Erhard Schütze – Ein fränkischer Maler mit Berliner Schnauze

“Ich nenne mich nicht Künstler, ich bin Maler”, sind die ersten Worte, die aus Erhard Schütze heraussprudelten, als ich ihn kurz vor seiner Heimreise traf, um mehr über ihn und seine Kunst zu erfahren.

Der aus dem fränkischen stammende Maler war bereits im Dezember anlässlich seiner Vernissage in Treptow. Marek und ich nutzten die Chance und waren bei der Eröffnung zugegen. Allein die Rede Erhard Schütze´s bot einen Unterhaltungswert der seines Gleichen sucht. Mit einer Begeisterungsfähigkeit und dem Elan eines 20- Jährigen verstand er es, die anwesenden Besucher in seinen Bann zu ziehen und in das Wissen um seine Werke einzuweihen. Im Anschluss gab er eine persönliche Führung. Hierbei erklärte er seine Arbeiten im Detail. Was ihn dazu bewegte dieses Bild zu malen, um welchen Stil es sich handelt und welcher tiefere Sinn darin zu finden ist.

Nachdem Marek sich am Buffett durchgefuttert hatte und wir uns die Bilder noch einmal in Ruhe angeschaut hatten, plauderten wir noch ein wenig mit dem Künstler und begaben uns dann Richtung Heimat.

Es war knapp drei Monat später, als ich an den Ort des Geschehens zurückkehrte. Erhard Schütze war gerade damit beschäftigt, seine Werke in den bereitgestellten Transporter zu verstauen, als ich eintraf. Freudig begrüßte er mich und kurze Zeit später saßen wir beisammen, um gemeinsam seinen Lebenslauf zu durchleuchten. Was ich dabei alles in Erfahrung gebracht habe, lest im Folgenden. Erhard Schütze wurde 1935 in Mährisch Ostrau in Tschechien geboren. Mit fünfzehn begann er eine Grafische Lehre im Atelier von Herbert Smagon in Stuttgart, die er mit einem Abschluss an der Grafischen Fachschule und einem Abschluss mit Auszeichnung an der Dekorationsfachschule bestand. Danach arbeitete er eine Zeitlang als Werbezeichner. In den späten siebziger Jahren fokussierte er sein Können.

Seitdem liegen die Schwerpunkte in der Wandmalerei – Fresko. Daneben beschäftigt er sich mit Glasmalerei und Portraits. Von 1982 bis 1986 nahm er an der jährlich stattfindenden Internationalen Sommerakademie in Salzburg teil. Diese wurde von Prof. Arik Brauer, Prof. Giselbert Hoke sowie von Prof. Georg Meistermann geleitet. Seit dem Jahr 2000 assistiert er zudem bei der Internationalen Alpen-Adria Sommerakademie für bildende Kunst in Kroatien.

Neben den vielen Preisen, die er für seine Arbeiten abräumte, ist der 1.Preis des Syrlin- Kunstpreises von 1992 besonders hervorzuheben. Diesen erhielt er für sein Werk – “Gorbi Tür”, in dem sich die Umstände, die den damaligen Präsidenten Gorbatschow in der Zeit des Umbruchs seines Landes begleiteten, widerspiegeln (Die bis ins Detail ausgeführte Definition des Werkes an dieser Stelle, würde den Rahmen sprengen).

Eine besondere Ehrung seiner Kunst ist es, dass eines seiner Bilder von der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München angekauft wurde und ausgestellt wird. Weitere Arbeiten von Erhard Schütze in öffentlichem Raum und Besitz befinden sich unter anderem in den Städten Kulmbach, Bayreuth und Bamberg. In letzterer zudem auch im Historischen Museum der Stadt.

Natürlich hatte ich noch ein paar Fragen, die die Kunst im Allgemeinen betreffen. So wollte ich zum Beispiel von ihm wissen:

Olly: Ist es für junge Künstler heutzutage leichter oder schwerer mit ihrer Kunst am Markt zu bestehen und Geld damit zu verdienen?

E. Schütze: Beides. Schwerer, weil es ein Überangebot an Kunst gibt und heutzutage jeder alles macht. Und leichter, weil die neuen Medien, wie das Internet, Möglichkeiten der Verbreitung bieten, die es früher nicht gab. So gibt es auch in der Kunstszene “Popstars” die, wie in der Musikszene, kurz aufleuchten und dann aber auch ganz schnell wieder verschwunden sind.

Olly: Wie steinig war ihr Weg bis heute?

E. Schütze: (lachend) Ich hatte es immer einfach. Ich war immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe dort immer die richtigen Leute getroffen.

Olly: Welchen Nutzen kann ein Künstler aus der Mitgliedschaft in einem Berufsverband ziehen?

E. Schütze: Zum einen hat man die Möglichkeit zwei Ausstellungen im Jahr durchführen zu können, zum anderen und das ist wohl das Wichtigste, ein aufwendiges Aufnahmeverfahren, in dem der Künstler und seine Arbeiten von Fachleuten beurteilt wird, entscheidet, ob eine Mitgliedschaft erteilt oder abgelehnt wird und trennt somit die Spreu vom Weizen.

Olly: Welche Pläne und Projekte stehen in Zukunft an?

E. Schütze: (kopfschüttelnd) Nichts. Ich plane nicht im Voraus!

Dann war die Zeit auch schon wieder vorbei. Ich bedankte mich bei ihm, und Erhard Schütze – der Maler von Ludwag machte sich auf den Heimweg.

Auf seiner Internetseite unter www.schuetze-bamberg.de findet ihr weitere Informationen über den Maler.

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