehr ernst.“ Als die Tür hinter den beiden ins Schloss gefallen war drängelte Horch: „So, jetzt müssen wir uns aber ranhalten. Die Merkel trifft sich gleich mit Sarkozy um die weitere Vorgehensweise in der EU-Krise zu besprechen.“ – „Und?“ Wollte Guck wissen. – „Ha“ erwiderte Horch „das weißt Du ja noch gar nicht.“ und Horch konnte sich sein freches Grinsen nicht verkneifen. „Ich war doch letzte Woche für ein paar Tage verreist.“ – „Ja, in Bayern“ warf Guck ein. – „Das glaubst Du und auch der internationale Geheimdienst glaubt es. Aber tatsächlich war ich beim Sarkozy, dem alten Franzosen und habe in seinen Räumlichkeiten ein paar Abhörsender versteckt. Wir bekommen also alles mit, was die beiden da gleich so besprechen werden.“ – „Und was machst Du, wenn die beiden gar nicht reden sondern…..“ fragte Guck grinsend – „Boa ich kotz´ gleich. Bist Du wieder ekelig. Danke, das Bild bekomme ich jetzt erst einmal nicht mehr aus dem Kopf und ich wollte gerade noch was essen gehen.“ entgegnete Horch. – „Nun, dann können wir ja gleich los und uns Merkel gegen Sarkozy anhören“ mit diesen Worten verließ Guck das Lager, was ihm Horch gleichtat um kurz darauf seinen Horch – Posten zu besetzen.

Und die Moral von der Geschicht´: Gute Bullen gibt es … oder sie gibt es nicht.

Horch & Guck-Meisterspione a. D.




Allgemeines (Vorwort Ausgabe 13)

Zunächst möchte ich mich an die Hundebesitzer und insbesondere an die weiblichen unter euch wenden. Kaum scheint die Sonne und die Außentemperatur steigt auf über 20 Grad Celsius, erwachen anscheinend auch die Mitarbeiter vom Ordnungsamt aus ihrem behördlichen Winterschlaf. Den ganzen Winter über konnte man frei und ohne Bedrängnis mit dem Hund durch den menschenleeren Park spazieren. Seit Anfang Mai jedoch patrouillieren die Dienerinnen und Diener des Staates wieder durch den Görlitzer Park. Darunter befindet sich nach Aussagen einiger meiner Informanten auch wieder der bereits angeblich mehrfach (Straf-?) versetzte Mitarbeiter der Behörde für Ordnungsangelegenheiten. Im vergangenen Jahr fiel dieser Mitarbeiter insbesondere dadurch auf, dass er in mehrere Gerichtsverfahren mit Hundehalterinnen verwickelt war. Jede/r kann nun für sich Rückschlüsse ziehen: Warum hat dieser Ordnungsamt – Mitarbeiter aufgrund seiner Tätigkeit für diese Behörde mehrere Gerichtsverfahren im Jahr? Warum sind es überwiegend Frauen die in Verfahren gegen diesen Herren verwickelt sind? Und warum wird ein Problemmensch (Abgeleitet vom Begriff Problembär, der sich auch in einem nicht für ihn geeigneten Gebiet aufhielt) wie dieser wieder im Görlitzer Park eingesetzt und nicht in einer Marzahner Plattenbausiedlung? Alles Fragen mit denen ich das Ordnungsamt konfrontieren werde und hoffe euch die Antworten darauf in einer der nächsten Ausgaben präsentieren zu können. Bis dahin seid auf der Hut und seht zu, dass es zu keiner Konfrontation mit ihm kommt. Denn die Gerichte, so haben es die bisherigen Verfahren gezeigt, schenken dem Normalbürger keinen Glauben. Womit ich wieder an den Punkt gekommen bin mein altes „Slime“ – Demoband einzulegen und lauthals mit zu singen: „Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz“.

Ein leichtes Lächeln zog über mein Gesicht, als ich im Radio vernommen habe, dass dem Flugzeug von Bundeskanzlerin Merkel, das Überflugrecht über den Iran verweigert wurde. Zwei Stunden lang kreiste Frau Merkel mit ihrer Delegation über der Türkei. Zum Glück gab es keine menschlichen Fehlerquellen. Der Pilot erfragte ordnungsgemäß das Recht zum Überflug und akzeptierte dessen Verweigerung durch die iranische Flugaufsicht. Er drehte ab und verhinderte somit, dass der Iran Abwehrmaßnahmen einleitete. Was für ein Glück. Nicht auszudenken was geschehen wäre, wenn es anders gekommen wäre. Deutschland stünde im Extremfall, einem Abschuss, ohne Führungsoberhaupt da und die Bundeswehr hätte mit dem Vergeltungsschlag einen weiteren Krisenherd zu bewältigen. Aber auch das zweistündige Kreisen über der Türkei war nicht ganz gefahrlos. Für politische Spannungen mit dem Land hat unsere Regierung in Vergangenheit ausreichend gesorgt. Auch ein Manöver der griechischen Armee, vor der Küste Zyperns hätte, unter Berücksichtigung der derzeitigen angespannten Lage des Landes und der Mitwirkung der Deutschen an diesem Umstand, eine Bedrohung darstellen können.

Ich möchte noch erwähnen, dass Fukushima, über das ich bereits am 09.04.11 mit einem Nachtrag im Bericht „Woher der Wind weht – Die Gleichgültigkeit“ geschrieben habe, sich immer weiter dem Blickfeld der allgemeinen Öffentlichkeit entzieht. Eine mangelhafte Berichterstattung, ist seit dem 18.04.11 „in Kraft getreten“. In der ARD – Tagesschau wird nur noch dann und wann darüber berichtet. Es gibt keine Zahlen (über vor Ort anwesende Arbeiter) und Fakten (Ausmaß der Verstrahlung) mehr. Stattdessen geben die Betreiber zu, dass sie die Öffentlichkeit vom ersten Tag an mit bewussten Falschmeldungen getäuscht und belogen haben. Denn wie wir nun wissen, ist die Kernschmelze in einem der Reaktoren bereits am ersten Tag und bei zwei weiteren in den Folgetagen eingetreten. Vergleiche zu der Katastrophe 1986 in Tschernobyl werden aufgestellt und alles wird normalisiert. Dass die höchste Gefahrenstufe ausgerufen wurde, dient nur dazu, das Desaster als unkontrollierbar einzustufen und die Verantwortlichen sich, wie in Tschernobyl, mit einem Betonsarg aus der Affäre ziehen können. Das Angebot von Tepco, Ausgleichszahlungen zu leisten, ist angesichts des Ausmaßes der Katastrophe, lächerlich. Die offiziell geschätzten Zahlen des finanziellen Schadens reichen von etwa 67 Milliarden bis 130 Milliarden US-Dollar, Spätfolgen nicht mit einbezogen. Die hat das Unternehmen nicht!

Wer sich das heutige Fukushima in 25 Jahren vorstellen möchte, kann gen Osten reisen und sich für 200 US-Dollar auf einer geführten Tour eines örtlichen Reiseveranstalters, die verlassenen und verstrahlten Gebiete rund um das Kernkraftwerk von Tschernobyl und sogar den direkten Ort der Katastrophe von 1986 begutachten (Wie bescheuert ist die Menschheit eigentlich???). Nebenbei möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass das erste Atomkraftwerk in Frankreich wegen dem niedrigen Pegelstand des Zuflusses, seinen Betrieb nicht wie geplant aufnehmen kann.

Zum Abschluss von meinem Bericht zur „Lage der Nation“, oder wie man neudeutsch, wenn man szenisch, trendig und In sein möchte, sagen würde, im „Editorial“, möchte ich es nicht versäumen noch kurz über EHEC zu spekulieren. Woher der Virus kommt weiß keiner. Wie man es behandeln kann, wird gerade eingehend erforscht. Aber nach dem wahren Grund fragt niemand.

„Die von den Bauern ausgebrachte Gülle zum düngen der Felder sei Schuld“, so sagt man uns. Wenn das so wäre, warum gab es nicht schon früher EHEC – Epidemien? Jahrzehnte lang wurden Felder mit Gülle gedüngt. Könnte es nicht vielmehr so sein, dass die Behandlung mit Antibiotika von Tieren die der Menschlichen Nahrungskette zugeführt und deren „medizinisch“ verseuchte Ausscheidungen (Gülle) die auf den Feldern als Düngemittel verwendet werden, die ständige Zugabe von chemischen Düngemitteln, Unkrautvernichtern und Schädlingsbekämpfungsmitteln eine chemische Zeitbombe entstehen ließ, die sich nun an uns zu rächen droht? Dr. Lorin Pang, Arzt und Forscher aus Hawaii, äußert sich dahin gehend und verweist zudem auf eine Studie der „Nationalen Akademie der Wissenschaften“ (USA) in der die Gefahr, die von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgeht um ein vielfaches höher eingestuft wird als die durch traditionelle Kreuzungen.

Fazit: Wir haben es geschafft! Die Weltmeere sind verseucht, der Fischbestand ist auf ein Minimum reduziert. Hühner und ihre, sich im Frühstadium ihres Lebens befindlichen Nachkommen (Eier) sind Dioxin vergiftet. Schweine und Rinder mit Antibiotika und Hormonen vollgestopft und gentechnisch optimiert. Obst ist mit Pestiziden – Getreide, Salat und Gemüse sind dank Phosphordünger mit Uran und Cadmium belastet. Die Luft wird durch abgeholzte Regenwälder und von Menschenhand verursachten Abgase mit CO² verunreinigt. Sinnfreie Aktionen wie die einer innerstädtischen Umweltzone bewirken nachweislich keine ausreichende Verbesserung.

Rückblickend auf die letzte Ausgabe bleibt nur zu sagen, dass ich die Benennung der Reihenfolge der „Bookfield“ – Berichte vermasselt habe und ich die in der „Realtest-Koffer“ – Bauanleitung erwähnten Anschlusspunkte für die Drahtenden vergessen habe einzufügen. Aber nun ja, irgendwas ist immer.

Nun aber zu der aktuellen Ausgabe. Ich habe wieder einen bunten Mix aus interessanten und unglaublichen Nachrichten und Berichten zusammengestellt und hoffe euch damit angemessen zu unterhalten. Da das Vorwort wieder einmal länger wurde als gedacht, gibt es eine unkommentierte Kurzzusammenfassung des Inhalts.




Woher der Wind weht – Die Gleichgültigkeit

Ein Thema, für dessen Abhandlung es keinen besseren Zeitpunkt als den jetzigen geben kann. Das Fass ist voll und somit kurz vor dem überlaufen. In Japan fliegen uns die Atomreaktoren um die Ohren, in Nordafrika begehren die Völker auf und fordern ihre (Menschen)Rechte ein, die Wirtschaft dümpelt vor sich hin, marode Staaten hängen am Finanztropf der europäischen Staatengemeinschaft und Tag ein Tag aus werden wir von unseren Politikern belogen, betrogen und mit Heuchelei überzogen. Hier und da zetteln verschiedene Interessengemeinschaften und Staatenbündnisse einen Krieg an um die gesellschaftliche Ordnung wieder herzu- stellen.

Und wir? Wir sitzen gleichgültig vor dem Fernseher und schauen uns die Nachrichten an, lesen gleichgültig den Zeitungsbericht um danach die Hände in den Schoss zu legen und die Umstände in der Welt mit den Worten: “so ist es nun mal“ hinzunehmen.

Wie ich dazu komme und mir anmaße diesen Umstand anzuprangern? Ganz einfach. Weil immer mehr Leute, ihrem Umfeld und somit auch mir, ihre Lebensweisheiten aufdrängen („Ich kaufe nur „Fair Trade – Produkte“, „Ich bin Mitglied bei LPG“), im Gegenzug aber andere Missstände gleichgültig ausblenden und gar nicht begriffen haben, das sie längst Teil des großen Ganzen geworden sind und den unverbrauchten Blick von außen auf das Problem verloren haben.

Jeder schreit nämlich nur dann auf, wenn es ihn und sein persönliches Umfeld berührt oder es in seinem Interesse liegt. Siehe die, wegen der Katastrophe in Japan, stattfindenden Anti – Atomkraft – Kundgebungen. Immer muss erst etwas passieren, immer müssen Menschen krepieren damit die „Überlebenden“ sich informieren, kapieren und reagieren. Dann stehen die Leute plötzlich in Formation bereit und skandieren ihre Sprüche in den Straßen: auf dem Kopfsteinpflaster, das von indischen Kinderhänden zurecht gemeißelt wurde. In der Jacke aus China, die zum Schutz vor Insektenbefall während des langen Transports mit etlichen umwelt- und gesundheitsschädlichen Giften behandelt und somit verseucht wurde. In dem T-Shirt, das mit ebenfalls Umwelt verschmutzend und gesundheitsschädlichen Chemikalien gefärbt wurde. In den Socken, die aus gentechnisch veränderter Baumwolle, hergestellt wurden. In der Jeans die unter Menschen verachtensten Arbeitsbedingungen gefertigt wurde und in ihren gefälschten, aber dafür billigeren Markenschuhen. Sie saufen den Kaffee der von 8- jährigen Erntehelfern aus Guatemala kilometerweit den Berg herunter-geschleppt wurde um ihn auf die bereitstehenden LKW´s zu verladen. Dazu noch ein Schokoriegel mit der guten Kakaobohne aus Afrika, ebenfalls von Kinderhänden gepflückt und halten das Plakat in die Luft für dessen Herstellung der Südamerikanische Regenwald abgeholzt wurde. Wenn man sich dann noch einige der Freizeitdemonstranten anschaut wird einem schlagartig bewusst das mit diesen Leuten keine Revolution zu gewinnen ist. Es finden sich unter den „Revoluzzern“ Neu – Ökos, die die gegen alles außer sich selbst sind und die Katharina Schulze Windscheid´s aus Zehlendorf die noch eher vom Blasen als vom Tuten Ahnung haben und die mit ihrer dumm naiven Art den friedlichen Protest forden. Bullenscheiße. Ich könnte kotzen.

In ihrem Kampf für ihre Sache blenden sie Missstände in anderen Bereichen völlig aus oder begrenzen ihre Aktivität auf den Zeitraum in dem es schick ist in Lichterketten Anti-Atomkraft-Ketten, Gegen Fremdenfeindlichkeits-Ketten und den zahlreichen anderen Menschenketten zu stehen. Mir kommt´s schon wieder hoch. Interessiert denn noch irgendeinen die Aufnahme der Ölförderung in der Tiefsee oder gar in der Bucht von Mexiko? Interessiert irgendeinen noch ob und wohin die Dioxin verseuchten Eier vom Markt verschwunden sind und ob der Umstand der Tierfutterverseuchung wirklich beigelegt ist? Interessiert irgendeinen die Überfischung der Weltmeere? Interessiert irgendeinen der Gehalt von gentechnisch veränderten Zutaten im Essen? Interessiert es irgendeinen wie viel Energie in Form von Wasser und Treibstoff benötigt wird um 1 Liter Rapsöl, das bei der Herstellung von BIO – Sprit verwendet wird, zu erhalten? Interessiert es irgend einen das Menschen für ein paar Cent 16 Stunden und mehr am Tag arbeiten, damit wir uns in den Konsumtempeln, berauscht von unserem üppigen Mindestlohn, noch alle die Dinge leisten können, die wir zum (über-)Leben benötigen? Interessiert es irgendeinen das in Kanada Bienenvölker ausgestorben sind und somit die gesamte Landwirtschaft in Gefahr ist? Wir stolpern von einem Skandal in den nächsten und merken dabei nicht das die Summe der Skandale eine Katastrophe ist. Keiner sieht das Ganze, sondern betrachtet nur die für ihn wichtigen Ereignisse.

Wenn ich höre das der Verkauf von Anti – Atomkraft – Aufklebern in den Tagen vor den großen bundesweiten Kundgebungen von 30 Stück am Tag auf 800 – 1000 Stück angestiegen ist, kenne ich schon mal einen Nutznießer der Katastrophe und der daraus resultierenden Anti – Atom Stimmung! Wo sind hier die Leute die sonst immer und überall ihr Maul aufreißenund „Kommerzgeier“ schreien? Dieses wird zudem durch Aussagen von Politikern, nach dem Stimmenverlust bei den Wahlen in Baden Württemberg und Rheinland Pfalz, wie: “Fukushima kam uns dazwischen“ bekräftigt (Ohhh, was für ein Pech aber auch das die Wähler zum falschen Zeitpunkt das richtige tun). Zudem bestätigt dies zusätzlich meine hier aufgestellte und sicherlich provokante These. Und es geht noch provokanter: Unterstützt diejenigen die eure Zukunft und die eurer Kinder und Enkelkinder mit aktiven Aktionen versuchen zu retten. Spendet es den Leuten die zu den weltweit stattfindenden Treffen der politischen Elite reisen und für unsere Rechte und unsere Freiheit ihre eigenen auf´s Spiel setzten. Wo euch die Partei-spenden hinführen bekommt ihr gerade zu spüren. Der Schwarze Block und ähnliche Gruppierungen würden sich über die Aufbesserung der Reisekasse oder eine „Gerichtskostenbeihilfe“ zu den anfallenden Kosten der durch den Widerstand entstandenen Verfahren freuen (Auf Wunsch stellt der Kreuzberger den Kontakt zu den Spendenempfängern her oder leitet eine Spende, wenn erwünscht, anonym und vertraulich an den/die Empfänger weiter).

Die Gleichgültigkeit beinhaltet zudem einen weiteren Punkt der es den Leuten an den Schalthebeln der Macht einfach macht uns zu beherrschen. Die Kurzlebigkeit der Nicht-Gleichgültigkeit. Oder anders formuliert. Die Kurzlebigkeit des Interesses an der Abschaffung von Missständen aus denen eine große Menge an Katastrophen und Ungerechtigkeiten resultieren.

Ich schreibe darüber mit der Hoffnung nicht der Einzige mit dem Wissen um diesen Umstand zu sein, habe aber gleichzeitig das Wissen darum, das sich viel zu wenige auch nur eine Sekunde mit diesem Thema ernsthaft auseinandergesetzt zu haben scheinen. Was diesem Bericht eine zusätzliche Rechtfertigung gibt. Denn anderenfalls müssten wir bereits die gleichen revolutionären Umstände im eigenen Land haben, wie wir sie derzeit auf dem gesamten Nord Afrikanischen Kontinent vorbildlich vorfinden. Aber hierzulande? Nix, absolut rein gar nix!

Keiner scheint zu hinterfragen warum wir Staatsschulden machen müssen, Keiner fragt warum die jährliche Staatsschulden von 1950 10 Milliarden DM auf heutzutage 1.998 Milliarden Euro (Quelle: Bund der Steuerzahler Deutschland e. V.) gestiegen sind. Keiner fragt wo die Kohle bleibt und wie ganze Staaten in den Ruin getrieben werden können. Keiner schreit auf wenn Politiker heute so reden und morgen so handeln. Keiner wundert sich das ein EU-Parlament existiert, das keiner von uns je gewählt hat. Keiner geht für den Irak auf die Straße, wenn die Besatzer des Landes ihren Atommüll in Form von Uran verseuchter Munition und Raketen über den Köpfen der Bewohner abladen und somit Land und Leute der totalen Verseuchung und dem qualvollen Tod ausgesetzt werden. Keiner (auch nicht die weltweit agierenden Frauenrechtlerinnen) fragt warum, und ich frage mich gleichzeitig, wo ist Frau Schwarzer wenn, orthodoxe Juden in Israel den Frauen per Gesetz verbieten in Bussen des öffentlichen Personen Nahverkehrs vorne zwischen den männlichen Fahrgästen zu sitzen. Keiner fragt wo und wie die preisgünstigen Güter des täglichen Bedarfs hergestellt werden.

Wenn wir also wirklich so mitmenschlich denken würden wie es die meisten immer vorgeben zu tun, dann würden wir erst einmal zusehen das ALLE Menschen auf dieser Welt einen einigermaßen gleichwertigen Lebensstandart besitzen und uns dann um die örtlichen und nur einen kleinen Teil der Menschheit betreffenden Probleme kümmern. Wie kann man ein schnödes Problem wie den Fluglärm rund um den BBI – Flughafen massivst bekämpfen, aber die lebensbedrohlichen und verachtenden Lebensumstände von über 5 Milliarden Menschen außer Acht lassen?

Allein bei dem Kauf von beschissenen Hühnereiern achtet jeder darauf das es glückliche, in Freilandhaltung lebende Hühner sind, die diese Eier auf die Welt gebracht haben. Aber nach dem Sonntäglichen Frühstück (mit Freilandhaltungsei) geht es mit der ganzen Familie in den Zoo oder in den Tierpark um sich Tiere in Gefangenschaft anzuschauen. Beim Fleisch legen die meisten zwei, drei Euro mehr auf den Tisch um eine bessere Qualität zu erhalten und um ihr Gewissen mit der Hoffnung auf einen glimpflichen Tod des Tieres zu beruhigen.

Daher mein Aufruf: Tut endlich jeden Tag etwas gegen diese verdammte Gleichgültigkeit gegenüber den Missständen in dieser Welt. Nicht nur am Wochenende wenn es sich zeitlich gerade so einrichten lässt. Tut es deutlich, setzt Zeichen und habt am Ende auch den Arsch in der Hose dafür mit allen Konsequenzen einzustehen. Denn nur diese Konsequenz hilft den Betroffenen. Damit ich hier nicht nur als Pöbel – Penner in Erscheinung trete, der außer ein paar mehr oder weniger gute Worte niederzuschrei-ben, nichts zu tun hat, möchte ich an die-ser Stelle erwähnen, dass da wo es mein Arbeitsalltag zulässt, persönlich mit vor Ort stehe und demonstriere. Ansonsten arbeite ich jede freie Minute an der Recherche, Verarbeitung, Weiterleitung und Veröffentlichung von Informationen, von denen (leider) nur ein kleiner Teil im Kreuzberger abgedruckt werden kann. Somit, denke ich trage, ich einen Teil für ein friedliches, aufgeklärtes und respektvolles Gemeinschaftsleben bei.

Wie bereits auch in dem Pilot-Bericht zum Jahresthema, biete ich jeder/m an, mitzuwirken wenn es darum geht mit dieser Zeitung wissenswertes zu verbreiten und/oder Themen vorzustellen die hier und da dem ein oder anderen die Augen öffnen.

Mit dieser Hoffnung, Augen zu öffnen, warte ich weiterhin sehnsüchtig auf den Tag an dem es über die Lautsprecher der Radios schallt: „Guten Tag meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich begrüße sie zu der Wiederaufnahme des Sendebetriebes vom Sender – „Freies Berlin“. Diesmal befreit von Volksverrat, Wahlbetrug und Korruption. Leider waren einige Kollateralschäden unter den Regierenden und Industriellen zu beklagen. Ansonsten ist die Zivilbevölkerung wohl auf und genießt ihre neu gewonnene Freiheit. In diesem Sinne wünsche ich ihnen einen erfolgreichen Tag. Und nun zum Wetter….“.

Nachtrag zum Bericht: Auf Grund der aktuellen Lage, habe ich einige Pöbeleien aus dem Text entfernt, um folgende von mir vor Wochen aufgestellte These, die sich dieser Tage bewahrheitet, kund zu tun. Wir haben den 09.04.´11 und Fukushima rückt in den Nachrichten immer weiter nach hinten. Nur ein Nachbeben vermochte es Japan erneut Aufmerksamkeit zukommen zu lassen die es eigentlich immer noch haben müsste.




Brisantes Material,…

das uns von einem aufmerksamen Nachbarn zugespielt wurde, liegt dem Kreuzberger exklusive vor. Demnach bedrohen die, sich ausbreitenden, gastronomischen Betriebe im Kiez nicht nur die Existenz der alt eingesessenen Betriebe und Händler, sondern nun auch die der Anwohner. Den uns zugespielten Informationen nach, sehen die aktuellen Vorschläge zum Flächennutzungsplan 2012 eine Ausweitung der gastronomischen Einheiten im Wrangelkiez vor. Dafür sollen in der Falckensteinstraße, zwischen der Oberbaumbrücke und der Görlitzer Straße, Mietwohnungen in Gewerbeflächen umgewandelt werden. Von dieser Maßnahme sollen die gastronomischen Betriebe profitieren, die auf der zusätzlich zur Verfügung stehenden Fläche mehr Gäste bedienen, den Umsatz steigern und somit der Staatskasse zusätzliche Mehreinnahmen beschehren können. Als Vorbilder für diese Maßnahme wurde das „Schwarze Cafe“ in Charlottenburg und die „Dachkammer“ in Friedrichshain herangezogen. Betroffen von einer daraus resultierenden Umsiedlung, sind zunächst die Mieter, deren Wohnungen in der 1. Etage und über bereits bestehenden Restaurants und Cafes liegen.




Horch und Guck: Auf altem Posten

Horch und Guck hatten sich bei ihrem Besuch der Grünen Woche vorgenommen, dem Funkturm, einer ihrer ehemaligen Wirkungsstätten, einen Besuch abzustatten. Bei blauem Himmel und Sonnenschein herrschten beste Voraussetzungen für dieses Vorhaben und so gingen sie, nachdem sie sich auf der Messe rund und gesund gefuttert hatten, quer durch den Sommergarten zum „Lulatsch“.

Vor Ort angekommen war es für Horch an der Zeit, Guck ein lang und gut gehütetes Geheimnis zu eröffnen. Als Guck zu der Frau an der Kasse sagte: „Zweimal Aussichtsplattform bitte, Reservisten – Tarif“, war es für Horch an der Zeit dieses zu lüften und er fuhr Guck dazwischen: „Äh…..einmal Aussichtsplattform und einmal Restaurant bitte. Reservisten – Tarif bleibt“. Guck schaute Horch erstaunt an und fragte:“Was ist los mit Dir? Ich denke wir wollten uns meinen alten Arbeitsplatz anschauen?“. „Hmm, ja…aber ich kann da nicht rauf.“ – „Wieso? Was ist los?“ und nach einigem Zögern gestand Horch: „Ich habe Höhenangst.“ – Guck guckte und esstiegen ihm langsam aber sicher nicht zu unterdrückende Tränen in die Augen, er lief langsam rot an und dann platze es aus ihm heraus. Laut grölend lachte er Horch aus. „Du hast Höhenangst? Als Meisterspion?“ Die umstehenden Leute schauten die Beiden fragend an und hatten ihren Spaß an dem Schauspiel. Guck zog Horch weiter auf, aber Horch ließ sich nicht beirren: „Ich gehe in das Restaurant und schau mal wer von der alten Mannschaft noch seinen Dienst im Servicebereich verrichtet und du kannst an der Spitze des Turms in alten Erinnerungen schwelgen.“ So trennten sich die Wege der Beiden als der Fahrstuhl seinen ersten Halt im Funkturmrestaurant einlegte. Horch suchte sich einen Tisch ohne Aussicht und bestellte sich eine Flasche Rotwein. Nachdem eine gute Stunde vergangen war, kam Guck um die Ecke geschlendert. „Schau mal Guck wer hier ist“ rief Horch ihn an den Tisch. „Det jibt´s doch nich´. Mai Ling und Früh Ling. Was macht ihr denn hier so fern der Heimat?“ Freudig fielen sie sich in die Arme. Mai Ling und Früh Ling, Zwil-lingsschwestern und pensionierte Top-Spioninnen aus China, die Horch und Guck bei ihrer Arbeit kennen und schätzen gelernt haben, befanden sich auf ihrer Weltreise die sie, über viele Stationen, auch nach Berlin führte. Gemeinsam mit Horch und Guck saßen sie nun da und Früh Ling berichtete über ihre Weltreise auf der sie sich gerade befanden. Sie erzählten von ihrer besinnlichen Wanderung durch Tibet, wie sie in Pakistan die Kernforschungslabore besichtigten und von dem Warlord, den sie bei ihrer Busreise durch Afghanistan getroffen haben und mit dem sie im Cafe „Zum freundlichen Taliban“ Wasserpfeife geraucht haben. Als sie den Beiden einen groben Überblick ihrer Weltreise verschafft hatten und die Flasche Wein sich dem Ende neigte, beschlossen die vier sich weitere, Spionage relevante Orte ihrer Vergangenheit anzuschauen. Horch schlug den ehemaligen und ursprünglichen Grenzübergang in Dreilinden vor. Alle waren mit diesem Vorschlag einverstanden und so machten sie sich auf den Weg. Aufgrund der inzwischen miserablen Wetterlage entschlossen sie sich auf den öffentlichen Personennahverkehr zu verzichten und fuhren mit dem Taxi, über die Avus, in den, hinter Wannsee gelegenen Ortsteil, Dreilinden. Vor Ort angekommen machten sie erst einmal alle lange Gesichter. Die ehemalige Raststätte, in der sie früher tagelange Saufgelage verbrachten und das sie auch nach ihrer aktiven Zeit, als Meisterspione, gerne besuchten um sich bei einem Bier alte Geschichten zu erzählen, war geschlossen. Geschlossen wäre für alle Beteiligten noch zu verkraften gewesen, denn das hätte bedeutet zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukehren um dann einzukehren. Aber das gesamte Gebäude war mit einem Bauzaun abgesichert und die Raststätte dem Verfall nah und somit dem baldigen Abriss geweiht. Jahrelang waren Horch und Guck jeden Sommer hier, um auf dem, zu der Gaststätte gehörenden Zeltplatz, der zudem unweit der auszuspionierenden Grenzanlagen lag, als Touristen getarnt ihre Arbeit zu verrichten. Sie spionierten hier, sie spionierten dort und hatten ihren Spaß beim Aal fischen im Teltowkanal. „Nun ja, irgendwas ist immer“ unterbrach Horch die melancholische Stimmung. „Lasst uns nachsehen was sie noch alles dem Abriss preisgegeben und wo sie noch überall Spuren verwischt haben.“ – „Wie kein Wutausbruch? Keine Hass Tiraden gegen die Stadtplaner die dieses Kleinod und diesen Ort der Kulturgeschichte verfallen lassen? Was ist los mit dir? Allet wieder jut?“ hakte Guck nach. „Ihr müsst wissen“ und sprach dabei Mai Ling und Früh Ling an – „das Horch derzeit auf einer Mission ist“ – “Ach Quatsch“ fuhr Horch ihm über das Wort. „Doch, doch“ fuhr Guck fort „Du bist gerade gedanklich nur noch damit beschäftigt wie man am besten die politische Führungsebene austauschen kann. Und mit austauschen habe ich, glaube ich, noch die freundlichste Wortwahl getroffen. Du würdest doch am liebsten dein Ak 47 schultern, in den Bundestag rennen und alles niedermähen was dort kreucht und fleucht.“ – „Verdient hätten sie es“ erwiderte Horch „aber vorher würde ich ihnen noch gerne im Detail ihre volksverräterischen Verfehlungen aufzählen undihnen somit eine Begründung für ihr baldiges Ableben liefern und zugleich die alternativlose Form des Machtwechsels begründen. Sie sind nun mal das Übel welches man an der Wurzel packen und beseitigen muss. Ich falle zum Beispiel nicht auf die Klatschpresse herein die uns täglich weismachen möchte wie schlecht unser Umfeld zum Beispiel in Neukölln oder Kreuzberg ist. Es ist nicht das Umfeld das schlecht ist, denn merke: Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Und der Kopf vom dem stinkenden Fisch den ich meine, der befindet sich im Regierungsviertel von Berlin. Denn wenn ich zum Beispiel die jungen Mitarbeiter bei „Kaiser´s“, im Wrangelkiez, arbeiten sehe, wie sie sich Tag für Tag mit den Alkoholikern, Dieben, pöbelnden Arschlöchern und arroganten Neuzugzöglingen rumärgern müssen, weiß ich, dass die Jugend nicht unnütz und verkommen ist. Wenn ich mit Schröder die Abendrunde laufe und auf den Fußballplätzen im Kiez jeden Tag eine andere Mannschaft trainieren oder ein Punktspiel absolvieren sehe, weiß ich, dass das gesellschaftliche Zusammenleben in gewissen Strukturen funktioniert. Aber es gibt auch die Kehrseite und auf der sind die Menschen vertreten die von einer Arbeit zur nächsten hetzten und bei einem achtzehn Stunden Arbeitstag (darin sind 5 Stunden für unbezahlte Pausen und Fahrzeit enthalten) weder Zeit noch Kraft für ein Gesellschaftsleben haben. Dies zeigt, dass irgendwo das Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist. Wer nun aber glaubt das diese Arbeitstiere ein prall gefülltes Konto besitzen, ein dickes Auto vor der Tür zu stehen haben oder sich einen sechs Wochen Jahresurlaub fernab der Heimat gönnen können, hat weit gefehlt. Denn bei den Hungerlöhnen reicht es gerade für ein Dach über dem Kopf, billig Fraß vom Lebensmittel Groß – Discounter und ein billig – Bier am Wochenende beim Spätkauf umme Ecke. Die ganzen Diskussionen um einen Mindestlohn, sind wie ein Furz in die hohle Hand. Nur warme Luft. Den Mindestlohn, den unsere werten Politiker versuchen durchzudrücken könnte man auch so erklären: Mindestlohn ist der Lohn, der am Monatsende mindestens auf dem Konto vorhanden sein muss, damit der/die Arbeitende den täglich benötigten Kalorienbedarf decken kann und maximal die Miete erwirtschaftet die er/sie benötigt um sich gerade so eine Wohnung unter den Seinen leisten zu können. Zum Leben zu wenig und um auf die Barrikaden zu gehen, zu viel.

Unterdessen kamen sie, über die alte und stillgelegte Autobahn laufend, zu einem ehemaligen Kasernengelände der DDR – Grenztruppen. „Die haben alles platt gemacht“, resümierte Guck „kein Grenzturm, kein Bunker, nichts ist mehr da“. – „Weißt du noch als wir uns, als Touristen aus Franken getarnt, zum Bahnhof Wannsee haben fahren lassen damit wir unsere Ausrüstung und das gesammelte Bild- und Tonmaterial nicht den ganzen Weg bis dorthin haben schleppen müssen“. – „Klar weiß ich das noch.“ antwortete Horch „Du hast noch gesagt, ich solle die Klappe halten damit wir wegen meiner Berliner Schnauze nicht auffliegen.“ Stumm wie ein Fisch saß Horch damals auf der Rückbank des Wagens und überließ Guck, gebürtig aus dem Frankenland stammend, die Unterhaltung mit dem freundlichen Fahrer. „Oh ja, wir hatten in dieser Ecke von Berlin schon so einigen Spaß zusammen. So langsam ging die Sonne hinter den Bäumen unter und die vier machten sich auf den langen Rückweg in die Stadt. Dabei planten sie ein nächstes Treffen für den Zeitpunkt, wenn Mai Ling und Früh Ling im Juni, auf dem Rückweg ihrer Weltreise, in die Stadt zurückkehren.

Horch & Guck-Die Meisterspione a. D.